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Bundespräsident Steinmeier zeichnet Preisträger des Geschichtswettbewerbs aus

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zeichnete im Schloss Bellevue die Erstpreisträger des Geschichtswettbewerbs zum Thema »Gott und die Welt. Religion macht Geschichte« aus. Bundesweit beteiligten sich mehr als 5000 Kinder und Jugendliche an dem Wettbewerb und reichten 1639 Arbeiten ein.

Katholisch-kommunistische Beziehungen im Nachkriegsitalien, Auswirkungen der Türkenkriege in Münster oder die Wiederentdeckung eines jüdischen Friedhofs: Zu Themen wie diesen haben Schülerinnen und Schüler aus Baden-Württemberg, Berlin, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein geforscht, die sich im Rahmen des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten für die ersten Preise qualifizierten. Im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung mit rund 170 geladenen Gästen überreichten Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Thomas Paulsen, Mitglied im Vorstand der Körber-Stiftung, die Urkunden.

Der Bundespräsident hob in seiner Begrüßung hervor: »Die Geschichte ist ja kein Archiv, in dem wir Erfahrenes ablegen und den Aktendeckel darüber schließen. Wir gehen mit ihr um. In der Beschäftigung mit ihr erfahren wir etwas über unsere Gegenwart. Und wir haben die Hoffnung, dass diese Erkenntnis uns auch für die Zukunft rüstetet.«

Thomas Paulsen betonte: »Der kritische Umgang mit der Geschichte ist eine notwendige Voraussetzung für eine offene Gesellschaft, davon sind wir überzeugt. In Zeiten zunehmender Nationalisierung und politischer Abschottung kommt daher der Frage, ob Geschichte der kritischen Aufklärung oder der politischen Mobilisierung dient, ob sie verschiedene Sichtweisen zulässt oder auf Abwertung und Ausgrenzung setzt, eine ganz besondere Bedeutung zu«.

Viele der eingereichten Beiträge beschäftigen sich mit Ausgrenzung und Verfolgung aufgrund von Religionszugehörigkeit, dem Verhältnis zwischen Staat und Kirche oder religiösen Traditionen und Bräuchen.

Die fünf Erstpreisträger sind:

Federico Cassarà, 12. Klasse, Alfred-Amann-Gymnasium, Bönnigheim, Baden-Württemberg: »Katholisch-kommunistische Beziehungen im Italien der Nachkriegszeit. Zwischen Konflikt und Kompromiss«, Tutorin: Regine Winkle

Carina Ebert, 9. Klasse, Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium, Münster, Nordrhein-Westfalen: »›Der Erb-Feyndt des christlichen Nahmens der Groß-Türck‹. Auswirkungen der Türkenkriege in Münster und deren Ausdrucksformen zwischen dem 16. Jahrhundert und dem 20. Jahrhundert«, Tutorin: Katy Beck

Till Fischer, Kyra Sepke, Jonna Silber und Lea Zech, 9. Klasse, Christian-Timm-Schule, Rendsburg, Schleswig-Holstein: »Jüdischer Friedhof, Westerrönfeld«, Tutor: Tim Petersen

Helena Koch, 12. Klasse, Gelehrtenschule des Johanneums, Hamburg: »Niemals verzweifeln?! Das Riegner-Telegramm«, Tutorin: Bettina Fensch

Julius von Stein, 9. Klasse, Gymnasium Steglitz, Berlin: »Martin Niemöller: Mut zum christlichen Widerstand – Kirchenkampf in Dahlem«, kein Tutor

Auf Bundesebene wurden neben den fünf ersten Preise (je 2.000 Euro) auch 15 zweite Preise (je 1.000 Euro) und 30 dritte Preise (je 500 Euro) vergeben.

Über den Geschichtswettbewerb

Seit 1973 richten die Hamburger Körber-Stiftung und das Bundespräsidialamt den Geschichtswettbewerb aus, der auf eine gemeinsame Initiative des damaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann und des Stifters Kurt A. Körber zurückgeht. Ziel ist es, bei Kindern und Jugendlichen das Interesse für die eigene Geschichte zu wecken, Selbstständigkeit zu fördern und Verantwortungsbewusstsein zu stärken. Ausgeschrieben wird der mit bislang über 141.000 Teilnehmern und rund 31.500 Projekten größte historische Forschungswettbewerb für junge Menschen in Deutschland in einem zweijährigen Turnus und zu wechselnden Themen.

Weitere Informationen zu den Preisträgern

Pressemeldung

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Magazin für historisch-politische Bildung, Ausgabe 31
Mit den Ergebnissen des Wettbewerbs 2016/17
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