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1994/1995

Ost-West-Geschichte(n) – Jugendliche fragen nach

Fünf Jahre nach dem Mauerfall ist die anfängliche Begeisterung für die Überwindung der Teilung vielerorts einem Gefühl von Fremdheit und Distanz gewichen. Der Wettbewerb von 1994 nimmt das Problem der »Mauer in den Köpfen« zum Anlass, die Geschichte der deutsch-deutschen Beziehungen von Jugendlichen erforschen zu lassen. Im Mittelpunkt stehen die Erfahrungen und Schicksale der betroffenen Menschen.

Viele Spurensucher aus den neuen Bundesländern, in deren Familien die Wende als lebensgeschichtlicher Bruch empfunden wurde, wählen einen biographischen Zugang zum Thema. Sie lassen sich von Verwandten und Freunden über ihre Hoffnungen und Erfahrungen während der 40 Jahre DDR erzählen. Zahlreiche Beiträge westdeutscher Jugendlicher befassen sich mit der Flucht von Ost- nach Westdeutschland, nicht zuletzt deshalb, weil im Westen viele Zeitzeugen über dieses Thema berichten können.

Die Spurensucher setzen auch inhaltlich neue Akzente. Mit ihren Ergebnissen etwa zur Kirchengeschichte können sie zeigen, dass die deutsch-deutschen Kontakte und Verbindungen zwischen den Gemeinden zu den stärksten Klammern zwischen den getrennten Teilen Deutschlands gehörten. Die Beiträge belegen auch, dass Familienkontakte über die Jahrzehnte nicht nur gehalten, sondern vielfach sogar intensiviert werden konnten.

Wettbewerb 1994/95:
3.856 Teilnehmer,
947 Beiträge

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