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In Bergedorf verwurzelt

Horst Rödinger, 1937 in Hamburg geboren, war vierzig Jahre lang für den Bergedorfer Gesprächskreis tätig, zuletzt in leitender Funktion. Für das Haus im Park übernahm er in den Achtzigerjahren Mitverantwortung.

Horst Rödinger ist mit dem Haus am Gräpelweg so eng wie kaum ein Zweiter verbunden, er war ja gleichsam dabei, als die Idee zu diesem besonderen Begegnungszentrum entstand. Ab 1963 arbeitete er für die Körber-Stiftung, er war erst Assistent des Bergedorfer Gesprächskreises, dem er ein Arbeitsleben lang verbunden blieb, zuletzt, an der Seite von Ulrich Voswinckel, in Leitungsfunktion. In besonderer Erinnerung blieb ihm der Bergedorfer Gesprächskreis Nummer 43. Der widmete sich dem Thema: »Wo bleiben die alten Menschen in der Leistungsgesellschaft?« Die Runde, erinnert er sich, war prominent besetzt, unter anderem war Prof. Ursula Lehr dabei, die später den ersten deutschen Lehrstuhl für Gerontologie innehatte. Und die 1988 Familienministerin werden sollte. Bei diesem 43. Bergedorfer Gesprächskreis wurde der ideelle Grundstein für das Haus im Park gelegt. Entscheidende Impulse, die zur Gründung des Bergedorfer Gesprächskreises führten, gingen von Prof. Willhelm-Friedrich Schoberth aus, dem langjährigen Rektor der Universität Erlangen-Nürnberg, dem Kurt A. Körber seine erste Ehrendoktorwürde verdankte. Kurt A. Körber selbst hatte, vermutet Horst Rödinger, auch persönliche Gründe, sich zu engagieren. Wie eng die Beziehung zu seiner Mutter Rosa war, ist bekannt, sie war damals, im Jahr der Entscheidung, Mitte achtzig. Die Gründung des Haus im Park wurde 1974 im Bergedorfer Schloss gefeiert. Drei Jahre später wurde es dann Wirklichkeit – und das Haus im Park, Adresse: Gräpelweg 8, wurde eröffnet.

Die erste Zeit, die »Kinderjahre« des Seniorentreffpunkts, erlebte Horst Rödinger noch als Beobachter. Sein Terminplan war eng, er war ja weiter für die Organisation des Bergedorfer Gesprächskreises im Einsatz. Zudem war er Geschäftsführer der Körber-Stiftung geworden. Doch Mitte der 1980er wuchsen er und das Haus im Park zusammen. Kurt A. Körber übertrug ihm die Mitverantwortung für den Gräpelweg, wobei er die Finanzen, die Organisation und die Personalführung im Auge behalten sollte. »Ich mochte alte Leute schon immer gerne, insofern machte mir die Arbeit große Freude.« Horst Rödinger schiebt einen Stapel dicht bedruckter Blätter herüber. Dieses Papier, verfasst im April 1997, enthält detaillierte Vorschläge zur Optimierung der Angebote, Überlegungen zu seniorengerechtem Wohnen, Gedanken über die unterschiedlichen Seniorengenerationen. »Weiterentwicklung war doch immer ein Thema für uns«, sagt er. Die Seniorenakademie, die Physikalische Therapie, dann der Pflegedienst. Das Café als Treffpunkt. Und schließlich das Reiseangebot. »Das war unser Modell.« Horst Rödinger hat das Angebot selbst genutzt. Nach seiner Krebsoperation profitierte er von der Physikalischen Therapie, vor allem vom Bewegungsbad. Und er nahm die physiologische Hilfe in Anspruch. »Ich habe also auch eine ganz persönliche Erfahrung gemacht.«

»Weihnachten beginnt für mich seither jedes Jahr um 14 Uhr 30 im Haus im Park.«

Vielleicht hat Horst Rödingers Liebe zum Haus im Park auch damit zu tun, dass es genau hier, in Bergedorf, steht. Seine Familie väterlicherseits – »wir waren Tabakfabrikanten« – wurde hier Mitte des 19. Jahrhunderts heimisch. 1868 kamen sie nach Bergedorf, 1888 begann der Bau des ersten Teils der Tabakfabrik, 1904 war auch der zweite Teil fertig. »Ich bin gebürtiger Bergedorfer, habe auch mein Familiengrab am Bergedorfer Friedhof. Fort von hier wollte ich nie, ich bin kein großer Entdecker.« Tief erschrocken war er, als Körber ihn einmal fragte, ob er ins Ausland, nach Amerika, gehen wolle. »Um Gottes willen! Was sollte ich denn da!« Er lacht. Natürlich, fügt er hinzu, waren die vielen Reisen, die er im Auftrag der Stiftung unternahm, faszinierend. Wo war er nicht überall! »Aber das hier«, er breitet die Arme aus, »das ist mein Zuhause.«

