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2012/13

Vertraute Fremde. Nachbarn in der Geschichte.

Leiden wir unter einer zunehmenden Individualisierung? Oder wird im Gegenteil die Nachbarschaft wiederentdeckt? Einerseits sind Großfamilien und dörfliche Strukturen vielerorts im Verschwinden begriffen. An die Stelle von Gemeinschaft in Parteien, Kirchen oder Vereine, sind virtuelle Begegnungen im Internetgetreten. Und selbst größere Protestbewegungen organisieren sich meist nur noch kurzfristig und punktuell. Doch andererseits lässt sich auch ein neuer Trend zu mehr Gemeinschaft ausmachen. An vielen Orten schießen Nachbarschaftsinitiativen oder Mehrgenerationenhäuser aus dem Boden. Nachbarschaft steht als Keimzelle für eine Kultur des Miteinanders und der gegenseitigen Unterstützung wieder hoch im Kurs. Doch was für ein Verständnis haben Kinder und Jugendliche von Nachbarschaft? Was interessiert sie an diesem Thema? Und was ist ihnen wichtig?

Die Teilnehmer untersuchten, wie sich nachbarschaftliche Verhältnisse im Laufe der Zeit verändert haben. Thematisch wie methodisch schöpften sie die ganze Bandbreite des Themas aus. So recherchierten sie zu nachbarschaftlichen Beziehungen innerorts ebenso wie zu Aspekten länderübergreifender Nachbarschaft. Besonders großes Interesse zeigten die Kinder und Jugendlichen an der Integration neuer Nachbarn – Vertriebene, Gastarbeiter, Andersgläubige. Nachbarschaftsbeziehungen in der Zeit des Nationalsozialismus und der DDR regten ebenfalls viele Wettbewerbsarbeiten an. Die Ergebnisse zeigen, wie vielfältig Nachbarschaft sein kann: von Konflikten und Ausgrenzung bis zu Toleranz und gegenseitiger Hilfe. Deutlich wird in der Bewertung der Teilnehmer zudem die große Wertschätzung für ein nachbarschaftliches Miteinander, das von Toleranz und Unterstützung geprägt ist.

Um die grenzüberschreitende Dimension des Wettbewerbsthemas deutlich zu machen, startete die Körber-Stiftung im September 2012 deutsch-französische und deutsch-polnische Sonderinitiativen. Partner waren die Fédération des Maisons Franco-Allemande in Frankreich und die Stiftung Karta in Polen. An beiden Sonderinitiativen nahmen insgesamt rund 1.500 Jugendliche mit über 200 Beiträgen teil. Die Themen reichten von der Geschichte von Städte- und Schulpartnerschaften über das Wirken deutscher Auswanderer in Frankreich bzw. Polen bis zu Fragen des Zusammenlebens in den Grenzgebieten.

Wettbewerb 2012/13:
5.084 Teilnehmer,
1.321 Beiträge

Preisverleihungen 2013

Bundespreisverleihung

Die Bundespreisverleihung im Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten »Vertraute Fremde. Nachbarn in der Geschichte« fand am 13. November 2013 in Schloss Bellevue statt. 

Landespreisverleihungen

Die erfolgreichsten Arbeiten aus den Bundesländern wurden auf den Landespreisverleihungen von Juni bis Oktober 2013 ausgezeichnet.

17. Juni
Landespreisverleihung Hamburg
KörberForum

Bildungssenator Ties Rabe (links) und Dr. Lothar Dittmer, Vorstand der Körber-Stiftung, mit Preisträgerinnen

25. Juni
Landespreisverleihung Bremen
Focke-Museum

Moderatorin Nele Süß im Gespräch mit Preisträgern

2. Juli
Landespreisverleihung Sachsen
Leipzig (Zeitgeschichtliches Forum)

Staatssekretär Herbert Wolff (rechts) und Dr. Klaus Wehmeier, stellv. Vorstandsvorsitzender der Körber-Stiftung, mit einem Preisträger

5. Juli
Landespreisverleihung Baden-Württemberg
Mannheim (Technoseum)

Gruppenbild aller Landessieger mit Kultusstaatssekretärin Marion von Wartenberg und Christian Wriedt, Vorstandsvorsitzender der Körber-Stiftung

9. Juli
Landespreisverleihung Sachsen-Anhalt
Halle (Franckesche Stiftungen)

Dr. Christine Blaschczok, Abteilungsleiterin im Kultusministerium Sachsen-Anhalt, mit Preisträgern

15. Juli
Landespreisverleihung Nordrhein-Westfalen
Bonn (Haus der Geschichte)

Ministerin für Europaangelegenheiten, Europa und Medien Dr. Angelica Schwall-Düren mit einer Preisträgerin

12. August
Landespreisverleihung Schleswig-Holstein
Kiel (Landtag)

Landtagspräsident Klaus Schlie (rechts) und Dr. Lothar Dittmer mit Preisträgern und einer Tutorin

13. August
Landespreisverleihung Mecklenburg-Vorpommern
Schwerin (Landtag)

Kultusminister Mathias Brodkorb (links) und Dr. Lothar Dittmer mit Preisträgern

13. September
Landespreisverleihung Thüringen
Weimar (Klassik-Stiftung)

Staatssekretär Professor Roland Merten (links) und Dr. Lothar Dittmer mit den jüngsten Landessiegern und ihrer Tutorin

18. September
Landespreisverleihung Niedersachsen
Niedersächsischer Landtag

Bernd Busemann (links), Präsident des Niedersächsischen Landtages, und Christian Wriedt mit einer Preisträgerin

20. September
Landespreisverleihung Rheinland-Pfalz
Koblenz (Bundesarchiv)

Staatssekretär Hans Beckmann (rechts) und Sven Tetzlaff, Leiter des Bereichs Bildung der Körber-Stiftung, mit Preisträgerinnen und Tutorinnen

25.September
Landespreisverleihung Berlin/Brandenburg
Berlin (Deutsches Historisches Museum)

Berliner Fünftklässler waren die jüngsten Preisträger auf der Preisverleihung für Berlin und Brandenburg

30.September
Landespreisverleihung Hessen
Wiesbaden (Landtag)

Peter von Unruh (links), Direktor beim Hessischen Landtag und Dr. Klaus Wehmeier, Vorstand der Körber-Stiftung, mit Preisträgerinnen und ihrer Tutorin

2. Oktober
Landespreisverleihung Saarland
Historisches Rathaus Saarbrücken

Kultusminister Ulrich Commerçon und der Saarbrücker Bildungsdezernent Erik Schrader mit Preisträgern und ihren Tutoren

8. Oktober
Landespreisverleihung Bayern
Historisches Rathaus Nürnberg

Sven Tetzlaff, Leiter des Bereichs Bildung der Körber-Stiftung, mit Preisträgern

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