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Deutscher Stiftungstag 2017: Von Zivilgesellschaft bis Digitalisierung

Es ist Europas größter Stiftungskongress. Vom Schwerpunkt Bildung ausgehend thematisierte der Deutsche Stiftungstag in Osnabrück drängende Fragen der Zeit: Der Zusammenhalt der Gesellschaft wurde ebenso diskutiert wie die Auswirkungen der Digitalisierung auf das Lernen. Auch Vertreter der Körber-Stiftung wirkten mit.

Auf dem wichtigsten Jahrestreffen der deutschen Stiftungsszene kamen Stifterinnen und Stifter, Vorstände und Stiftungsmitarbeiter sowie Multiplikatoren in Osnabrück zusammen, um zu lernen, sich auszutauschen und sich zu vernetzen.

Dabei wurde auch die Entwicklung der Zivilgesellschaft mit Blick auf den gesamtgesellschaftlichen Zusammenhalt erörtert. Als Podiumsgast der Veranstaltung »Wie halten wir unsere Gesellschaft zusammen? Aktuelle Herausforderungen an die Zivilgesellschaft« bezog Lothar Dittmer, Vorstandsvorsitzender der Körber-Stiftung, Position: »Deutschland zeichnet sich durch eine in Europa einmalig starke Zivilgesellschaft aus. Über 20.000 Stiftungen, rund eine halbe Million Vereine sowie tausende von gemeinnützigen GmbHs und Genossenschaften sind das organisatorische Rückgrat. Die Freiwilligendienste boomen und die Bereitschaft zum ehrenamtlichen Einsatz ist hoch, was sich in den vergangenen zwei Jahren besonders in der Arbeit mit Flüchtlingen und für sie gezeigt hat.«

»Was passiert, wenn Stiftungen langjährige Projekte beenden oder grundlegend umbauen?«, hieß eine weitere Frage. Mitunter sehen sich Stiftungen dann mit heftiger Kritik konfrontiert oder müssen sich gar Demokratie- und Legitimationsdefizite vorwerfen lassen. Anja Paehlke, Vorstand der Körber-Stiftung, diskutierte darüber, wie man mit öffentlichem Druck und Protesten konstruktiv umgehen kann.

Dass die Digitalisierung unser Leben und dabei insbesondere auch das Lernen verändert, steht außer Frage. Doch was bedeutet das für die Weiterbildung der Zukunft? Julia André, bei der Körber-Stiftung Leiterin des Fokusthema »Digitale Mündigkeit« und Programmleiterin der bundesweiten MINT-Projekte, bot Einblicke in die Aktivitäten der Stiftung.

Insbesondere die Verwaltung und Erhaltung des Stiftungsvermögens ist für Stiftungsorgane eine anspruchsvolle Aufgabe, sind doch die Herausforderung des Vermögensmanagements in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Wie die Körber-Stiftung diese Herausforderungen meistert, erläuterte Thomas Paulsen, Vorstand der Körber-Stiftung.

Auch der philosophische Blick auf die Bildung stand auf dem Programm. Die deutsche Bildungskrise sei nicht nur eine Krise der Institutionen, sie sei primär eine Krise der Ideen, meint Philosoph und Autor Julian Nida-Rümelin. Unseren Bildungsreformen fehle die kulturelle Leitidee. Karin Haist, Leiterin des Bereichs Gesellschaft und Leiterin des Arbeitskreises Engagementförderung im Bundesverband Deutscher Stiftungen, moderierte die Veranstaltung »Philosophie einer humanen Bildung«.

Siehe auch das Interview von Karin Haist mit Julian Nida-Rümelin

Weitere Informationen zum Deutschen Stiftungstag 2017


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