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    Europa muss die Chance für einen Neustart ergreifen – jetzt

    In einem Gastbeitrag im »Tagesspiegel« schreibt Felicitas von Loë von der Körber-Stiftung: Wer am 20. Januar 2021 seinen Amtseid als 46. Präsident der USA leistet, wird nicht nur die Zukunft der Vereinigten Staaten bestimmen. Mit Joe Biden zieht ein Präsident ins Weiße Haus ein, der auch das transatlantische Bündnis schätzt und erneuern möchte.

    Sicherlich wird auch der ehemalige Vizepräsident keine Rückkehr zu der vortrumpschen Zeitenwende einläuten. Dafür haben sich die geopolitischen Kräfteverhältnisse auf der Weltbühne zu sehr verschoben. Und doch käme ein Präsident ins Amt, der so transatlantisch geeicht ist, wie man es sich auf dem alten Kontinent nur wünschen könnte. Sein Essay Why America must lead again skizziert dies eindrücklich. In den frühen Novembertagen zeichnete sich in aller Deutlichkeit ab: Das transatlantische Verhältnis und mit ihm Europas Zukunft stand zur Wahl. 

    Ob sich das transatlantische Verhältnis bessert, hängt maßgeblich auch von Europa ab. Europa tat gut daran, nicht auf die rettende Nachricht aus Washington zu warten. Noch vor dem 20. Januar muss Europa bereits jetzt konzeptionelle und konkrete Vorschläge erarbeiten, um beiden Seiten möglichst rasch erste Erfolge zu ermöglichen. Die Transatlantic Task Force hat eine Vielzahl an konkreten Maßnahmen vorgeschlagen, darunter in den Politikfeldern Sicherheit, Klimawandel und technologischer Transformation. Wenn etwa, wie Marietje Schaake dies fordert, demokratische Staaten ihre Kompetenzen bündeln würden, um ihre technologische Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, wäre dies ein wichtiger Schritt. Auch die Entwicklung und Verteilung des COVID-19-Impfstoffs als transatlantische Aufgabe zu definieren, wäre eine bedeutsame Maßnahme, um von transatlantischer Koordination zur Kooperation zurückzukehren. 

    Dies ist ein Auszug aus einem Gastbeitrag im »Tagesspiegel«, den gesamten Artikel finden Sie hier.

    Felicitas von Loë ist als Programm-Managerin im Bereich Internationale Politik der Körber-Stiftung tätig. Zuvor arbeitete sie im Europa Programm des German Marshall Fund of the United States und am Deutschen Historischen Institut in Paris.