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EUSTORY

Meldung

Geschichtsarbeit in östlichen Partnerländern geht weiter

Die Geschichtswettbewerbe in Belarus, Georgien, der Republik Moldau und der Ukraine werden fortgesetzt. Das vom Auswärtigen Amt geförderte Kooperationsprojekt von Körber-Stiftung und Deutschem Volkshochschulverband International (DVVI) ist in die zweite Runde gestartet.

»Migration – Wieder bei Null anfangen« – so heißt das offizielle Thema des Georgischen Geschichtswettbewerbs 2019/20. Keineswegs ganz von vorne beginnen dagegen die Organisatorinnen und Organisatoren des internationalen Projekts »Geschichtswettbewerbe in vier Ländern der Östlichen Partnerschaft II«. Denn sie profitieren von den Erfahrungen und Erkenntnissen der sehr erfolgreichen ersten Projektrunde 2017/18, in deren Folge die mitwirkenden NGOs aus Georgien und Moldau als Neumitglieder in die Gemeinschaft des EUSTORY-Netzwerkes aufgenommen werden konnten.

Die Projektteams der Länder setzen sich erneut aus einer Reihe von lokalen NGOs (Historica für Belarus, SovLab und GAHE für Georgien, ANTIM für die Republik Moldau und Nova Doba für die Ukraine) und den verantwortlichen DVVI-Projektmanagerinnen und -managern vor Ort zusammen.

Für die kommende Wettbewerbsrunde setzten die Projektteams in den vier Ländern folgende Schwerpunkte:

In Belarus hat man sich entschieden, das Thema des letzten Wettbewerbs »Hinter den Kulissen: Von der Familiengeschichte hin zur Geschichte der lokalen Gemeinschaft« beizubehalten und lediglich den zeitlichen Rahmen bis in die jüngere Vergangenheit auszudehnen. So sollen alle Teilnehmenden im Alter von 15 bis 25 Jahren ihre Recherchen nun für die Zeit von 1945 bis 2000 durchführen und mit einem historischen Familienfoto als Ausgangspunkt beginnen. Ihre Beiträge werden in Form von Essays eingereicht und um eine kreative Art der Präsentation ergänzt.

Mit den Projektverantwortlichen in der Republik Moldau gibt es ein weiteres Team, das für die zweite Wettbewerbsrunde am alten Thema festhält, um dieses neu mit Leben zu füllen. »Entdecke Helden in deiner Nachbarschaft« lautet der Auftrag an die dortigen Teilnehmenden, die je nach Altersgruppe (von der 8. Schulklasse bis zum 2. Universitätsjahr) leicht variierende Anforderungen zu erfüllen haben. Die Breite der möglichen Beitragsformen erstreckt sich hier von Postern und Essays über chronologische Journale bis hin zu Powerpointpräsentationen und Kurzfilmen. Um möglichst viele Bevölkerungsgruppen miteinzubeziehen, können die Arbeiten in drei Sprachen eingereicht werden.

In Georgien sind sogar vier Sprachen erlaubt, um auch die armenischen und aserbaidschanischen Bevölkerungsteile zu einer Teilnahme am Wettbewerb zu ermutigen. Bei dem schon erwähnten Thema Migration wird es für die 15-18jährigen Schülerinnen und Schüler darum gehen, auf den Spuren ihrer Vorfahren Aufbrüchen und Neuanfängen nachzuforschen und nachzuspüren. Der georgische Wettbewerb wird dabei in diesem Jahr offiziell von der Internationalen Organisation für Migration in Georgien unterstützt. Wie 2017/18 soll wieder das gesamte Repertoire an möglichen Beitragsformen von klassischen Essays über Fotosammlungen und Poster bis zu Kurzfilmen ausgeschöpft werden.

Während in allen anderen Ländern sowohl die Teilnahme als Einzelperson als auch als Kleingruppe erlaubt ist, gestattet das ukrainische Projektteam ausschließlich Gruppenbeiträge. Und zwar zu dem Thema: »Sowjetvergangenheit – Die Geschichte neu denken«. Als weitere Besonderheit müssen die Schülerinnen und Schülern im Alter von 14 bis 18 Jahren die Ergebnisse ihrer Recherchen als fester Bestandteil des Wettbewerbs an ihrer Schule oder in ihrem Stadtteil öffentlich vorstellen.

Wie auch bei Geschichtswettbewerben aller anderen EUSTORY-Länder kommt den Lehrerinnen und Lehrern in Belarus, Georgien, der Republik Moldau und in der Ukraine eine zentrale Rolle zu. Um sie optimal darauf vorzubereiten, ihre Schülerinnen und Schüler bei deren Teilnahme am Wettbewerb zu begleiten und zu betreuen, fanden im Oktober und November in allen vier Ländern mehrere Tutoren-Workshops statt.

Damit sind die Grundlagen gelegt und die zweite Wettbewerbsrunde nimmt Fahrt auf. Die Körber-Stiftung unterstützt mit ihrem Know-How die Projektaktivitäten in den vier Ländern und organisiert im Herbst 2020 für die erfolgreichen Wettbewerbsteilnehmerinnen und -teilnehmer ein History Camp. Die Stiftung freut sich auf die erneute Kooperation mit ihren Partnern vom Deutschen Volkshochschulverband International und über die erneute Förderung durch das Auswärtigen Amt.

Mehr zum Projekt (in englischer Sprache)

 


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