Das Haus am Sachsentor wurde von seinem Großvater erbaut. Horst Rödinger lebt hier nun mit seiner zweiten Frau, mit Katharina Jahn-Rödinger. Auch sie fühlt sich dem Haus im Park eng verbunden, in dem sie nach einem schweren Autounfall gesund gepflegt wurde. Sobald sie wieder auf den Beinen war, begann sie sich ehrenamtlich zu engagieren. – Und seit einiger Zeit unterstützt sie ihren Mann auch bei der Vorbereitung eines wichtigen, alljährlich wiederkehrenden Ereignisses: der traditionellen Weihnachsfeier im Haus im Park. Seit fast dreißig Jahren liegt die Organisation mit in den Händen von Horst Rödinger. »Weihnachten beginnt für mich seither jedes Jahr um 14 Uhr 30 im Haus im Park.«

Er habe es wirklich gut getroffen, sagt er, und freue sich, zugegeben, auch über die Wertschätzung, die man ihm entgegenbrachte. Er erzählt von seiner Verabschiedung im Bergedorfer Schloss im Jahr 2002. Sie fand in eben dem Raum statt, wo über Jahre hinweg der Bergedorfer Gesprächskreis tagte. Die Laudatio hielt Richard von Weizsäcker. »Es war eine bewegende Verabschiedung. Davon zehre ich noch immer ein Stück.« Und weil das fast schon zu sentimental ist, fügt er mit der Trockenheit eines echten Bergedorfers hinzu: »Nein, ich kann nicht meckern.«

Elisabeth Burchhardt

Horst Rödinger: »Für mich beginnt Weihnachten im Haus im Park!«


 

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2019 zieht die Körber-Stiftung mit dem Angebot des Haus im Park in das KörberHaus in der Mitte von Bergedorf.

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Kontakt

Haus im Park
Gräpelweg 8
21029 Hamburg
Telefon +49 • 40 • 72 57 02 - 0
Fax +49 • 40 • 72 57 02 - 24
E-Mail hip@koerber-stiftung.de

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Leitung Bereich Alter und Demografie
Leitung Haus im Park der Körber-Stiftung
Telefon +49 • 40 • 72 57 02 - 36
E-Mail kutz@koerber-stiftung.de

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Leiterin Kommunikation und Veranstaltungsmanagement

Telefon +49 • 40 • 72 57 02 - 13
E-Mail kerrutt@koerber-stiftung.de

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Stv. Leiterin im Haus im Park

Telefon +49 • 40 • 72 57 02 - 16
E-Mail kreinhoefer@koerber-stiftung.de

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Leiterin Bildung und Kultur

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E-Mail roemmer@koerber-stiftung.de

Öffnungszeiten

Büro
Montag bis Freitag: 8.30 bis 18.00 Uhr

Café
Montag bis Freitag: 10.00 bis 18.00 Uhr

Anfahrt

Bahnstation Bergedorf, vom Zentralen Busbahnhof (ZOB) Bergedorf mit der Linie 235 oder Linie 8810 Richtung Reinbek/Wentorf drei Stationen bis zum Rathaus Bergedorf und zu Fuß zum Gräpelweg 8. Von Wentorf und Reinbek mit dem Bus zum Rathaus Bergedorf.

Erstellen Sie hier einen Fahrplan mit öffentlichen Verkehrsmitteln (HVV). Geben Sie dazu Ihren Abfahrtsort und die gewünschte Abfahrts- bzw. Ankunftszeit ein.

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Das BegegnungsCentrum auf Online-Karten:
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Barrierefreiheit

Mit unserem – kostenpflichtigen – Fahrdienst ermöglichen wir auch gehbehinderten Menschen den Besuch des Haus im Park. Unser Kleinbus ist mit einer Hebebühne ausgestattet. Bei Interesse bitten wir um Ihre Voranmeldung. Wir prüfen dann, ob zu dem von Ihnen gewünschten Zeitpunkt eine Fahrmöglichkeit zwischen 9 und 14.30 Uhr (dienstags bis 15.30 Uhr) besteht. Unsere hauptamtliche Fahrerin Sabine Bartels wird unterstützt durch Klaus Steinbeck, der einmal wöchentlich ehrenamtlich unsere Gäste fährt. Sekretariat, Telefon + 49 (0)40 72 57 02-12.

Das Theater Haus im Park verfügt über zwei rollstuhlgerechte Plätze. Wenn Sie diese bei Veranstaltungen in Anspruch nehmen möchten, bitten wir Sie, sich vorab unter hip@koerber-stiftung.de anzumelden.

Eine induktive Höranlage im Saal ermöglicht es hörgeschädigten Gästen, den Saalton mit einem geeigneten Hörgerät drahtlos zu empfangen. Alternativ leihen die Tontechniker am Regiepult im Saal auf Anfrage mobile Signalempfänger an Besucher aus. Sollten Sie Schwierigkeiten mit dem Tonempfang haben, zögern Sie bitte nicht, unsere Tontechniker anzusprechen.

Für gehörlose Gäste bieten wir ausgewählte Veranstaltungen unseres Programms auch in deutscher Gebärdensprache an. Sie erkennen sie in unserem Veranstaltungskalender am roten Symbol.
Für Gehörlose ist eine Anmeldung erforderlich unter hip@koerber-stiftung.de.

Um noch mehr Menschen die Teilhabe an unseren Angeboten und Veranstaltungen zu ermöglichen, kennzeichnen wir außerdem auch die Veranstaltungen, die sich insbesondere an Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen richten, mit einem lilafarbenen Symbol.

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