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eCommemoration
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    Virtuelles Auschwitz? Über die zukünftige Auseinandersetzung mit dem Holocaust

    Kann ein immersives Erlebnis eines "virtuellen Auschwitz" einen Besuch in der Gedenkstätte des Konzentrationslagers ersetzen? Diese Frage stand im Mittelpunkt der ersten eCommemoration Switchboard-Veranstaltung, die im Rahmen des digitalen Körber History Forum 2021 stattfand.

    Der technologische Fortschritt und die digitale Allgegenwart der Vergangenheit verändern in rasantem Tempo die Erinnerungslandschaften, in denen unsere Gesellschaften das Erbe der Vergangenheit erforschen, inszenieren und reflektieren. Den Möglichkeiten der Digitalisierung stehen Fragen der historischen Authentizität und der Einzigartigkeit historischer Erfahrung gegenüber, insbesondere wenn diese Orte berühren, die für das Verständnis der Gewaltgeschichte des 20. Jahrhunderts zentral sind.

    Ausgangspunkt für die Diskussion war das 360° Video „Inside Auschwitz“, das der WDR 2017 veröffentlichte und so dreidimensionale Einblicke in die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau ermöglicht und Berichte dreier Zeitzeuginnen festhält

    Wie können digitale Werkzeuge genutzt werden, um ein breiteres und jüngeres Publikum anzusprechen und für die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit zu gewinnen? Und wie gehen wir mit den digitalen Darstellungen einer scheinbar authentischen Vergangenheit um? Die beiden Referenten Christian Kuchler (RWTH Aachen) und Tomasz Michaldo (Gedenkstätte und Museum Auschwitz-Birkenau) diskutierten diese Fragen zusammen mit den geladenen Gästen.

    Dies war die erste eCommemoration Switchboard-Veranstaltung. Mit diesem Veranstaltungsformat bringen wir Expert/innen und Praktiker/innen zusammen, die sich generations-, länder- und berufsübergreifend über die Chancen und Gefahren des digitalen Gedenkens austauschen.

    Unsere Referenten

    Christian Kuchler ist seit 2012 Professor für die Didaktik der Gesell-schaftswissenschaften an der RWTH Aachen, für die er außerdem von 2015 bis 2019 als Vorstandsvorsitzender des Lehrerbildungszentrums tätig war. Zuvor bekleidete er Positionen an der Ludwig-Maximilians-Universität München und an der Universität Regensburg. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die Wirksamkeit von Geschichtsunterricht, die Relevanz schulischer Gedenkstättenexkursionen und der Me-dieneinsatz beim historisch-politischen Lernen. Er hat zahlreiche Publikationen zu diesen Themen verfasst. Zu seinen jüngsten Veröffentlichungen gehört „Lernort Auschwitz“ (2021).

    Tomasz Michaldo ist Leiter der Abteilung für die Methodologie von Führungen der Gedenkstätte und des Museums Auschwitz-Birkenau, wo er seit 2013 für die Entwicklung und Koordination von Führungen verantwortlich ist und derzeit an der Konzeption von virtuellen Führungen arbeitet. Er studierte Geschichte mit einer Spezialisierung in Jüdischen Studien und absolvierte einen Master in Museumskunde an der Jagiellonen-Universität in Krakau.

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