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Meldung

Demografie 3D: Das Ende des Wachstums

Das Wirtschaftswachstum sinke – kontinuierlich und als Folge struktureller Veränderungen. Reiner Klingholz, Direktor des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung, beleuchtete im KörberForum, warum Politik und Gesellschaft einen Plan für die Bewältigung eines grundsätzlichen volkswirtschaftlichen Wandels entwickeln müssen.

Das Wirtschaftswachstum in allen Industrieländern habe sich in den letzten Jahrzehnten erheblich reduziert, so Klingholz in seinem Vortrag und im Gespräch mit Karin Haist, verantwortlich für die Demografieprojekte der Körber-Stiftung. Für diese Entwicklung sei kein Ende in Sicht, denn sie sei Folge struktureller Veränderungen: Das Bevölkerungswachstum nimmt ab, Innovationskraft und Produktivität einer alternden Gesellschaft seien geringer, soziale Ungleichheiten und ökologische Schäden sind wachstumshemmend.

Der Politik warf der renommierte Demografieexperte Planlosigkeit vor – sie reagiere bisher mit den klassischen Instrumenten kurzfristiger Konjunkturpolitik, die aber keinen Einfluss auf demografische Entwicklungen haben könnten. Die Abhängigkeit unserer Gesellschaft vom Wachstum sei riesig: Sozialsysteme, Schuldenabbau und letztlich auch die Demokratie fussten darauf, dass sie finanzierbar bleiben und Wohlstand in der Breite verteilt wird. Aber er erhoffe sich kreative Antworten der so einflussreichen und verantwortungsbewussten Babyboomer-Generation auf das »Leben mit weniger«. 

Reiner Klingholz war zu Gast in der Reihe »Demografie 3D«. Denken. Deuten. Diskutieren: Die Reihe bringt Demografie- und Altersthemen in die öffentliche Debatte. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler präsentieren ihre Antworten auf die großen Zukunftsfragen einer Gesellschaft des langen Lebens. 

Video »Demografie 3D: Leben mit weniger«


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