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Wettbewerb 2018/19

»So geht’s nicht weiter. Krise, Umbruch, Aufbruch«

… lautete das Thema der 26. Ausschreibung des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten.

Nach Krisen, Umbrüchen und Aufbrüchen brauchten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht lange zu suchen. Sie fanden sie in der eigenen Familie oder Region. Flucht- und Migrationserfahrungen haben in dieser Wettbewerbsrunde eine Vielzahl von Kindern und Jugendlichen beschäftigt. Darüber hinaus wurden Erlebnisse der Groß- und Urgroßeltern aus dem Zweiten Weltkrieg wie Hunger, Kinderlandverschickung oder Kriegsgefangenschaft stark aufgegriffen. Ebenfalls beliebt als Themen waren das geteilte Deutschland und die Auswirkungen von Mauerbau und -fall auf das Alltagsleben der Menschen. Aber auch die Revolutionen 1848 und 1918/19, der Niedergang des Bergbaus und Umweltkatastrophen haben Schülerinnen und Schüler zur Spurensuche motiviert.

Dies sind nur einige der Themen, zu denen bundesweit rund 5.600 Schülerinnen und Schüler zum aktuellen Wettbewerbsthema geforscht haben. Insgesamt 1.992 Beiträge von Teams oder Einzelpersonen sind in diesem Jahr eingegangen – damit ist es die beitragsstärkste Ausschreibung seit 1993.

Aus allen eingereichten Beiträgen wurden nun die besten Arbeiten ausgewählt. Auf Landesebene vergibt die Körber-Stiftung insgesamt 250 Landessiege (je 250 Euro) und 250 Förderpreise (je 100 Euro). Zudem wird in jedem Bundesland die erfolgreichste Schule ausgezeichnet.

Im Sommer 2019 werden die besten Arbeiten auf Landesebene ausgezeichnet, bevor im November 2019 die Bundessieger in Berlin durch den Bundespräsidenten geehrt werden.

Die Termine für die Landespreisverleihungen (PDF)

Die Preisträgerinnen und Preisträger

Die Teilnehmenden haben sich auf vielfältige Weise mit dem Einfluss und Wirken von Krisen, Umbrüchen und Aufbrüchen auf das Zusammenleben der Menschen beschäftigt und dazu oftmals Zeitzeugen in der eigenen Familie befragt. Mehr als 50 Prozent der Schülerinnen und Schüler führten Interviews im Rahmen ihrer Recherche. Neben der Zeitzeugenperspektive war auch die Archivrecherche für viele ›Spurensucher‹ wichtig: Knapp der Hälfte der Beiträge liegt Quellenarbeit in Archiven zugrunde, aber auch außerschulische Lernorte wie Museen und Gedenkstätten wurden für die Themensuche und Forschung häufig genutzt.

Besonders viele Teilnehmenden wählten in dieser Wettbewerbsrunde einen kreativen Zugang zu ihrem Thema: Filme, Podcasts, Ausstellungen, fiktive Tagebücher, Comics, Spiele und Multi-Media-Präsentationen bilden rund 40 Prozent der Darstellungsformate.

Preisträgerlisten (PDF):

Baden-Württemberg
Bayern
Berlin
Brandenburg
Bremen
Hamburg
Hessen
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz
Saarland
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Schleswig-Holstein
Thüringen

Übersicht Beiträge von Auslandsschulen

Kurztexte Landessiegerarbeiten (PDF):

Baden-Württemberg
Bayern
Berlin
Brandenburg
Bremen
Hamburg
Hessen
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz
Saarland
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Schleswig-Holstein
Thüringen

Zahlen & Fakten

Bundesweit beteiligten sich 5.582 Kinder und Jugendliche bei der aktuellen Runde des Geschichtswettbewerbs und reichten insgesamt 1.992 Beiträge ein. Von der 2. Klasse bis zu jungen Studierenden, von Einzelteilnehmern bis zu Gruppenbeiträgen mit 45 Teilnehmenden, von der Grundschule bis zur Berufsschule – Die Vielfalt der Arbeiten und Projekte ist groß. 835 Tutorinnen und Tutoren begleiteten die jungen Spurensucher bei ihrer Forschungsarbeit.

Landesstatistik (PDF):

Baden-Württemberg
Bayern
Berlin
Brandenburg
Bremen
Hamburg
Hessen
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz
Saarland
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Schleswig-Holstein
Thüringen

Aufruf des Bundespräsidenten

Aufruf von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier
zum Geschichtswettbewerb 2018/19

Der Aufruf zum Download (PDF)

»So geht’s nicht weiter. Krisenstimmung nun auch beim Geschichtswettbewerb? Zum Glück nicht. Aber die Krise ist nicht nur in der aktuellen Nachrichtenlage scheinbar allgegenwärtig. Krisen haben stets auch Geschichte geprägt. So geht’s nicht weiter. Krise, Umbruch, Aufbruch, so lautet deshalb der Titel der diesjährigen Spurensuche. Er möchte anregen, sich dem Thema Krise historisch-kritisch zu nähern: Was machen Krisen mit den Menschen? Aber vor allem auch: was machen Menschen in krisenhaften Situationen? Wie agieren oder reagieren sie? Und wie engagieren sie sich, um die Krise zu überwinden – für sich und für andere?

Krisen – im Großen wie im Kleinen – sind Wendepunkte von Entwicklungen, bei denen wir gerade nicht wissen, wohin sie steuern und was an ihrem Ende steht. Krisen sind mit wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umbrüchen verbunden. Sie entstehen in Zeiten, in denen bestehende Strukturen zerstört werden und Neues geschaffen werden muss. Beispielsweise im Zeitalter der Industrialisierung, das mit der sozialen Frage eine Krise provozierte, die immer weitere nach sich zog.

