X
   
EUSTORY

Wem gehört die Kunst?

Während der NS-Zeit wurde die Familie von Klemperer enteignet und verlor so ihre wertvolle Porzellanfigurensammlung. Sechs junge Europäer entwickelten nun zusammen mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden einen Comic zur Aufarbeitung der Objektgeschichte der Exponate, die heute im Zwinger gezeigt werden.

Weltweit beschäftigt Museumsexperten der »richtige« Umgang mit dem Thema Raub und Restitution von Kunst. Das Thema wird allerdings längst weit über den Kreis der Fachleute hinaus behandelt. Auch junge Europäer aus dem EUSTORY-Netzwerk haben sich im Winter 2018 in zwei Workshops intensiv damit beschäftigt, wie das Thema Raubkunst in der Museumspädagogik konkret sichtbar werden kann. Als Ergebnis ihrer Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum Kulturgutverluste und den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden sind nun neue Materialien unter ihrer Mitarbeit fertig geworden. Konkret geht es um die Aufarbeitung der Objektgeschichte der Porzellanfigurensammlung der Familie von Klemperer aus Dresden, die in der Porzellansammlung im Zwinger ausgestellt ist. Die Familie verlor diese Sammlung während der NS-Zeit durch Enteignung, und dessen Objektgeschichte arbeitet nun ein gemeinsam mit den Jugendlichen konzipierter Comic auf.

Woher kommt ein Kunstwerk, unter welchen Umständen wechselte es den Besitzer? Inwiefern geben Herkunft und Weg des Gegenstandes Aufschluss über europäische Geschichte und Konflikte? Diese Fragen stellten sich die 18 bis 21-Jährigen Beatriz (Spanien), Franziska (Deutschland), Anete (Lettland), Gwenllian (Großbritannien), Lara Mia (Deutschland) und Eitan (Israel). In der Dresdener Porzellansammlung setzten sie sich zusammen mit Maria Obenaus (Deutsches Zentrum Kulturgutverluste/Staatliche Kunstsammlungen Dresden) mit der Familiengeschichte und den Porzellanfiguren der Familie Klemperer auseinander. Gemeinsam mit der Comiczeichnerin Elke Steiner schufen die Teilnehmenden einen Comic, der künftig auf eindrückliche Art und Weise die Erkenntnisse aus der Provenienzforschung vor allem an junge Besucherinnen und Besucher der Ausstellung vermitteln wird: »The Klemperer Collection – A Collective Comic«.

Der Comic erzählt die Geschichte der deutsch-jüdischen Familie Klemperer, die 1938 aus Deutschland vertrieben und deren umfangreiche und zugleich bedeutendste privat zusammengetragene Sammlung historischer Meißener Porzellanfiguren dabei von den Nationalsozialisten konfisziert wurde. Nach der 1991 und 2010 erfolgten Restitution und einer großzügigen Schenkung der Familie sind Teile der Porzellansammlung mittlerweile wieder in der Ausstellung im Dresdener Zwinger zu sehen. Der Comic, der Familienschicksal und Objektbiografie als Duett zusammenbringt, ist in multimedialer Form auf der Internetseite der Porzellansammlung integriert und auch im Printformat erschienen.

Den Ausgangspunkt für den Workshop in Dresden bildete der EUSTORY Summit-Workshop »Restitution of Art – Finding Fair and Just Solutions«, der in Kooperation mit dem Deutschen Zentrum Kulturgutverluste entwickelt worden war und vom 14. bis 19. November 2018 in Berlin stattgefunden hatte. In diesem Workshop arbeiteten 16 Teilnehmende aus 12 Ländern zusammen mit Vanessa von Kolpinski (Deutsches Zentrum Kulturgutverluste) zu Fragen der Restitution von geraubter Kunst. Dabei setzten sie sich mit der komplexen Frage auseinander, wem Kunst eigentlich gehört, wie die Washingtoner Prinzipien als internationale Vereinbarung nach »gerechten und fairen Lösungen« suchen und auf welche Weise man junge Menschen in diese Fragen einbeziehen kann und sollte.

»Wir sind sehr glücklich, dass es zusammen mit den Kooperationspartnern gelungen ist, junge Menschen für das Thema Kulturgutverluste nicht nur zu sensibilisieren, sondern ihnen durch diese Ernstaufgabe auch aktiv Verantwortung zu übertragen «, sagt Katja Fausser, die in der Körber-Stiftung für Geschichtsvermittlung und Erinnerungskultur in Europa zuständig ist.

Weitere spannende Einblicke erhalten Sie hier.

weitere Informationen zur Kooperation zwischen der Körber-Stiftung und dem Deutschen Zentrum Kulturgutverluste im Rahmen der Konferenz »20 Jahre Washingtoner Prinzipien: Wege in die Zukunft«

mehr zum Workshop »Restitution of Art: Finding Fair and Just Solutions« im Rahmen des EUSTORY Summit 2018

Kontakt

Körber-Stiftung
Kehrwieder 12
20457 Hamburg
Telefon +49 • 40 • 80 81 92 - 161
Telefax +49 • 40 • 80 81 92 - 302
Facebook facebook.com/eustory
Twitter @KoerberGP

Aktuelle Termine und Einblicke in die Aktivitäten von EUSTORY (englisch)

Facebook 

Junge Europäer bloggen zu lokalen, regionalen und nationalen Geschichtsfragen (englisch)

History Campus

Katja Fausser
Programmleiterin
EUSTORY; History Campus

Telefon +49 • 40 • 80 81 92 - 154
E-Mail fausser@koerber-stiftung.de

EUSTORY auf Facebook

Fiona Fritz
Programm-Managerin
EUSTORY; History Campus

Telefon +49 • 40 • 80 81 92 - 147
E-Mail fritz@koerber-stiftung.de

Inka Siuts
Programm-Managerin
EUSTORY; History Campus

Telefon +49 • 40 • 80 81 92 - 161
E-Mail siuts@koerber-stiftung.de

to top