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#30PostSovietYears

Ein Zerfall mit Folgen: Am 8. Dezember 1991 löste sich die Sowjetunion offiziell auf. Der größte sozialistische Staat, der über fast sieben Jahrzehnte das heutige Russland, Belarus, Moldawien, die Ukraine, den Kaukasus sowie die Republiken im Baltikum und Zentralasien umfasste, konnte seine Macht nicht mehr halten. Dreißig Jahre später sind die Spätfolgen des Zerfalls noch immer sicht- und spürbar: Sie zeigen sich auf der politischen Landkarte und im Kräftegefüge der Weltpolitik – aber auch im Alltag einer post-sowjetischen und post-sozialistischen Generation, die diese Zeit nicht miterlebt hat.

Wie jene Vergangenheit den Alltag der jungen Generation noch heute beeinflusst, zeigen 19 junge Menschen zwischen 18 und 24 Jahren aus 13 post-sozialistischen und post-sowjetischen Ländern: Im Rahmen des Digitalprogramms »#30PostSovietYears: Phantom Pasts or Everyday Present?« sind sie in ihren Heimatorten auf Spurensuche gegangen und haben das Zusammenspiel von Vergangenheit und Gegenwart mit der Kamera festgehalten.

Ein Projekt in Kooperation mit dem Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS) und der Friedrich-Ebert-Stiftung Moskau (FES)

Eine Auswahl der digitalen Ausstellung finden Sie hier.

Nicht verpassen: unsere Veranstaltung »Eine Reise gen Osten« zur Zäsur und ihren Folgen am 07.12., 19.00 Uhr, live im KörberForum und im LiveStream.

zur Veranstaltung

Kontakt

Katja Fausser
Programmleiterin
EUSTORY

+49 • 40 • 80 81 92 - 154
fausser@koerber-stiftung.de

Facebook @eustory

Melina Heinze
Programm-Managerin
EUSTORY

+49 • 40 • 80 81 92 - 164
heinze@koerber-stiftung.de

Impressionen

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  • Sowjetische Spuren im Alltag

    Die sowjetische Vergangenheit verstehen, bedeutet für Mariia, 21, aus Russland/Moskau, die Prägungen und Werte ihrer Angehörigen zu entschlüsseln, die in der UdSSR aufgewachsen sind.

    Im Rahmen des Programms legt sie ihren Fokus auf die Gegenstände und Orte, die sie täglich begleiten: Ein Glas, in dessen Musterung sich die 16 Sowjetrepubliken widerspiegeln, ein Arbeitsplatz in der Uni, der Eingangsbereich der Russischen Staatsbibliothek und ein Café, in dem der sowjetische Diktator Josef Stalin neben Che Guevara die Wand schmückt. Jene Omnipräsenz der sowjetischen Vergangenheit liefert Mariia so einige Erklärungsansätze für die Gegenwart.

    Fotos: Mariia/Körber-Stiftung, FES, ZOiS

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  • Auf der Suche nach Identität

    »Am I as Soviet as my grandma, despite the fact that I was born when the USSR was already 9 years out of existence? I don't know.« Anastasia, 20, kommt aus Russland/St. Petersburg.

    Seit sie denken kann, versucht Anastasia, die Entwicklungen in ihrem Land zu verstehen – und damit ihre eigene Herkunft und Wurzeln. Die Hinterlassenschaften des sowjetischen Systems prägen den öffentlichen, aber auch ihren eigenen privaten Raum noch immer enorm: Insbesondere Josef Stalin, aber auch andere sowjetische, als Nationalhelden verehrte Schlüsselfiguren, begegnen ihr im Alltag jeden Tag aufs Neue – und geben ihr eine Ahnung von der Bedeutung der Vergangenheit für ihre Gegenwart.

    Fotos: Anastasia/Körber-Stiftung, FES, ZOiS

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  • Architektonische Spurensuche

    Petar, 23, aus Serbien/Belgrad, erkundet und fotografiert alte, verlassene Gebäude und Gegenden in seiner Stadt. Viele architektonische Spuren stammen aus der Zeit des Sozialismus, der in Jugoslawien ab den späten 1960er Jahren zunehmend eine Sonderform annahm.

    Für Petar haben jene Relikte der Vergangenheit auch eine persönliche Bedeutung: Die jugoslawische, dem Westen vermehrt zugewandte Außenpolitik Josip Titos, der in der älteren Generation bis heute als Nationalheld gilt, ermöglichte das Zusammentreffen seiner Großeltern. Deren Pfaff-Nähmaschine symbolisiert für Petar bis heute das Nebeneinander von Ost und West – im ehemaligen Jugoslawien ebenso wie in seiner eigenen Familie.

    Fotos: Petar/Körber-Stiftung, FES, ZOiS

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  • Die geteilte Stadt

    Hanna, 20, ist nahe Görlitz, der östlichsten Stadt Deutschlands, aufgewachsen. Nach dem Zweiten Weltkrieg zählte Görlitz zur sowjetischen Besatzungszone. Durch die Westverschiebung Polens wurde die Stadt 1945 durch die Lausitzer Neiße in einen deutschen und einen polnischen Teil getrennt.

    Heute verbindet eine Fußgängerbrücke die polnische und deutsche Seite miteinander – anders als zu Zeiten der DDR, in der ein einfacher Übertritt in den »sozialistischen Bruderstaat« Polen nicht so einfach möglich war.

    Fotos: Hanna/Körber-Stiftung, FES, ZOiS

    Alle Ergebnisse der digitalen Ausstellung

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