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    Demokratie leben, Konflikte aushalten

    Die Corona-Pandemie ist eine Herausforderung für die Demokratie – und für den Zusammenhalt der Gesellschaft, hierzulande und anderswo. Doch was heißt »demokratisches Miteinander« in der Praxis? Welches Handwerkszeug braucht es, um auch über nationale Grenzen hinweg solidarisch und demokratisch zu handeln?

    »Warum funktioniert unsere Demokratie nicht so, wie wir sie uns wünschen? Wie können wir dafür sorgen, dass sie besser funktioniert?« Jene Frage beschäftigt nicht nur die Wissenschaft, sondern auch junge Europäer:innen wie Decho Pavlov (20) aus Bulgarien. Als einer von 19 Teilnehmenden des EUSTORY Jugendprogramms »The Language of Democracy« nahm er unterschiedliche Sichtweisen auf europäische Geschichte und Gegenwart als Ausgangspunkt, um mit anderen 16- bis 21-Jährigen aus neun Ländern Multiperspektivität und damit einhergehende Konfliktpotenziale hautnah zu erleben.

    Denn: Die Demokratie ist ein sozialer Prozess, und sie lässt sich trainieren. So die Grundthese der vom israelischen Adam-Institut für Demokratie und Frieden stammenden Betzavta-Methode. Diese zielt darauf ab, Dilemmata sowie zwischenmenschliche Konflikte in der Gruppe sicht- und spürbar zu machen, um Möglichkeiten für eine demokratische und friedliche Bewältigung von Konfliktsituationen aufzuzeigen. Für die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer des digitalen EUSTORY Betzavta-Trainings bedeutete dies: Meinungsverschiedenheiten, Stereotype und unbewusste Denkmuster des Einzelnen als solche enttarnen und anhand derer Freiheitsrechte, Gleichheit und demokratische Werte in der Gruppe aushandeln. Beim digitalen Jugendprogramm, realisiert in Zusammenarbeit mit der dänischen NGO Mellem Education, dienten insbesondere unterschiedliche historische Erfahrungen aus den neun Heimatländern der Teilnehmer:innen als Startpunkte für die Reflexion eigener Werte sowie Perspektiven auf Geschichte und Gegenwart.

    Für Teilnehmerin Rusudan Janjalashvili (21) aus Georgien steht nach ihrer Erfahrung mit Betzavta fest: »Kommunizieren und aus der eigenen Komfortzone herauskommen; lernen, mit dem Unbequemen umzugehen – das ist der Schlüssel, um den Code der Demokratie zu knacken.«

    Jener Code wird auch jenseits der Corona-Pandemie bedeutsam bleiben – denn jede pluralistische, demokratische Gesellschaft erfordert einen fairen und friedlichen Umgang mit Multiperspektivität.

    zum EUSTORY Jugendprogramm „The Language of Democracy”


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