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2014/15

Anders sein. Außenseiter in der Geschichte.

Einander ähnlich oder auch anders als der Andere zu sein, ist eine menschliche Grunderfahrung. Bereits als Kinder stellen wir fest, dass wir uns aufgrund von Aussehen, Interessen, Herkunft oder Glaube voneinander unterscheiden. Verschiedenheit gehört zum Leben und bereichert es. Probleme entstehen dann, wenn Menschen von anderen Menschen wegen ihrer Besonderheiten abgewertet oder ausgegrenzt werden. Ob Menschen an den Rand gedrängt und zu Außenseitern gemacht werden oder ob Anderssein akzeptiert, als normal anerkannt und wertgeschätzt wird, ist ein wichtiger Gradmesser für die politische Kultur einer Gesellschaft und maßgeblich für das friedliche Zusammenleben.

Was als anders gilt, als fremd oder anstößig, wurde häufig durch Gesetze und Verordnungen, Bräuche und Traditionen bestimmt. Solche Festlegungen und Zuschreibungen waren gleichwohl wandelbar. Daran wirkten auch Außenseiter und Angehörige von Minderheiten selbst mit, indem sie sich gegen Vorurteile, Diskriminierung und Ausgrenzung zur Wehr setzten. So erstritten sich beispielsweise Frauen in der von Männern bestimmten akademischen Welt die Zulassung zum Hochschulstudium, erreichten deutsche Sinti und Roma ihre Anerkennung als nationale Minderheit oder engagierten sich Migranten in Politik und Gewerkschaften für mehr Teilhabe und Gleichberechtigung. Aber auch wenn rechtliche oder politische Benachteiligungen abgebaut wurden, blieben Vorurteile nicht selten bis heute bestehen. So ist Homosexualität im Sport noch immer ein Tabuthema, müssen Menschen anderer Hautfarbe gegen Vorbehalte kämpfen und zieht ein ausländischer Name immer wieder Nachteile bei der Wohnungs- oder Stellensuche nach sich.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer forschten zum Umgang mit Außenseitern und Angehörigen von Minderheiten in der Geschichte. Dabei beschäftigten sie sich beispielsweise mit Verfolgungsschicksalen im Nationalsozialismus oder der Frage des Andersseins in der DDR. Flucht und Vertreibung nach 1945 sowie die frühneuzeitliche Hexenverfolgung, Migration und die Rolle von Menschen mit Behinderung in der Gesellschaft veranlasste ebenso viele Teilnehmer zur »Spurensuche« in der eigenen Familie- oder Lokalgeschichte. In schriftlichen Beiträgen, Video- und Audioformaten oder auf künstlerische Weise – in Form von Ausstellungstafeln oder Fotopräsentation – stellten sie ihre Ergebnisse zusammen. Rund die Hälfte aller Beiträge ist in Gruppenarbeit entstanden. Dabei ist es den jungen Forschern gelungen, den Blick auf »Andere« in Vergangenheit und Gegenwart kritisch zu prüfen. Ausgehend von ihrer historischen Fragestellung schlagen viele Teilnehmer auch den Bogen in die Gegenwart und beziehen zu aktuellen Debatten Stellung und wenden sich gegen anhaltende Vorurteile und Ausgrenzung und fordern mehr Toleranz.

Wettbewerbsmagazin spurensuchen, Ausgabe 29 (2015)
Mit den Ergebnissen des Wettbewerbs 2014/15
Download als PDF

Wettbewerb 2014/15:
5.109 Teilnehmer,
1.563 Beiträge

Preisverleihungen 2015

Bundespreisverleihung

Die Bundespreisverleihung beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten 2014/2015 »Anders sein. Außenseiter in der Geschichte« fand am 17. November 2015 in Schloss Bellevue statt.

Landespreisverleihungen

Von Juni bis Oktober 2015 fanden die Landespreisverleihungen zum 24. Geschichtswettbewerb statt. In einem festlichen Rahmen wurden die besten Arbeiten zum Thema »Anders sein. Außenseiter in der Geschichte« in den Bundesländern ausgezeichnet.

Weiteres Bildmaterial finden Sie auf der Facebook-Seite des Geschichtswettbewerbs
oder schreiben Sie uns eine E-Mail mit Ihrer Anfrage an gw[ at ]koerber-stiftung.de.

22. Juni 2015
Landespreisverleihung Nordrhein-Westfalen
Haus der Geschichte, Bonn

Prof. Dr. Hans Walter Hütter, Präsident der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, mit Preisträgern.

