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EUSTORY
  • Tel Aviv/Jaffa<br />(Foto: Körber-Stiftung)

  • Erstpreisträgerin Dorin Rottenshtreich Robin<br />(Foto: Körber-Stiftung)

  • Preisträger nach der Preisverleihung<br />(Foto: Hila Shalem Baharad/Zalman Shazar Center)

  • - Meldung

    Erste Preisverleihung des israelischen EUSTORY-Geschichtswettbewerbs

    Rund 60 Preisträger, Vertreter des Bildungsministeriums, Wissenschaftler und Gäste kamen am 26. Juni im Zalman Shazar Zentrum für jüdische Geschichte in Jerusalem zur ersten Preisverleihung des israelischen Geschichtswettbewerbs zusammen.

    Der Wettbewerb ist seit Ende 2013 Mitglied des von der Körber-Stiftung initiierten EUSTORY-Netzwerks. »Das Bild des Anderen im Spiegel der Geschichte« lautete das Thema der ersten Runde, an der sich israelische Schüler im Alter von 13-18 Jahren mit über 40 Beiträgen beteiligten. Die thematische Bandbreite der eingereichten Arbeiten war groß und reichte von einer Untersuchung jüdisch-christlicher Verständigung im Mittelalter über eine Arbeit zur Bevölkerungsgeschichte von Tel Aviv im Ersten Weltkrieg bis hin zu einer Studie zu den Biografien der Kinder des Ghettos von Theresienstadt.

    Eli Lederhendler, Vorsitzender der Jury, Professor für jüdische Geschichte und Leiter der Geschichtsfakultäten der Hebräischen Universität Jerusalem, zeigte sich in seiner Eröffnungsrede bei der Preisverleihung beeindruckt von der Qualität der eingereichten Beiträge, von denen manche im Niveau vergleichbar waren mit wissenschaftlichen Arbeiten von Studierenden im Fach Geschichte.

    Den ersten Preis in der Altersgruppe der 16-18 Jährigen erhielt Dorin Rottenshtreich-Robin aus Tel Aviv für eine Arbeit über die Einwanderung und Integration von Flüchtlingen aus den muslimischen Ländern im Nahen Osten und Holocaustüberlebenden in Israel zwischen 1948-1951. Durch Gespräche mit ihrem Großvater und Recherchen in Zeitungsartikeln der damaligen Zeit verschaffte sie sich ein Bild über die Lebensumstände der Menschen in Israel zu Beginn der 50er Jahre und die  Sparmaßnahmen-Politik des Landes. Die Bevölkerung des Landes hatte sich innerhalb von nur drei Jahren durch die massive Einwanderung von Überlebenden aus Europa verdoppelt und die Regierung musste strenge Rationierungsmaßnahmen durchsetzen, um die Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten. Die Erstpreisträgerin präsentierte ihre Forschungsergebnisse im Rahmen einer kurzen Rede während  der Preisverleihung.

    Getragen wird der Wettbewerb vom Zalman Shazar Zentrum für jüdische Geschichte, das 1973 von der israelischen Historikervereinigung gegründet wurde und sich der Vermittlung historischer Themen von der Wissenschaft in die Gesellschaft hinein verschrieben hat. Zvi Yekutiel, Geschäftsführer des Zalman Shazar Zentrums, betonte auf der Preisverleihung die Bedeutung des israelischen Geschichtswettbewerbs für eine neue Kultur der Geschichtsvermittlung in der jungen Generation. Darüber hinaus unterstrich er, wie wichtig die Einbindung des Wettbewerbs in das europäische EUSTORY-Netzwerk mit Blick auf einen offenen Dialog über die  Bedeutung der Vergangenheit für die Gegenwart der europäisch-israelischen Beziehungen sei.

    Das Netzwerk EUSTORY regt junge Europäer zur gemeinsamen Auseinandersetzung mit zentralen Gegenwartsfragen der europäischen Geschichte an und verbindet zivilgesellschaftliche Organisationen in 24 Ländern Europas, die nationale Geschichtswettbewerbe durchführen. Über 156.000 Jugendliche haben sich bislang an den Wettbewerben beteiligt, rund 850 von ihnen nahmen bisher an europäischen EUSTORY-Begegnungen teil.

    Informationen zum isralischen EUSTORY-Wettbewerb
    auf der EUSTORY-Website (in englischer Sprache)

    Zur Website des israelischen EUSTORY-Wettbewerbs
    (in hebräischer Sprache)


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