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Dem demografischen Wandel strategisch begegnen

In den kommenden Jahren wird der demografische Wandel einen Schwerpunkt kommunaler Arbeit in Deutschland bilden. Die Stadt Oldenburg hat dafür bereits ein Team »Strategische Sozialplanung« zusammengestellt. Caroline Oxley, Körber-Stiftung, sprach mit Team-Leiterin Susanne Jungkunz über die anstehenden Aufgaben.

Wenn der Anteil älterer Menschen in unseren Städten und Kommunen steigen wird, müssen Strategien entstehen, die sowohl älteren als auch jüngeren Bürgerinnen und Bürgern gerecht werden. In Oldenburg, jüngstes Mitglied des Netzwerks »Demografiefeste Kommune« der Körber-Stiftung, fasst das Team »Strategische Sozialplanung« – geleitet von Susanne Jungkunz – die Themenschwerpunkte Demografie, Inklusion und Soziales zusammen. »Ziel der neuen Stabsstelle im Amt für Teilhabe und Soziales ist es, zu überprüfen, ob die heutigen kommunalen und sozialen Angebote für eine demografisch gewandelte Gesellschaft von morgen ausreichend sind – und falls nicht, die entsprechenden Weichenstellungen zu ermitteln, um für eine gute Versorgung für alle zu sorgen«, sagt Jungkunz. Caroline Oxley, Programm-Managerin im Bereich Gesellschaft der Körber-Stiftung, wollte Genaueres wissen: über die Pläne der Stadt und den Nutzen des bereichsübergreifenden Bearbeitens von Querschnittsthemen.

Frau Jungkunz, die Stadt Oldenburg hat in diesem Jahr zum ersten Mal an einem Netzwerktreffen teilgenommen. Ein Teil des Treffens widmete sich Methoden der Zusammenarbeit. Welche erscheint Ihnen besonders sinnvoll?

Wir haben mit der Methode des Design-Studios gearbeitet, die ursprünglich aus dem Produkt- und Industriedesign stammt. Dabei wird in Kleingruppen ohne Schere im Kopf drauflos entworfen, präsentiert und konstruktiv kritisiert. So entstand eine Vielzahl an Ideen und Lösungsansätzen, die auch gleich weiterentwickelt werden konnten. Die Methode scheint mir besonders hilfreich, wenn es darum geht, von der Theorie ins Handeln zu kommen. Aber sie hilft auch, wenn sich Beteiligte mit  unterschiedlichen fachlichen Hintergründen einer Aufgabe stellen möchten. Eine ausführliche Anleitung findet sich online.

Warum? Welche Herausforderung löst sie?

Die Teilnehmenden eines Design-Studios arbeiten gemeinsam und interdisziplinär, sodass sich verschiedene Perspektiven gegenseitig befruchten können. Es geht darum, möglichst viele Ideen entstehen zu lassen und diese konstruktiv auf ihre Umsetzbarkeit zu überprüfen – ohne das so oft gehörte »Gute Idee, aber das klappt doch eh nicht!«. Die beste Strategie bleibt wirkungslos, wenn es nicht gelingt, die beteiligten Akteure so zu aktivieren, dass auch wirklich konkrete Maßnahmen entstehen.

Warum sind externe Akteure und Inputs notwendig?

Keine Kommune wird für sich allein demografiefest. Dass gilt sowohl intern für die einzelne Bereiche einer Verwaltung als auch für die beteiligten Stakeholder: Fachleute, Wirtschaft und zivilgesellschaftliche Vertreter. Bei der Bearbeitung einer so gewaltigen Querschnittsaufgabe wie dem demografischen Wandel braucht es vielfältige Impulse, gerade auch von außen, sonst geraten einzelne Aspekte schnell aus dem Blick. Es braucht Akteure, die die guten Erfahrungen und erfolgserprobten Maßnahmen einzelner Kommunen ausfindig machen, festhalten und anderen zugänglich machen. So hat uns beispielsweise der von der Körber-Stiftung und dem Berlin-Institut entwickelte 10-Punkte-Plan zur Umsetzung einer altersfreundlichen Kommune sehr geholfen unsere Strategie für ein generationengerechtes Oldenburg Schritt für Schritt für Schritt auf den Weg zu bringen.

(Für eine altersfreundliche Stadtentwicklung es gibt kein allgemeingültiges Rezept. Die vorgestellten 10-Punkte benennt die Gelingensfaktoren, die in der Planungs- und Umsetzungsphase für alle Kommunen gleichermaßen gelten. Ausführlich sind sie dargestellt in Berlin Institut/Körber-Stiftung: Stadt für alle Lebensalter, (PDF), S. 65.)

Am 13. und 14. März kam das Netzwerk »Demografiefeste Kommune« in Oldenburg zu seinem fünften Treffen zusammen.  Auf dem Programm stand das Thema »Auf dem Weg zur demografiefesten Kommune: Strategien und ihre Umsetzung«. Susanne Jungkunz und Friederike Oltmer vom Amt für Teilhabe und Soziales stellten dabei zusammen mit Oberbürgermeister Jürgen Krogmann und Sozialdezernentin Dagmar Sachse ihre Prozessstrategie für ein generationengerechtes Oldenburg vor.


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