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2010/11

Ärgernis, Aufsehen, Empörung: Skandale in der Geschichte

Skandale gelten als Seismografen des gesellschaftlichen Wertewandels. Sie können Auskunft darüber geben, welche Moralvorstellungen vorherrschen und wo die Grenzen akzeptierten Verhaltens liegen. Im Umgang mit Skandalen handeln Menschen aus, nach welchen Regeln und Normen sie zusammen leben möchten.

Die emotional geführte Diskussion um das Bauprojekt »Stuttgart 21«, Missbrauchsfälle in Schule und Kirche und die Empörung über Entlassungspraktiken einzelner Unternehmen dominierten die Schlagzeilen der Zeitungen und Zeitschriften, als die Wettbewerbsteilnehmer auf die Spurensuche nach Skandalen in der Geschichte gingen. Wie nahmen die Kinder und Jugendliche die öffentlichen Debatten über Tabubrüche wahr? Welche Bedeutung maßen sie ihrer Enthüllung bei? Und welches Verhalten empfanden sie selbst als empörungswürdig?

In ihren Beiträgen fragten die Teilnehmer nach den Positionen und Absichten der an einem Skandal beteiligten Personen oder Gruppen. Sie beleuchteten die verschiedenen Sichtweisen von Skandalisierten, Skandalierern, Medien und Öffentlichkeit und stellten die Folgen der von ihnen untersuchten Skandalfälle dar. Besonderes Augenmerkt legten sie auf die Rolle von Medien und Öffentlichkeit. Sie hinterfragten kritisch die öffentliche Empörung und plädierten für sachliche Aufklärung statt vorschneller Verurteilung.

Thematischer Spitzenreiter im Wettbewerb waren Skandale der NS-Zeit und der Umgang mit dem nationalsozialistischen Unrecht nach 1945. Häufig gewählt wurden auch Bau-, Umwelt- und Medizinskandale. Insgesamt dominierten Skandalbetrachtungen der jüngeren und jüngsten Zeitgeschichte. Das anspruchsvolle Thema »Skandale« motivierte dabei vor allem die älteren Schülerinnen und Schüler. Rund ein Drittel der Teilnehmer besuchten die Oberstufe. Der Anteil der Gymnasialarbeiten im Wettbewerb lag bei 86 Prozent.

Wettbewerb 2010/11:
3.677 Teilnehmer,
1.148 Beiträge

Preisverleihungen 2011

Bundespreisverleihung

Die Bundespreisverleihung beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten 2010/2011 »Ärgernis, Aufsehen, Empörung: Skandale in der Geschichte« fand am 18. November 2011 in Schloss Bellevue statt.

Landespreisverleihungen

Von Juni bis Oktober 2011 wurden die besten Arbeiten aller 16 Bundesländer auf den Landespreisverleihungen des Geschichtswettbewerbs ausgezeichnet. Die Termine:

21. Juni
Landespreisverleihung Bremen
Staatsarchiv Bremen

Senatorin Renate Jürgens-Pieper, Sven Tetzlaff, Leiter des Bereichs Bildung der Körber-Stiftung, und Dr. Klaus Wehmeier, stellvertretender Vorstand der Körber-Stiftung (2., 3. und 4. Reihe rechts) mit Landessiegern und Lehrern

27. Juni
Landespreisverleihung Hamburg
KörberForum – Kehrwieder 12

Landessieger im KörberForum

30. Juni
Landespreisverleihung Sachsen-Anhalt
Franckesche Stiftungen zu Halle

Dr. Thomas Müller-Bahlke, Direktor der Franckeschen Stiftungen, Stephan Dorgerloh, Kultusminister (v. r.) mit Landespreisträgerin und Tutorin

7. Juli
Landespreisverleihung Sachsen
Zeitgeschichtliches Forum Leipzig

Preisträger im Gespräch mit Zeitzeugen und Jurorin

18. Juli
Landespreisverleihung Nordrhein-Westfalen
Haus der Geschichte, Bonn

Kulturministerin Ute Schäfer mit Landessiegern

26. Juli
Landespreisverleihung Baden-Württemberg
Neues Schloss, Stuttgart

Kultusministerin Gabriele Warminski-Leitheußer und Dr. Klaus Wehmeier mit Landessiegern

16. August
Landespreisverleihung Rheinland-Pfalz
Stadtarchiv und Stadtbibliothek Trier

Michael Ebling, Oberbürgermeister von Mainz (li.), Sven Tetzlaff (r.) mit Landessiegern aus Mainz und Tutor Werner Ostendorf

19. August
Landespreisverleihung Hessen
Hessischer Landtag, Wiesbaden

Norbert Kartmann, Präsident des Hessischen Landtags, und Kultusministerin Dorothea Henzler mit Preisträgern

25. August
Landespreisverleihung Mecklenburg-Vorpommern
IHK Schwerin

Bildungsminister Henry Tesch mit Landessiegern vor dem Schweriner Schloss

12. September
Landespreisverleihung Schleswig-Holstein
Kieler Landtag

Landessieger, 13. Klasse des Otto-Hahn-Gymnasiums Geesthacht mit ihrer Tutorin Susanne Falkson

22. September
Landespreisverleihung Berlin und Brandenburg
Deutsches Historisches Museum, Berlin

Staatssekretärin Claudia Zinke (Berlin) und Staatssekretär Burkhard Jungkamp (Brandenburg) mit Landespreisträgern und Lehrern

23. September
Landespreisverleihung Niedersachsen
Historisches Museum am Hohen Ufer, Hannover

Staatssekretär Dr. Stefan Porwol und Dr. Lothar Dittmer (1. Reihe v. li.) mit den Landespreisträgern

28. September
Landespreisverleihung Saarland
Historisches Rathaus Saarbrücken

Klaus Kessler, Minister für Bildung (1. Reihe r.), Charlotte Britz, Oberbürgermeisterin von Saarbrücken (3. Reihe), Sven Tetzlaff (letzte Reihe, Mitte) mit Landespreisträgern und Mitgliedern der Landesjury

5. Oktober
Landespreisverleihung Bayern
Historisches Rathaus Nürnberg

Dr. Lothar Dittmer, Mitglied im Vorstand der Körber-Stiftung (li.) und Dr. Ludwig Spaenle, Bayerischer Staatsminister für Unterricht und Kultus mit zwei Landespreisträgern und Tutorin

7. Oktober
Landespreisverleihung Thüringen
Museum für Regionalgeschichte und Volkskunde der Stiftung Schloss Friedenstein,
Schloss Gotha

Nele Süß, Moderatorin (li.), Knut Kreuch, Oberbürgermeister der Stadt Gotha, mit Landessiegern

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