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Deutsche und Polen: Gemeinsame Geschichte spaltet die europäischen Nachbarn

Deutsche und Polen sind uneins, inwieweit das Leid und die Opfer, die die Polen im Laufe der gemeinsamen Geschichte erbracht haben, in der internationalen Öffentlichkeit ausreichend anerkannt wurden. Das zeigt das auf dem Körber History Forum vorgestellte »Deutsch-polnische Barometer 2018«. Es zeigt auch: Die Nachbarn scheinen sich kaum zu kennen.

Die repräsentative Untersuchung im Auftrag des Instituts für öffentliche Angelegenheiten, der Körber-Stiftung und der Konrad-Adenauer-Stiftung dokumentiert: 66 Prozent der Deutschen und 70 Prozent der Polen haben das jeweils andere Land nach 1989 noch nie besucht. Insgesamt empfindet mehr als die Hälfte der Polen (56 Prozent) Sympathien für die Deutschen, 29 Prozent der Deutschen erwidern diese positive Einstellung. Dieser Wert fällt auf beiden Seiten der Oder unter den Befragten höher aus, die das jeweils andere Land bereits besucht haben.

Unter denjenigen Deutschen, die nach 1989 regelmäßig in Polen waren, geben 70 Prozent an, dass sie Sympathien empfinden. Die regelmäßigen polnischen Deutschlandbesucher sagen das zu 68 Prozent. Diese Wege persönlicher Annäherung werden durch eine neu aufkeimende Debatte überlagert.

»Angesichts der wechselvollen und an vielen Stellen belasteten gemeinsamen Vergangenheit galt das, was Deutsche und Polen miteinander in und für Europa erreicht hatten, als Erfolgsgeschichte«, sagt Gabriele Woidelko, Leiterin des Bereichs Geschichte und Politik der Körber-Stiftung. »In jüngster Zeit ist es allerdings gerade bei der Auseinandersetzung mit historischen Fragen wieder zu Kontroversen zwischen den Nachbarländern gekommen«, so Woidelko weiter.

Deutsche und Polen sind uneins, inwieweit das Leid und die Opfer, die die Polen im Laufe der Geschichte erbracht haben, in der internationalen Öffentlichkeit ausreichend anerkannt wurden. 50 Prozent der Polen meinen, es habe nicht ausreichend Anerkennung gegeben, in Deutschland sind 17 Prozent dieser Meinung. Hinsichtlich potenzieller Reparationsforderungen an Deutschland, um Polens Verluste im Zweiten Weltkrieg auszugleichen, ist die polnische Gesellschaft gespalten. 46 Prozent sind für Zahlungen, 40 Prozent dagegen. Unter den befragten Deutschen meint mit 76 Prozent die große Mehrheit, dass keine Zahlungen erfolgen und sich die Länder der Kooperation in der EU widmen sollten.

Ausführliche Informationen und Ergebnisse des Deutsch-polnischen Barometers

Pressemeldung

»Deutsch-polnisches Barometer 2018« (PDF)


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