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Die »Engagierte Stadt« Neustadt koordiniert Nachbarschaftshilfen

Seit 2015 gehört das Freiwilligenzentrum »mach mit!« im mittelfränkischen Neustadt zum Netzwerksprogramm »Engagierte Stadt«. Statt Projekte fördert das Programm lokale Kooperationen. Dieser Ansatz passe perfekt zu den bestehenden Nachbarschaftshilfen, meint Agatha Ludwig, die Koordinatorin der Neustädter Initiativen.

Dorothea Hübner und Agatha Ludwig stehen im Besprechungsraum des Freiwilligenzentrums »mach mit!« im mittelfränkischen Neustadt (Aisch) vor einer Karte ihres Landkreises. Die Leiterin des Freiwilligenzentrums und die Koordinatorin für Nachbarschaftshilfen kommen hier regelmäßig zusammen, um über den Stand »ihres« Netzwerks von Nachbarschaftshilfen zu sprechen. Kleine neonfarbene Klebepfeile zeigen an, wo es mittlerweile Nachbarschaftshilfen gibt. Es sind diverse Initiativen, verteilt über den gesamten Landkreis, die sie unterstützen und vernetzen. Die beiden Frauen fahren mit ihren Fingern über die verschiedenen Orte und diskutieren die Situation bei den jeweiligen Hilfen. Trotz aller nach außen getragenen Bescheidenheit spürt man, dass sie auf ihre Aufbauarbeit auch etwas stolz sind – zu Recht.

Dorothea Hübner erzählt von ihrer täglichen Arbeit: »Neulich erreichte uns die Anfrage einer 86-jährige Frau. Sie ist noch ganz fit, kann aber nicht mehr so gut Heben und Tragen. Der erste Nachtfrost wird vorhergesagt und ihr Oleander stehe noch draußen – ob ihr da nicht jemand helfen könne. Das konnten wir natürlich vermitteln. Und aus solchen vermeintlich kleinen Anfragen entstehen dann dauerhafte Beziehungen, neben natürlich gelegentlichen Hilfestellungen.« Dies ist ein typischer Fall von Nachbarschaftshilfe: Hierbei handelt es sich um in der Regel unentgeltliche Hilfe oder Unterstützung, um individuelle Bedürfnisse oder Notlagen bewältigen zu können – kleine Hilfestellungen, die auch ein guter Nachbar tun würde. Manche Nachbarschaftshilfen bieten darüber hinaus noch gesellschaftliche Angebote wie Treffen, Feste oder Ausflüge an. Ein solches Hilfs- und Geselligkeitsangebot stellt gerade für ältere Menschen eine wertvolle Unterstützung dar, um einer Vereinsamung vorzubeugen.

Dass die Nachbarschaftshilfen in Landkreis Neustadt an der Aisch heute so gut aufgestellt sind, ist auch das Produkt harter und zäher Arbeit. 2014 begann Dorothea Hübner mit ihrem Vorhaben, in Zusammenarbeit mit dem Regionalmanagement Nachbarschaftshilfen im Landkreis neuen Auftrieb zu geben. Doch sie merkte schnell: Die einzelnen Initiativen arbeiten eher nebeneinander, anstatt sich zu koordinieren und Synergien zu nutzen. »Da wurde mir klar, dass es einer Förderung und Vernetzung bestehender und neuer Initiativen sowie eine abgestimmte Zusammenarbeit aller involvierten Akteure bedarf«. Unter dem Label »Über Zaun und Grenzen« startete sie daher ein Netzwerk für Nachbarschaftshilfen für alte und neue Nachbarn.

»Mit der Unterstützung des Netzwerksprogramms ‚Engagierte Stadt‘ war es viel besser möglich, die bestehenden Nachbarschafshilfen zu vernetzten, neue in ihrer Gründungsphase zu beraten und auch ein gemeinsames Qualifizierungs- und Weiterbildungsangebot einzurichten«, sagt Agatha Ludwig. Sie zeigt auf der Landkreis-Karte auf einen Bereich, in dem noch keine Klebepfeile Nachbarschaftshilfe-Initiativen anzeigen. »Aber es gibt noch viel zu tun«, fügt sie lächelnd hinzu.

zum Projekt »Engagierte Stadt«


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