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»Damals vertrieben – bis heute vergessen«

Mit einem starken Plädoyer für eine intensivere Auseinandersetzung mit der Exilgeschichte hat Herta Müller am 23. Mai die Hamburger »Tage des Exils« eröffnet. Im KörberForum sprach sie mit Doerte Bischoff, Leiterin der Walter A. Berendsohn Forschungsstelle für deutsche Exilliteratur.

Im Fokus stand die Bedeutung der Exilerfahrungen für den einzelnen Geflohenen, aber auch für die kollektive Erinnerung an Flucht und Vertreibung. Zudem las Müller aus zwei ihrer Essays, die sich mit ihrer Flucht von Rumänien nach Deutschland und der Bedeutung der Sprache im Exil beschäftigen. »Viele Deutsche verstehen Exil immer als Rettung. Aber das verschleiert die schrecklichen Aspekte«, mahnte Müller an. Seit Jahren setzt sie sich für die Errichtung eines Exilmuseums ein, das an die vielen Menschen, die kamen und gingen um ihre Leben zu retten, erinnern soll.

Ebenfalls eröffnet wurde die Fotoausstellung »Heimat – Hafen – Exil« von dem französischen Fotografen Frédéric Mougenot. Seine Fotos portraitieren Geflüchtete in ihrem neuen Hamburger Umfeld, erzählen ihre Geschichten und blicken auf die Orte, Gegenstände und Erinnerungen, welche die Menschen beim Ankommen begleiten. Die Ausstellung kann noch während der Tage des Exils auf Anmeldung im KörberForum besucht werden.

Der Abend mit Herta Müller markierte den Auftakt der ersten Tage des Exils, die noch bis 5. Juni mehr als 30 Veranstaltungen versammeln, die sich mit der Vergangenheit und Gegenwart von Flucht und Exil beschäftigen – darunter Ausstellungen und Diskussionen, Lesungen und Stadtrundgänge. Die Veranstaltungsreihe ist initiiert von der Herbert und Elsbeth Weichmann-Stiftung und ausgerichtet in Kooperation mit der Körber-Stiftung und weiteren Partnern.  

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Das komplette Programm der Tage des Exils finden Sie online unter www.tagedesexils.de.


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