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Erster »Baltic Sea Youth Dialogue« startet in Estland und Russland

Am 10. September startete der erste »Baltic Sea Youth Dialogue« in Estland. Das Seminar ist eine Kooperation der Körber-Stiftung mit dem Ostseerat und wird vor Ort vom Narva College betreut. Das Thema: »Europa in Bewegung – Geschichte und Zukunft von Grenzen und Identitäten«

Damit beschäftigen sich 25 Jugendliche aus 12 verschiedenen Ländern an der estnisch-russischen Grenze. Unter den Teilnehmern sind 17 Preisträger des europäischen Geschichtsnetzwerks EUSTORY.

Die jungen Europäer diskutieren dabei über die Bedeutung gemeinsamer Grenzen, über Grenzverschiebungen in Vergangenheit und Gegenwart sowie über mögliche zukünftige Entwicklungen in der Ostseeregion. Dazu treffen sie unter anderem den estnischen Bildungs- und Forschungsminister Jevgeni Ossinovski sowie Vertreter der estnischen und russischen Lokaladministration.

Die Nachbarstädte Narva (Estland) und Ivangorod (Russland) bieten einen idealen Standort, das Thema auf lokaler, regionaler und europäischer Ebene zu betrachten. Der Fluss Narva trennt nicht nur die beiden Städte, sondern bildet aktuell auch die Schengen-Grenze zwischen der Europäischen Union und Russland. Somit können die Teilnehmer aus eigenen Erfahrungen und Beobachtungen beiderseits des Flusses lernen, was eine Grenzregion heute ausmacht.

Während des Programms sollen die Jugendlichen besonders den Einfluss unterschiedlicher Kulturen auf die Identität der Menschen untersuchen. Besuche bei lokalen Institutionen und Diskussionen mit Experten aus weiteren baltischen Staaten helfen ihnen dabei. Unter ihnen wird beispielsweise der Stellvertretende Generaldirektor des Ostseerates sein, der den Teilnehmern historische und gegenwärtige Aspekte der Zusammenarbeit im Ostseeraum näher bringt.

Bei Treffen mit den Bürgermeistern beider Städte können die jungen Europäer die unterschiedlichen Sichtweisen beiderseits der Grenze erforschen. Denn während der EU-Beitritt vor zehn Jahren Estland viele Vorteile brachte, verstärkte er die Differenzen in der Region, die in den vergangenen Jahrhunderten von einer wechselvollen Geschichte und unterschiedlichsten Herrscherhäusern geprägt wurde .

Zusätzliche Einblicke in die kulturelle Vielfalt und den regionalen Dialog im Baltikum bekommen die Jugendlichen bei Treffen mit Journalisten der Lokalpresse, der russischen Generalkonsulin in Narva oder dem deutschen Botschafter in Tallinn. Diese Gespräche und eigene Forschungsarbeit sollen der Ausgangspunkt sein, historische und aktuelle Herausforderungen der Region zu erörtern.

Im Laufe der Woche werden sich die Jugendlichen auch intensiv mit der Zukunft baltischer Identität auseinandersetzen. Ihre Ideen und Visionen halten sie in Bildern auf Instagram fest und stellen diese in einer eigenen virtuellen Ausstellung zusammen. »Balticeye« wird auf einer separaten Website ab 01. Oktober 2014 zu sehen sein.

Das Netzwerk EUSTORY regt junge Europäer zur gemeinsamen Auseinandersetzung mit zentralen Gegenwartsfragen der europäischen Geschichte an und verbindet zivilgesellschaftliche Organisationen in 25 Ländern Europas, die nationale Geschichtswettbewerbe durchführen. Über 170.000 Jugendliche haben sich bislang an den Wettbewerben beteiligt, rund 1.000 von ihnen nahmen bisher an europäischen EUSTORY-Begegnungen teil.


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