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1980-1985

Alltag im Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit

Ein besonders brisantes Kapitel der deutschen Geschichte wird 1979 zum aufrüttelnden Medienereignis: Rund 40 % der Jugendlichen und Erwachsenen verfolgen die amerikanische Fernsehserie »Holocaust«, die am Beispiel des Schicksals einer Familie die Verfolgung und Ermordung von sechs Millionen europäischer Juden durch die Nationalsozialisten erzählt. In Familien, Schulen und Betrieben werden Fragen nach der Mitschuld, nach Wissen und Nichtwissen diskutiert.

Der Geschichtswettbewerb setzt der oftmals ohnmächtigen Betroffenheit die konkrete historische Recherche entgegen: Die Jugendlichen untersuchen das Eindringen des Nationalsozialismus in den Schulalltag und in Jugendorganisationen, verfolgen das Schicksal jüdischer Familien aus der Nachbarschaft, entdecken in ihrem Ort ehemalige KZ-Außenlager, beleuchten den religiösen Widerstand von Geistlichen oder beschreiben die Auswirkungen der Machtergreifung in ihrer Stadt. Zahlreiche Arbeiten befassen sich mit dem Schicksal der rund zehn Millionen Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter in Deutschland – ein Thema, dem weder in den Schulbüchern noch in der Forschung zuvor größere Aufmerksamkeit geschenkt worden war.

Die große öffentliche Resonanz auf die Ausschreibungen zur »unerledigten Zeitgeschichte« zeigt, dass der Wettbewerb mit dem Thema »Nationalsozialismus« den Nerv der Zeit getroffen und eine beachtliche Leistungsfähigkeit entwickelt hat.

Wettbewerb 1980/81:
12.843 Teilnehmer, 
2.172 Beiträge

  Wettbewerb 1982/83:
  5.894 Teilnehmer,
  1.168 Beiträge

   Wettbewerb 1984/85:
   3.994 Teilnehmer,
   708 Beiträge


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