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»Demokratie braucht andere Werte«

In Ostmitteleuropa stellen immer mehr Stimmen das Verhältnis zum Europäischen Projekt in Frage. Es herrscht Skepsis gegenüber den seit 1989 geschaffenen demokratischen Institutionen. Die tschechische Schriftstellerin Radka Denemarková und der slowakische Schriftsteller und Journalist Michal Hvorecký fordern neue europäische Visionen.

»Mit Blick auf Europa erschrecken mich heute vor allem die Entwicklungen in den Ländern Ostmitteleuropas. Was vor wenigen Jahren noch nicht vorstellbar war, ist inzwischen  gesellschaftliche Wirklichkeit geworden: Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus, Sexismus sind wieder da«, sagt Radka Denemarková. Zu schnell werde vergessen, dass die vor drei Jahrzehnten schwer erkämpfte Freiheit keineswegs selbstverständlich sei. Derzeit erlebten wir eine Zeit des ökonomischen Pragmatismus – doch Demokratie braucht andere Werte.

Michal Hvorecký vermisst das »Ideal eines Mitteleuropas, das vermitteln und verbinden wollte«. Zwischen den Samtenen Revolutionen 1989 und der Flüchtlingskrise 2015 habe ein Vierteljahrhundert trügerischer Ruhe gelegen. Heute drifte Ostmitteleuropa wieder gen Osten, es werde verschleppt von Rechtspopulisten – zuweilen in Regierungsverantwortung – die ihrer eigenen Agenda folgten, in die eigene Tasche wirtschafteten, den moralischen Bankrott ganzer Zivilgesellschaften förderten und die Bürger massiver Gehirnwäsche unterziehen würden.

Beide Autoren waren am 28. November im KörberForum zu Gast und diskutieren über »Die verlorene Mitte Europas«.

Zur Position von Radka Denemarková
Zur Position von Michal Hvorecký

 

 


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