Ob Krisen Zeiten des Auf- oder des Zusammenbruchs sind, ist dabei nicht immer eindeutig zu beantworten, sondern hängt nicht zuletzt von der Perspektive der Beteiligten ab. Die großen Auswanderungswellen aus Europa in die USA im 19. Jahrhundert bedeuteten für die indigene Bevölkerung Nordamerikas die Zerstörung ihrer traditionellen Lebensweise, den Zusammenbruch ihrer Kultur. Für viele Menschen – auch aus zahlreichen Regionen Deutschlands – waren sie hingegen ein Aufbruch, die Möglichkeit, einem Leben in Armut oder politischer Repression zu entkommen.

Die historischen Daten wie 1848/49, 1918/19, 1949 und 1989 stehen für demokratische Aufbrüche in Deutschland. Verbunden waren sie immer auch mit vorangegangenen oder begleitenden Krisen. Was hat Menschen angetrieben, sich für eine neue Ordnung oder den Erhalt der alten einzusetzen?

Nicht immer geht es gleich um die große Politik: immer wieder haben Menschen auf krisenhafte Entwicklungen ganz konkret und vor Ort reagiert – beispielsweise mit Umweltinitiativen – und damit bisweilen auch große gesellschaftliche Veränderungen angestoßen. Es lohnt sich, gerade dieser Frage nachzugehen: Wie entsteht Neues aus Krisen? Sind Krisen bisweilen auch Motor der Geschichte? Wie sieht die ›Krisenbilanz‹ aus – für verschiedene Personengruppen, für Themenfelder, aber auch aus unterschiedlicher zeitlicher Distanz?

An Krisen besteht in der Geschichte kein Mangel. Die meisten haben regional und lokal, ja bis in einzelne Familien hinein Spuren hinterlassen. Diesen Spuren nachzuforschen, dazu bietet der Geschichtswettbewerb einen guten Rahmen – und hoffentlich für viele einen willkommenen Anlass.

Getragen wird der Geschichtswettbewerb vor allem von der Leistung der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler. Ermöglicht wird er aber nicht zuletzt durch die vielen helfenden Hände und Köpfe im Hintergrund: engagierte Lehrerinnen und Lehrer, die über den Wettbewerb informieren, zur Teilnahme motivieren und mit gutem Rat zur Seite stehen, oder auch die vielen hilfsbereiten und auskunftsfreudigen Menschen in unterschiedlichsten Einrichtungen wie etwa Bibliotheken, Archiven und Museen sowie Familienmitglieder und – wenn es um die neueste Geschichte geht – auch Zeitzeugen. Ihnen allen gilt mein herzlicher Dank!

Vor allem aber kommt es auf Euch an, liebe Schülerinnen und Schüler. Ich würde mich freuen, wenn Ihr Euch zahlreich an der diesjährigen Spurensuche beteiligt. Aus Erzählungen weiß ich, dass die Teilnahme am Geschichtswettbewerb immer mit Arbeit, in den allermeisten Fällen aber auch mit viel Freude und spannenden Entdeckungsreisen in die Vergangenheit verbunden ist. Der eine oder die andere mag dabei auch einmal an den Punkt kommen, an dem er oder sie ›die Krise bekommt‹. Aber nicht nur für historische Entwicklungen, sondern auch für das eigene Projekt gilt: Krisen lassen sich nicht immer vermeiden. Umso mehr gilt es, sich zu fragen, was man selbst tun kann, um sie zu meistern. Wer durchhält, der gewinnt in jedem Fall: sowohl an Erfahrung als auch ganz konkret einen tieferen Einblick in die Geschichte des eigenen Ortes, der eigenen Region oder auch der eigenen Familie. Zu gewinnen gibt es darüber hinaus aber natürlich auch Preise. Ich freue mich schon heute darauf, im November 2019 einige von Euch und Euren Arbeiten im Schloss Bellevue kennenlernen und auszeichnen zu können.«

Wettbewerbsmagazin

Das Wettbewerbsmagazin spurensuchen enthält die offizielle Ausschreibung, gibt Anregungen zum Thema, methodische Hilfestellungen und Serviceangebote.

Das Projektheft für Schülerinnen und Schüler leitet in Kurzform durch alle Phasen der Projektarbeit.

Plakate zum Wettbewerb

Bestellen Sie die Plakate zum Wettbewerb per E-Mail an gw@koerber-stiftung.de.

Fünf GEOlino-Sonderpreise verliehen

Im Rahmen der 26. Ausschreibung des Geschichtswettbewerbs hat die GEOlino-Redaktion fünf Sonderpreise für die kreativsten Gruppenbeiträge (ab fünf Personen) in der Altersgruppe bis Klasse 6 ausgelobt. Mit diesen Sonderpreisen sollen insbesondere jüngere Schülerinnen und Schüler für ihre Forschungsarbeiten gewürdigt werden. Der 1. Preis geht an ein Grundschulprojekt von Schülerinnen und Schüler der 3. und 4. Klasse der Schwanenschule aus Wermelskirchen. Die Schülergruppe durfte sich über einen Besuch in Hamburg freuen, bei dem sie unter anderem hinter die Kulissen des Kindermagazins GEOlino schauen konnten. Die vier weiteren Preisgewinner erhalten jeweils ein Jahresabo von GEOlino.

Die Ergebnisse in der Übersicht (PDF)

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