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Meldung

Gesellschaftliches Engagement von Hochschulen wird dringlicher

Beim dritten Global University Leaders Council Hamburg diskutierten 45 Hochschulleitungen aus 23 Ländern über das Verhältnis von Hochschule und Gesellschaft. Dieses sei von zunehmenden, teils widersprüchlichen Erwartungen an die Hochschulen geprägt, neben ihrem Kernauftrag von Forschung und Lehre auch zur gesellschaftlichen Entwicklung beizutragen.

Als ein Ergebnis ihres Austauschs verabschiedeten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des von der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), der Körber-Stiftung und der Universität Hamburg getragenen Councils die Erklärung »Rebuilding University – Society Relationships«. Darin erkennen sie die gesellschaftliche Verantwortung von Hochschulen an. In der Erklärung formuliert der Council Empfehlungen, wie die Hochschulen diese Verantwortung mit Leben füllen und dabei den Erfordernissen von Wissenschaftsfreiheit, politischen Zielvorstellungen und den Erwartungen gesellschaftlicher Partner Rechnung tragen können.

»Angesichts tiefgreifender politischer und gesellschaftlicher Umbrüche sowie der wachsenden Bedeutung der Hochschulen für die soziale Mobilität und für den ökonomischen Erfolg eines Landes wird gesellschaftliches Engagement von Hochschulen wieder dringlicher«, erklärte HRK-Präsident Peter-André Alt. »Dabei müssen Hochschulen mit Blick auf ihre jeweiligen Profile und Möglichkeiten klar definieren und vermitteln, was sie zusätzlich zu ihrem Kernauftrag leisten können und wollen – und was nicht.«

Um das große Potenzial der Hochschulen an Information, Beratung und Innovation zukünftig noch besser auszuschöpfen, sollte solches Engagement durch entsprechende rechtliche Rahmenbedingungen und Anreizstrukturen – etwa Berücksichtigung bei Leistungsbewertungen und Förderprogrammen – anerkannt und gefördert werden. In ihrer Deklaration unterstreicht der Council zudem die Ausrichtung der Hochschulen auf das Leitbild einer vielfältigen und inklusiven Gesellschaft. So sollten Hochschulen etwa Hindernisse beim Zugang zur Hochschule und dem erfolgreichen Absolvieren eines Studiums ausräumen und dazu etwa Lernformate anpassen.

»Als Akteure für das Gemeinwohl (agencies for the common good) und Verfechter der Wissenschaftsfreiheit bilden Hochschulen eine Plattform für die Gesellschaft«, erklärte Dieter Lenzen, Präsident der Universität Hamburg. »Hochschulen sollten Orte der Offenheit und des Respekts sein, Vielfalt befürworten und unterstützen und insofern als Modelle für Gesellschaft fungieren.«

Als entscheidend für die erfolgreiche Gestaltung der Beziehung von Hochschule und Gesellschaft betonten die Teilnehmer des Council die Funktion von Kommunikation und Austausch. »Damit Hochschulen die sich wandelnden gesellschaftlichen Anforderungen wahrnehmen und umgekehrt ihre Beiträge zu gesellschaftlicher Entwicklung erfolgreich vermitteln können, ist es nötig, einen Dialog auf Augenhöhe zwischen Hochschule und der Gesellschaft zu etablieren«, erklärte Lothar Dittmer, Vorstandsvorsitzender der Körber-Stiftung.

Die Deklaration »Rebuilding University – Society Relationships« zum Download (PDF)
Weitere Informationen zum Global University Leaders Council


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