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  • Helmut Schmidt und Kurt Körber verband eine langjährige Freundschaft<br />(Foto: Körber-Stiftung)

  • Kurt Körber, Loki Schmidt, Rolf Liebermann und Helmut Schmidt (v.l.) auf einem Ball in der Hamburgischen Staatsoper<br />(Foto: Körber-Stiftung)

  • - Meldung

    Die Körber-Stiftung trauert um Helmut Schmidt

    Helmut Schmidt begleitete über viele Jahre die Arbeit der Körber-Stiftung. Zu Kurt Körber entwickelte er eine intensive Freundschaft. Die Stiftung blickt mit Respekt auf das gesellschaftliche und politische Vermächtnis des Altkanzlers und verneigt sich vor einer großen Persönlichkeit.

    Helmut Schmidt und Kurt A. Körber lernten sich 1949 kennen und für Schmidt war Körber »einer der wenigen Hamburger Unternehmer, die nichts mit Schifffahrt und Hafen zu tun hatten.« Ab den sechziger Jahren entwickelte sich eine tiefe Freundschaft zwischen beiden, die auch Schmidts Ehefrau Loki mit einschloss. Im Vorwort zu einer Körber-Biografie schrieb Schmidt: »Körber war ein begeisterungsfähiger Idealist, aber zugleich ein kritischer politischer Mensch, dem seine bürgerliche Mitverantwortung für das deutsche Gemeinwesen sehr bewusst gewesen ist«.

    Kurt Körber seinerseits bezeichnete Helmut Schmidt als einen seiner ältesten Hamburger Freunde. Er habe ihn kennengelernt, als er noch ein kaum beachteter Abgeordneter gewesen sei. »Helmut Schmidt hat vor allem bei der Gründergeneration der Bundesrepublik den richtigen Ton getroffen.« Das habe ihm den Aufstieg zum Innensenator der Hansestadt Hamburg, später zum Bundesminister der Finanzen und zum Bundesverteidigungsminister ermöglicht. »Als Bundeskanzler von 1974 bis 1982 hatte er etwas überparteilich Vernünftiges: Was ihm in der eigenen Partei das Leben schwer machte, hat ihn zugleich weit darüber hinaus getragen.«

    Die Verarbeitung der Kriegsschrecken, vermutete der Unternehmer Körber, seien nicht nur ihm selbst, sondern auch Helmut Schmidt zu einer Quelle der Kraft geworden. Dazu sei ein Schaffens- und Gestaltungsdrang gekommen, der bei Schmidt allerdings mehr im Analysieren als im »Machen« seinen Ausdruck gefunden habe. »Schmidt, der ‚Macher‘ war eine nützliche öffentliche Fehleinschätzung. Schmidt, der glasklare Analytiker, ist die Realität.«

    Im Rückblick auf ihren Gedankenaustausch erinnerte sich Körber: »Ich weiß nicht zu sagen, wer in unserer langen Freundschaft mehr der Gebende und mehr der Nehmende war. Über die Jahre hat sich das wohl ausgeglichen.« In einem Gespräch mit Körber, gegen Ende seiner Kanzlerschaft, warf Schmidt die Frage auf, was von ihm politisch bleiben werde. Für den Unternehmer und Stifter stand fest, dass Schmidt Hervorragendes geleistet habe. Er werde als bedeutender Staatsmann in die Geschichte eingehen.


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