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Meldung

Die staatliche Innovationsstrategie Chinas und ihre Bedeutung für Deutschland

Viel Geld, wenig Ideen? China verteilt hohe Subventionen, um Forschung und Entwicklung heimischer Unternehmen zu fördern. Mit seiner Innovationspolitik ist das Land aber nicht so erfolgreich, wie es sein könnte.

Im Paul-Löbe-Haus des Deutschen Bundestages kamen Abgeordnete mit dem Volkswirt und Finalisten des Deutschen Studienpreises Dr. Philipp Böing zur Veranstaltung »Eine Stunde junge Wissenschaft« zusammen. Hier diskutierten sie über die staatliche Innovationsstrategie in China und ihre Implikationen für Deutschland. China wandelt sich derzeit zu einer innovationsgetriebenen Wirtschaftsmacht: Staatliches Ziel ist es, bis 2050 zu einem der global führenden Länder im Bereich Wissenschaft und Technologie zu werden. Schon jetzt meldet China weltweit die meisten Patente an, wird voraussichtlich 2020 bei Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen führend sein und ist darüber hinaus bereits Deutschlands wichtigster Handelspartner. Insgesamt, so der Wirtschaftswissenschaftler Dr. Philipp Böing, muss der Beitrag staatlicher Instrumente beim wirtschaftlichen Aufstieg des Landes allerdings kritisch beleuchtet werden. Zwar wird viel staatliches Geld für Forschung und Entwicklung zur Verfügung gestellt, dieses stimuliere die F- und E-Investitionen der Unternehmen selbst jedoch nicht im möglichen Umfang. Insgesamt zeige die Industriepolitik zwar Wirkung, sei aber nicht wirklich effizient. Ihre Folge sei u.a. eine Inflation von Patentanmeldungen, bei der die Quantität nicht der Qualität entspreche. Verbesserte Rahmenbedingungen für die kreative Entwicklung neuer Ideen bleiben bisher aus.

Nach einem kurzen Impulsvortrag des Referenten folgte eine angeregte Diskussion mit den Abgeordneten, die sowohl die chinesischen Produktivitätszuwächse im weltweiten Vergleich behandelte als auch Strategien gegenüber der chinesischen Investitionspolitik im Ausland und die Dringlichkeit einer größeren Asienexpertise in Deutschland.

Unter dem Titel »Eine Stunde junge Wissenschaft« sind Abgeordnete des Deutschen Bundestags und des Berliner Abgeordnetenhauses regelmäßig eingeladen, mit Finalisten und Preisträgern des Deutschen Studienpreises über deren Forschungsergebnisse zu diskutieren. Die Veranstaltungsreihe findet in Kooperation mit dem Vorsitzenden des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung Ernst-Dieter Rossmann statt.


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