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Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble verleiht Deutschen Studienpreis 2019

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble verlieh in Berlin als Schirmherr den Deutschen Studienpreis 2019. Die drei mit je 25.000 Euro dotierten ersten Preise gehen in diesem Jahr an den Wirtschaftswissenschaftler Kilian Huber, den Materialwissenschaftler Frederik Kotz und die Kommunikationswissenschaftlerin Katharina Neumann.

 

Der Wirtschaftswissenschaftler Kilian Huber hat anhand von Wirtschaftsstatistiken nachgewiesen, dass die Finanzkrise im Jahr 2008 nicht nur viele deutsche Banken traf, sondern auch die mit diesen zusammenarbeitenden Unternehmen, die kaum mehr Kredite erhielten. Dies zwang die Firmen, Investitionen zurückzustellen und viele Mitarbeiter zu entlassen. Die Arbeitslosigkeit führte zu Konsumrückgang, der sich regional auch nachteilig auf andere Unternehmen mit gesunden Banken auswirkte. Huber empfiehlt daher, staatliche Krisenhilfen nicht nur den Banken, sondern der gesamten Wirtschaft zukommen zu lassen. Außerdem konnte er zeigen, dass große Banken sich nicht zwangsläufig besonders positiv auf Unternehmen auswirken. Deswegen, so Huber, sollte die Regulierung von Banken anhand ihrer Größe kein Tabuthema darstellen.

Der Materialwissenschaftler Frederik Kotz hat ein Verfahren entwickelt, mit dem sich Glas, ähnlich leicht wie Kunststoff, bei Raumtemperatur formen lässt. Er verwendet dazu ein Gemisch aus winzigen Glaspartikeln und Polymeren, das in beliebige Gussformen gefüllt und darin ausgehärtet wird. Anschließend kommt das feste Material in den Ofen und wird bei Temperaturen von 1100 bis 1300 Grad Celsius »gesintert«. Übrig bleibt das neue High-Tech-Glas, dessen Materialeigenschaften sich nicht von herkömmlichem Glas unterscheiden. Das neue High-Tech-Glas lässt sich sogar mittels 3-D-Druck formen.

Katharina Neumann hat 22 inhaftierte europäische Islamisten interviewt und herausgefunden: Radikalisiert wurden sie durch Propaganda, aber auch durch sensationsheischende Terrorberichterstattung. Neumann entdeckte eine »verheerende Symbiose«: Auf der Suche nach Publikumsaufmerksamkeit dramatisieren viele Medien ihre Islam-Berichterstattung – und tragen damit ungewollt zur weiteren Radikalisierung bei. Diese kann in Terroranschlägen gipfeln, die den Islamisten dann noch höhere Aufmerksamkeit bringt. Zu Neumanns Zielen zählt, »Handlungsempfehlungen für Journalisten« zu entwickeln, die eine solche Radikalisierung nicht nur nicht fördern, sondern ihr aktiv entgegenwirken. Zur Aufklärung hat sie bereits mehrere Workshops mit Journalisten durchgeführt. Weiterhin helfen ihre Befunde, »Gegennarrative« zu entwickeln – »maßgeschneiderte Botschaften«, die etwa Sozialarbeiter für gewaltpräventive Arbeit nutzen können.

weitere Informationen zu den Preisträgern
Deutscher Studienpreis


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