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Preisträger begleiten Bundespräsident Steinmeier zur Gedenkfeier nach Polen

Zum 80. Jahrestag des deutschen Überfalls auf Polen nahm Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier an der zentralen Gedenkfeier in Warschau teil. Begleitet wurde er bei seiner Reise unter anderem von drei Preisträgerinnen und Preisträgern des Geschichtswettbewerbs, die in ihren Arbeiten Folgen des Zweiten Weltkriegs thematisiert hatten.

Bereits am frühen Morgen hatte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in der Kleinstadt Wieluń zusammen mit dem polnischen Präsidenten Andrzej Duda an den ersten Angriff der deutschen Luftwaffe auf Polen erinnert. Auf seiner Reise wurde der Bundespräsident auch von der Preisträgerin Christine Kudrawzew aus Nordrhein-Westfalen sowie den Preisträgern Florian Hirsch aus Brandenburg und Lukas Stoy aus Baden-Württemberg begleitet. Sie hatten sich im Rahmen des aktuellen Wettbewerbs zum Thema ›So geht’s nicht weiter. Krise, Umbruch, Aufbruch‹ mit den Folgen des Zweiten Weltkriegs anhand ihrer eigenen Lokal- und Familiengeschichte auseinandergesetzt. Dazu wurden sie kürzlich je mit einem Preis für den Landessieg ausgezeichnet.

Der 18-jährige Lukas forschte für seinen Wettbewerbsbeitrag zu den Fluchterfahrungen seiner Großmutter, die nach Kriegsbeginn aus der Bukowina fliehen musste. Über die Hintergründe der Flucht und die Folgen für die Familie sprach der Schüler mit seiner Großmutter sowie weiteren Angehörigen. Im Rahmen der Reise nach Polen konnte der Abiturient auch dem Bundespräsidenten von seiner Forschungsarbeit berichten. »Diese Möglichkeit, mich mit dem Bundespräsidenten persönlich über meine Arbeit zu unterhalten, hat mich sehr begeistert und auch bewegt«, so Lukas nach seiner Rückkehr aus Polen. »In Bezug auf meine Arbeit erkannte ich, dass nicht nur meine Familie, sondern ganz Europa durch Hitler-Deutschland Leid in Form von Flucht, Vertreibung und Deportation erfahren musste. Insbesondere in Polen, wo auch meine Familie nach der Flucht aus der Bukowina angesiedelt worden war«, fügt er hinzu.

Für Christine Kudrawzew aus Emsdetten wird insbesondere die Teilnahme an der Gedenkstunde in Wieluń im Gedächtnis bleiben. »Die Zeremonie war sehr beeindruckend. Besonders die Sirenen gegen 4:40 Uhr haben mir eine Art realistisches Kriegsgefühl gegeben, welches Angst macht. Gleichzeitig kamen auch Schuldgefühle auf, obwohl meine Vorfahren nicht auf deutscher Seite gekämpft haben«, berichtet sie. In seiner Rede sprach Bundespräsident Steinmeier auch über die Bedeutung der Erinnerung für die Zukunft: »Nein, die Vergangenheit ist nicht abgeschlossen. Im Gegenteil: Je länger dieser Krieg zurückliegt, desto wichtiger wird das Erinnern. Ein Krieg ist beendet, wenn die Waffen schweigen. Seine Folgen aber sind ein Erbe für Generationen.« Die Preisträger des Geschichtswettbewerbs möchten mit ihren Wettbewerbsarbeiten ebenfalls einen Beitrag zur Erinnerung leisten. Lukas hält abschließend fest: »Das wichtigste, das ich aus dieser Reise mitnehme ist, dass das Geschehene nicht in Vergessenheit gerät. Das unendliche Leid, das viele Menschen ausgehend von den Deutschen ertragen mussten, wird nicht verschwiegen, sondern immer wieder in Erinnerung gerufen«.

Weitere Informationen zum Geschichtswettbewerb


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