• Erstpreisträgerin Ruth Pérez Castro aus Spanien<br />(Foto: Juan Jesús / Centro Imagen)

  • Preisträger und Mitwirkende des ersten gesamt-iberischen EUSTORY-Geschichtswettbewerbs<br />(Foto: Juan Jesús / Centro Imagen)

  • Ignacio Herrera de la Muela, Direktor des spanischen EUSTORY-Netzwerkpartners »Real Maestranza de Caballeriá de Ronda«<br />(Foto: Juan Jesús / Centro Imagen)

  • - Meldung

    Erste Preisverleihung des iberischen EUSTORY-Wettbewerbs

    Im November 2014 fand erstmals eine gesamt-iberische Preisverleihung des von der Körber-Stiftung initiierten und koordinierten EUSTORY-Geschichtsnetzwerks in Ronda statt.

    Der portugiesische Geschichtslehrerverband, »Associação de Professores de História«, hatte in diesem Jahr erstmalig einen Wettbewerb zusammen mit dem spanischen EUSTORY-Netzwerkpartner »Real Maestranza de Caballeriá de Ronda« ausgeschrieben. Für die Spanier war es bereits ihre siebte Wettbewerbsrunde im Rahmen von EUSTORY.

    So wie beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten werden auch bei dem iberischen Wettbewerb Jugendliche dazu ermutigt, sich selbständig anhand von Quellen mit Geschichte auseinanderzusetzen und ein eigenes historisches Forschungsprojekt durchzuführen. Durch das gemeinsame Thema »Amerika« wurden die Teilnehmer dazu angeregt, nach Spuren iberischen Einflusses in Nord- und Südamerika oder nach amerikanischen Einflüssen auf der iberischen Halbinsel zu suchen. Die Forschungsprojekte sollten möglichst Themen aus der näheren Umgebung der Schüler behandeln. Mehr als einhundert Beiträge wurden dazu von Jugendlichen aus Spanien, Portugal, Argentinien, Kolumbien und Peru eingereicht. Häufig stand bei den Arbeiten die Migration der Familien der Teilnehmer aus Europa nach Südamerika im Mittelpunkt.

    So hat auch die diesjährige Erstplatzierte, Ruth Pérez Castro, über die Einwanderung ihrer Familie in die Dominikanische Republik unter Einfluss der rassistischen Einwanderungspolitik des Diktators Trujillo geschrieben. Vier zweite Plätze wurden an Schülerinnen und Schüler aus verschiedensten Teilen Spanien vergeben: Sevilla im Süden des Landes, Alcoy (Alicante) im Osten, Ponferrada (León) im Nordwesten und Baztán (Navarra) an der Grenze zu Frankreich. Unter den Zweitplatzierten befand sich auch eine länderübergreifende Gruppe bestehend aus spanischen und amerikanischen Schülerinnen und Schülern. Ihr gemeinsamer Beitrag beschäftigt sich mit geschichtlichen Zusammenhängen des spanischen Tals von Baztán und Amerika. Das Tal in den Pyrenäen war einst Heimat von so genannten »Indianern«, Rückkehrern aus Amerika, die große Vermögen aus Übersee mitbrachten und zur Umwandlung ihrer Heimat aufwanden.

    Die dritten Preise wurden Schülerinnen und Schülern aus Calahorra (La Rioja), Aldaya (Valencia), sowie Lissabon (Portugal), La Coruña (Galizien) und Corvera (Asturien) verliehen. Maria Fernanda aus Lissabon ist die erste portugiesische Preisträgerin. Ihre Arbeit zum Thema »Brasilien. Entdeckung, Migration und aktuelle Beziehungen zu Portugal« zeichnet sich besonders durch hervorragende Interviews mit Zeitzeugen sowie eine aufwendige Videoproduktion aus und fand große Anerkennung bei der Jury.

    Ignacio Herrera de la Muela, Direktor des spanischen EUSTORY-Netzwerkpartners »Real Maestranza de Caballeriá de Ronda«, lobte die vielfältige Teilnahme an diesem grenzübergreifenden Wettbewerb als großen Erfolg. Auch der nächste gesamt-iberische Wettbewerb in 2014/2015 wird sich mit dem Thema »Amerika« beschäftigen. Bis zum 17. August 2015 können 14- bis 21-jährige Schülerinnen und Schüler aus Spanien, Portugal und Amerika ihre Beiträge, entweder einzeln oder in Gruppen, einreichen.

    Das Netzwerk EUSTORY regt junge Europäer zur gemeinsamen Auseinandersetzung mit zentralen Gegenwartsfragen der europäischen Geschichte an und verbindet zivilgesellschaftliche Organisationen in 25 Ländern Europas, die nationale Geschichtswettbewerbe durchführen. Über 170.000 Jugendliche haben sich bislang an den Wettbewerben beteiligt, rund 1.000 von ihnen nahmen bisher an europäischen EUSTORY-Begegnungen teil.