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    Generation Gesamtdeutschland

    Einjähriges Projekt »Nachwendekinder: 30 Jahre Deutsche Einheit« präsentiert Ergebnisse

    Was denken die heute Dreißigjährigen über das vereinigte Deutschland, das so alt ist wie sie selbst? Wie blicken sie auf die Zeit der deutschen Teilung und der Wiedervereinigung? Was bedeuten ihnen noch Kategorien wie ›Ossi‹ und ›Wessi‹? Am 1. Oktober präsentieren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Projektes »Nachwendekinder: 30 Jahre Deutsche Einheit« ihre Antworten auf diese Fragen in Form einer Broschüre und eines Podcasts.

    »Wir Nachwendekinder sind geprägt durch unser Aufwachsen in einem geeinten Deutschland, das sich infolge der Wiedervereinigung zur Zeit unserer Kindheit und Jugend stark wandelte. Wir sind die ›Generation Gesamtdeutschland‹.« So lautet eine ihrer zehn zentralen Thesen, die sie zusammen mit anderen Ergebnissen in einer öffentlichen digitalen Abendveranstaltung unter anderem mit der Soziologieprofessorin Naika Foroutan diskutieren.

    Innerdeutscher Austausch

    »Über den Einigungsprozess wird bis heute teils erregt debattiert. Fast nebenbei – ist 30 Jahre ›danach‹ eine Generation herangewachsen, für die die Teilung Deutschlands und Europas nur noch in den Geschichtsbüchern existiert. Höchste Zeit also, bei dieser Generation einmal nachzufragen«, erläutert Gabriele Woidelko, Leiterin des Bereiches Geschichte und Politik die Motivation der Körber-Stiftung für das Projekt. Ein Jahr lang haben in verschiedenen Workshops rund 30 junge Menschen, alle Alumni des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten aus ganz Deutschland, gemeinsam zu Fragen von Identität, Zugehörigkeit, deutsch-deutscher Geschichte und gemeinsamer Gegenwart und Zukunft gearbeitet.

    Generation Gesamtdeutschland

    Das Projekt war Ausgangspunkt von zahlreichen Recherchen: »Ich hatte ein Gespräch über Ossi- und Wessi-Sein mit meinen Eltern und meiner Oma. Das hätte ich sonst nicht so geführt«, berichtete die Teilnehmerin Sophie Haiker. So stieß das Projekt auch den intergenerationellen Austausch über die deutsch-deutsche Geschichte an, die in unserer Gesellschaft weiter nachwirkt.

    Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen zu dem Fazit: Noch spielt die Zeit der Teilung, Mauerfall und Wende, spielen die Zuordnung nach Ost und West eine Rolle, aber langsam verschwindet dies. Durch ihr Aufwachsen im vereinten Deutschland sehen sie trotz einiger Unterschiede vor allem Gemeinsamkeiten und verstehen ihre Identitäten meist eher regional geprägt und häufig auch europäisch. Sie bevorzugen die Bezeichnung »Generation Gesamtdeutschland«, die stärker als »Nachwendekinder« auf das Einende, nicht das Trennende hinweist.

    Video der Veranstaltung am 1. Oktober

    Weitere Materialien:


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