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1986/87

Umwelt hat Geschichte

Als 1986 der Wettbewerb zur Geschichte der Umwelt ausgeschrieben wird, hat wenige Monate zuvor eine Katastrophe die Aktualität des Themas auf dramatische Weise ins Bewusstsein gerückt: Im ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl kommt es am 26. April zum GAU. Große Mengen radioaktiven Materials werden freigesetzt und belasten weite Teile der Sowjetunion und Europas.

Entgegen allen Vermutungen greifen allerdings nur wenige Jugendliche die Konflikte um die Atomenergie als Thema auf. Das Interesse gilt mehr den menschengemachten Umweltveränderungen vor der eigenen Haustür: Die Schülerinnen und Schüler untersuchen Flüsse und Bäche, die im Zuge der Industrialisierung begradigt oder zugeschüttet wurden, und beleuchten die Geschichte der industriellen Luftverschmutzung. Sie rekonstruieren die Standorte wilder Müllkippen, die das Grundwasser gefährden, und zeichnen lokale Auseinandersetzungen um die Beseitigung von Grünanlagen nach.

Vielerorts sind die Wettbewerbsbeiträge Anlass für die Jugendlichen, sich aktiv im Umweltschutz zu engagieren. Mit ihren hartnäckigen Nachfragen gelingt es ihnen dabei, kommunale Umweltpolitiker zum Handeln zu zwingen.

Wettbewerb 1986/87:
5.004 Teilnehmer,
1.016 Beiträge

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