24. Juni 2015
Landespreisverleihung Hamburg
KörberForum – Kehrwieder 12

Dr. Thomas Paulsen (vorne links), Mitglied des Vorstands der Körber-Stiftung, und Bildungssenator Ties Rabe (vorne rechts) mit den Preisträgern aus Hamburg.

30. Juni 2015
Landespreisverleihung Sachsen
Zeitgeschichtliches Forum, Leipzig

Anja Paehlke, Mitglied des Vorstands der Körber-Stiftung, und Staatssekretär Dr. Frank Pfeil zeichnen die sächsischen Preisträger aus.

6. Juli 2015
Landespreisverleihung Schleswig-Holstein
Landtag Schleswig-Holstein, Kiel

Dr. Lothar Dittmer (links), Vorsitzender des Vorstands der Körber-Stiftung, und Landtagspräsident Klaus Schlie (rechts) gratulieren den Preisträgern.

8. Juli 2015
Landespreisverleihung Saarland
Rathaus St. Johann, Saarbrücken

Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (oben rechts) und der Minister für Bildung und Kultur Ulrich Commerçon überreichen die Urkunden an die saarländischen Preisträger.

13. Juli 2015
Landespreisverleihung Baden-Württemberg
Neues Schloss, Stuttgart

Kultusminister Andreas Stoch (links) und Dr. Thomas Paulsen, Mitglied des Vorstands der Körber-Stiftung, mit einer Preisträgerin und einer Tutorin.

15. Juli 2015
Landespreisverleihung Bremen
Bremische Bürgerschaft

Anja Paehlke, Mitglied des Vorstands der Körber-Stiftung, und Michael Huesmann, Abteilungsleiter Bildung bei der Senatorin für Bildung und Wissenschaft, überreichen die Urkunden.

20. Juli 2015
Landespreisverleihung Hessen
Hessischer Landtag, Wiesbaden

Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz (links) und Landtagspräsident Norbert Kartmann (rechts) mit Preisträgerinnen.

7. September 2015
Landespreisverleihung Thüringen
Thüringer Staatskanzlei, Erfurt

Ministerpräsident Bodo Ramelow und Dr. Sabine Bergmann-Pohl, stellv. Vorsitzende des Stiftungsrats der Körber-Stiftung, zeichnen die Preisträger aus Thüringen aus.

15. September 2015
Landespreisverleihung Mecklenburg-Vorpommern
Schweriner Schloss, Schwerin

Gruppenfoto der Preisträger aus Mecklenburg-Vorpommern. Die Zweite Vizepräsidentin des Landtags Regine Lück (Mitte, 4.v.r.) und Ulrich Bongertmann (oben rechts), Fachreferent im Bildungsministerium und Vorsitzender des Verbands für Geschichtslehrer, mit den Preisträgern.

16. September 2015
Landespreisverleihung Berlin/Brandenburg
Deutsches Historisches Museum, Berlin

Die Auszeichnung der Preisträger aus Berlin und aus Brandenburg fand im Zeughauskino des Deutschen Historischen Museums statt. Im Gespräch auf der Bühne mit der Moderatorin Kirsten Pörschke (Körber-Stiftung): Minister für Bildung, Jugend und Sport in Brandenburg Günter Baaske, Staatssekretär für Bildung in Berlin Mark Rackles und Dr. Thomas Paulsen, Mitglied des Vorstands der Körber-Stiftung (v.l.n.r.).

17. September 2015
Landespreisverleihung Rheinland-Pfalz
Landtag Rheinland-Pfalz, Mainz

Dr. Lothar Dittmer, Vorsitzender des Vorstands der Körber-Stiftung, gratuliert einer strahlenden Preisträgerin.

24. September 2015
Landespreisverleihung Niedersachsen
Landtag Niedersachsen (Interimsplenarsaal Georg-von-Cölln-Haus), Hannover

Anja Paehlke, Mitglied des Vorstands der Körber-Stiftung, und Kultusminister Bernd Busemann gratulieren einem Preisträger.

30. September 2015
Landespreisverleihung Sachsen-Anhalt
Kulturhistorisches Museum, Magdeburg

Dr. Thomas Paulsen (2.v.r.), Mitglied des Vorstands der Körber-Stiftung, und Kultusminister Stephan Dorgeloh (rechts) mit einem Preisträger und dem Tutor.

7. Oktober 2015
Landespreisverleihung Bayern
Rathaus, Stadt Nürnberg

Der 3. Bürgermeister der Stadt Nürnberg Dr. Klemens Gsell (oben, rechts) und Herbert Püls (oben, Mitte), Ministerialdirektor für den Bereich Bildung und Kultus, Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, mit Preisträgern.

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