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EUSTORY
  • - Meldung

    Solidarität mit Memorial International

    Körber-Stiftung zutiefst besorgt über die jüngste Gesetzesinitiative der russischen Behörden zur Schließung von MEMORIAL International

    Das Vorgehen der russischen Staatsanwaltschaft gegen die Zivilgesellschaft des Landes verschärft sich weiter und bedroht jetzt die älteste Nichtregierungsorganisation des Landes: Am 11. November hat die Gesellschaft MEMORIAL International in Moskau eine gerichtliche Vorladung erhalten, die darauf abzielt, die Organisation nach dem Gesetz über »ausländische Agenten« zu liquidieren. MEMORIAL ist eines der Gründungsmitglieder des Geschichtsnetzwerks EUSTORY und damit ein langjähriger Partner der Körber-Stiftung.

    »Was jetzt geschieht, ist die politische Entscheidung, MEMORIAL zu zerstören, eine Organisation, die die Geschichte der politischen Unterdrückung erforscht und sich heute für den Schutz der Menschenrechte einsetzt«, erklärte MEMORIAL am vergangenen Donnerstag.

    Gemeinsam mit der Stiftung evz und weiteren Partnern von MEMORIAL in Deutschland wie die Heinrich-Böll-Stiftung ist die Körber-Stiftung äußerst besorgt über die Eskalation der Verfolgung von MEMORIAL und den erneuten Versuch, die Organisation zu zerstören.

    »Wir solidarisieren uns mit unseren russischen Kolleginnen und Kollegen von MEMORIAL in Moskau. Gemeinsam mit unseren vielen Partnern des EUSTORY-Netzwerks werden wir uns weiterhin für einen offenen und demokratischen Umgang mit unserer gemeinsamen europäischen Vergangenheit einsetzen und einen grenzüberschreitenden europäischen Dialog über unsere Vergangenheit und Gegenwart fördern«, sagte Thomas Paulsen, Mitglied des Vorstands der Körber-Stiftung.

    Die Nichtregierungsorganisation MEMORIAL wurde in den späten 1980er Jahren unter anderem von Friedensnobelpreisträger Andrej Sacharow gegründet. Zu den Aktivitäten der Bürgerrechtsorganisation gehört die Durchführung eines sehr erfolgreichen Geschichtswettbewerbs. Unter dem Titel »Der Mensch in der Geschichte – Russland im 20. Jahrhundert« haben russische Schülerinnen und Schüler seit 1999 mehr als 45.000 Beiträge recherchiert, in denen sie landesweit lokal- und familiengeschichtliche Perspektiven auf die russische Geschichte erforschen. Der Wettbewerb ist eines der Formate, mit denen MEMORIAL sich um die Aufarbeitung der Repressionen der stalinistischen Ära und des Terrors im Rahmen des Gulag-Systems verdient macht.


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