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EUSTORY
  • Gabriele Woidelko<br />(Foto: Körber-Stiftung /<br />David Ausserhofer)

  • Meldung

    Junge Europäer halten Frieden auf dem Balkan für trügerisch

    Auch 25 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs halten junge Europäer den Frieden auf dem Westlichen Balkan immer noch für trügerisch. Soziale und ethnische Spannungen in Kombination mit Skepsis und Enttäuschung gegenüber der Europäischen Union seien ein explosives Gemisch.

    Dies gild besonders für Bosnien und Herzegowina. Wie weit ist der Versöhnungs- und Integrationsprozess auf dem Westlichen Balkan wirklich gediehen? Welche Rolle spielt die Instrumentalisierung der Vergangenheit für die Gegenwart? Und wie wird sich die Äußerung des designierten EU-Kommissionspräsidenten Juncker, die EU brauche eine Pause in ihrem Erweiterungsprozess, auf den Westlichen Balkan auswirken?

    Antworten auf diese Fragen suchen nicht nur Politikanalysten und Experten, sondern auch junge Europäer aus dem EUSTORY-Netzwerk und dem FutureLab Europe, die sich über Zukunftsperspektiven für die Region und auch über ihre eigene Zukunft Gedanken machen. »In Regionen, deren Gesellschaften in jüngerer und jüngster Vergangenheit von Konflikten und kriegerischen Auseinandersetzungen geprägt wurden, ist der zivilgesellschaftliche Dialog  unter aktiver Einbindung der jungen Generation besonders wichtig. Von der Zivilgesellschaft im Allgemeinen und von jungen Menschen im Besonderen wird oft erwartet, dass sie einen Beitrag zum sozialen Zusammenhalt und zum grenzübergreifenden Dialog leisten. Wenn das passieren soll, dann muss die (junge) Zivilgesellschaft aber auch entsprechend unterstützt, gehört und einbezogen werden«, so Gabriele Woidelko, Europa-Expertin der Körber-Stiftung.

    Haris Huremagić, Preisträger aus dem EUSTORY-Netzwerk mit österreichisch-bosnischen Wurzeln: »Die ethnische Unterteilung des politischen Systems in Bosnien und Herzegowina führt zu einer Blockade des Landes. 100 Jahre nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs ist es an der Zeit, aus der Geschichte zu lernen, um die europäische Idee in Bosnien und Herzegowina zu stärken. In diesem Sinne kann es helfen, sich das Habsburgerreich mit seiner supranationalen Verwaltungsstruktur als das europäischste aller Vielvölkerreiche in der Vorkriegszeit zum Vorbild zu nehmen. Die Europäische Union muss die Bedeutung des Balkan als ehemalige Konfliktregion für eine sichere europäische Zukunft erkennen.«

     


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