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Haus im Park
  • (Foto: Hannah Robold)
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    Menschenzentrierte kommunale Entwicklung

    »Wie können Kommunen auch in Zukunft und bestmöglich innovative Angebote fördern?« Die Teilnehmenden des Stadtlabor Online lernten zwei Methoden aus dem Design Thinking kennen, um einen Startpunkt für innovative Angebote in Kommunen festlegen zu können. Das Berliner Ideenlabor stellte die Methoden »A day in a life of« und »Persona-Analyse« vor.

    Wie das Körber-Demografie Symposium und die kürzlich von der Körber-Stiftung und dem Berlin-Institut veröffentlichte Broschüre »Kommunale Innovation« zeigen, sind in der Corona-Zeit viele soziale und altersfreundliche Innovationen in den Kommunen entstanden. Diese Innovationen werden auch zukünftig von großer Bedeutung sein. Welche neuen Methodenimpulse bei der Entstehung hilfreich sein können, lernten die Alumni des Programms »Alter und Kommune« der Körber-Stiftung in einem zweistündigen digitalen Format mit dem Berliner Ideenlabor. Vorgestellt wurden dabei Module aus der Innovationsmethode Design Thinking. Es geht dabei um die Wirkungskräfte des Perspektivwechsels und zwei innovative Methoden, um den Startpunkt für innovative Angebote festlegen und ein greifbaren Bild der Zielgruppe entwerfen zu können.

    Zielgruppe greifbar machen

    Zu Beginn einer jeden Innovation steht das Problemverständnis und damit auch ein Empathieaufbau. Mit der Methode »A day in a life of« kann auch in Zeiten von Physical Distancing ein Verständnis von den Wünschen, Motivationen und Problemen einer NutzerInnengruppe ermittelt werden. Zum Beispiel mithilfe von Fototagebüchern und »Cultural Probes« der BürgerInnen. In dem Workshop wurden beispielhafte und fiktive Fotosammlungen ausgewertet.  

    Der zweite Schritt ist die Definition und damit die sogenannte »Persona-Analyse«. Hierbei werden fiktive NutzerInnenprofile erstellt, die helfen, die Zielgruppe greifbar zu machen. Personas leisten zweierlei: Sie fassen zusammen und gehen ins Detail, indem sie konkrete Bedarfe widerspiegeln.

    Realität für Karl-Heinz, Ralf und Kurt

    Am Ende des Workshops und als Ergebnis von Kleingruppenarbeiten standen drei fiktive Beispiele: der familienorientierte Karl-Heinz, der sportliche und sinnsuchende Ralf und der vereinsamte Kurt, alle drei im Ruhestand oder kurz davor. Alle drei Personas sind im Wortsinn frei erfunden, bieten aber die Möglichkeit, mit Bezug auf sie menschenzentrierte Innovationen zu entwickeln. Demografieverantwortliche in Kommunen könnten an den fiktiven Personas womöglich viel leichter geplante neue Angebote in ihrer Altenarbeit schärfen. Für viele große und namhafte Weltunternehmen sind diese Methoden aus dem Design Thinking längst hilfreicher Alltag. Jetzt kann auch in Kommunen mit »Personas« noch innovativer und zielgruppenspezifischer gearbeitet werden. Die Methode hilft auch dabei, BürgerInnen frühzeitig in Prozessen zu berücksichtigen und teilhaben lassen zu können und steht damit auch für den Gedanken der Co-Kreation. »Ich habe viel gelernt und werde Persona in meine Arbeit einbinden«, resümmiert Ulrike Jakisch, Gebietskoordinatorin im Bezirksamt Harburg, den Workshop. 

    Das Stadtlabor Online ist ein Format zum regelmäßigen digitalen kollegialen Austausch zu den Themen der altersfreundlichen Stadt. Im kleinen Kreis erhalten die Teilnehmenden thematische und methodische Inputs aus der kommunalen Praxis, Wissenschaft und Politik.


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