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Bundestagsabgeordnete diskutieren Ergebnisse des TechnikRadar

Was die Deutschen über Technik denken, zeigt das Technikradar von acatech – Deutsche Akademie für Technikwissenschaften und Körber-Stiftung. Die Studienergebnisse und mögliche Konsequenzen für Politik und Gesellschaft diskutierte Projektleiter Ortwin Renn mit Abgeordneten des Deutschen Bundestages.

Die Deutschen sind skeptisch, wenn es darum geht, mit Technik für eine bessere Zukunft zu sorgen. Nur 26,4 Prozent gehen davon aus, dass sie mehr Probleme löst als sie schafft. Trotzdem lehnen die Deutschen Technik nicht grundsätzlich ab. Sie betrachten sie vielmehr differenziert und sehen, dass den Risiken auch Chancen gegenüberstehen. »Ein Großteil der Befragten will mitreden und sich an der Ausgestaltung von Zukunftstechnologien beteiligen. Mit 73,7 Prozent ist es zum Beispiel einer deutlichen Mehrheit wichtig, dass Technik mit gesellschaftlichen Werten wie Umweltschutz und Gerechtigkeit im Einklang steht. Das ist ein gutes Signal, denn es zeigt, dass Bürgerinnen und Bürger in diesem tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel selbst Verantwortung übernehmen wollen«, sagte Projektleiter Ortwin Renn, Direktor des Potsdamer Institute for Advanced Sustainability Studies, bei der Vorstellung der Studienergebnisse im Hauptstadtbüro der Körber-Stiftung.

Die sich anschließende Debatte mit Abgeordneten aller im Bundestag vertretenen Fraktionen zeigte, welche Möglichkeiten und Grenzen es gibt, aber auch, wie notwendig es ist, Bürgerinnen und Bürger bei der Ausgestaltung von Technologien stärker mitreden zu lassen. Basierend auf seiner langjährigen Forschungserfahrung nannte Renn vier Bedingungen, die zu mehr Vertrauen und Akzeptanz in einzelne Technologien beitragen könnten. Technik müsse als sinnvoll und richtig verstanden werden, der Nutzen müsse die Risiken überwiegen, die Selbstbestimmung und Souveränität des Einzelnen dürfe nicht eingeschränkt werden und eine emotionale Identifikation sei sehr hilfreich.

»Wir brauchen eine stärkere öffentliche Debatte um den Stellenwert, die Gestaltung und die Regulierung technischer Innovationen. Hier wollen wir uns als Körber-Stiftung zukünftig stärker engagieren. Dazu gehört auch, die Stimme der Laien ernster zu nehmen als bisher. Denn sie sind am Ende diejenigen, die die Produkte und Technologien nutzen oder von Ihnen betroffen sind«, betonte Matthias Mayer von der Körber-Stiftung, der das Projekt von Seiten der Stiftung mitverantwortet.


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