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Meldung

Internationales Interesse an den Altersprojekten der Stiftung

Taiwans alternde Gesellschaft braucht dringend soziale Innovationen, ist Yu-Juin Wang überzeugt – und das Haus im Park der Körber-Stiftung könne ein Modell auch für ihr Heimatland sein. Die Innovationsberaterin und Lehrbeauftragte der Taipei Medical University hat das Haus gemeinsam mit Experten aus Taiwan besucht.

Zu den Gästen gehörten Vertreterinnen aus Politik und Wirtschaft, Journalismus, Wissenschaft und Kultur. Doris Kreinhöfer, Gesundheitsexpertin und stellvertretende Leiterin des Haus im Park, und Caterina Römmer, verantwortlich für die Kultur- und Bildungsangebote, präsentierten das Haus im Park ausführlich. Besonders das Nebeneinander von sozialen Projekten und einem offiziellen Kultur- und Theaterangebot unter einem Dach begeisterte die Gäste aus Fernost. Als innovativ empfanden sie, wie neben öffentlichen Einrichtungen auch die Angebote einer gemeinnützigen Stiftung wesentlich zu gutem Altern im Stadtteil beitragen können.

Aber auch die weiteren Aktivitäten des Bereichs Alter und Demografie interessierte die Gruppe aus Taiwan. Karin Haist, Leiterin der bundesweiten Demografieprojekte, stellte die strategischen Schwerpunkte der Stiftungsarbeit vor: Altersfreundliche Strukturen auf lokaler Ebene fördern, wie zum Beispiel im Haus im Park, Empowerment älterer Menschen und Agenda Setting – im öffentlichen Diskurs die Chancen des langen Lebens betonen. Dieser Diskurs zu Themen wie »Potenziale des Alters«, »Länger leben, länger arbeiten«, »Alter und Engagement« oder »Altersfreundliche Stadt«, mit denen sich die Körber-Stiftung in den letzten Jahren beschäftigt hat, müsse auch in Taiwan stärker geführt werden, stellte Yu-Juin Wang fest. Der Hintergrund: Taiwan ist ein Land, dem eine große Alterung bevorsteht. Das Land hat eine der geringsten Geburtenraten der Welt. Mitte des Jahrhunderts soll der Anteil der Menschen über 60 bei 38 Prozent liegen.

Die Körber-Stiftung präsentierte sich auf globaler Alterskonferenz

Ähnlich dramatisch sind die Zahlen für Südkorea. Die Seoul 50plus Foundation setzt deshalb einen Masterplan der Hauptstadt um, wie ältere Menschen in gut ausgestattete Campus-Einrichtungen auch nach der Erwerbsarbeit an Bildung und soziale Verantwortung herangeführt werden können. Ihre Erfahrungen präsentierte die 50plus Foundation auf der 14. globalen Alterskonferenz der International Federation of Ageing vom 7. bis 10. August in Toronto. Mit auf dem Podium saßen internationale Organisationen, die in ihren Ländern ältere Menschen zu gesellschaftlichen Innovationen und eigenen Unternehmungen ermutigen: Der britische »Global innovation fund« Nesta, die gemeinnützige Einrichtung Encore.org aus den USA – und die Körber-Stiftung. Karin Haist war eingeladen, das Podium zur »Longevity«, der Chance des langen Lebens, zu moderieren, und stellte einem sehr interessierten internationalen Publikum auch die Pläne der Stiftung für das neue Projekt »Zugabe« dar, das bald starten wird und auf soziale Gründer und Gründerinnen 60 plus setzt. Die Körber-Stiftung wird damit zum Partner eines globalen Netzwerks von Förderern der Idee einer »Encore career«.


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