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Theaterwerksatt Haus im Park holt Fritz-Wortelmann-Preis

Damit hatten sie beim Antritt ihrer Reise nach Bochum nicht gerechnet: Die Teilnehmer der Theaterwerkstatt des Haus im Park der Körber-Stiftung bringen einen Fritz mit nach Hause. »Wir schweben wie auf Wolken«, freut sich Martina Vermaaten, die Leiterin der Theatergruppe.

Sie und ihre sieben Darstellerinnen haben in der Kategorie Erwachsene Amateure den ersten Platz für die Inszenierung »Geschichten aus der Besenkammer« abgeräumt. Mit dem Fritz-Wortelmann-Preis zeichnet die Stadt Bochum Figurentheaterproduktionen aus ganz Deutschland aus. Insgesamt waren 22 Theatergruppen nominiert und zeigten vom 19. bis 22. September ihre Inszenierungen an verschiedenen Orten in der Stadt.

Für die »Geschichten aus der Besenkammer« wurde eine Teeküche entfremdet und zur Bühne ernannt. Die Theaterwerkstatt des Haus im Park sorgte aber nicht nur mit ihrem ungewöhnlichen Spielort für Aufsehen, sondern überzeugte vor allem mit ihrem Spiel, in dem sie alten, aussortierten Alltagsgegenständen neues Leben einhauchte.  In der Begründung zur Vergabe des Preise hob die Jury hervor, dass Objekttheater nicht zu den leichtesten Spielformen gehöre.

Die Jury lobte die Tiefe, den Humor und dass die Gruppe es verstanden habe, nicht Menschentheater zu verkleinern, sondern durch Reduktion und Abstraktion die Stärken des Figurentheaters zu betonen. Mit einem Augenzwinkern sagte Jury-Mitglied und Theaterwissenschaftlerin Seta Guetsoyan, dass die Zuschauer wohl zukünftig keine benutzten Zahnbürsten mehr aussortieren könnten, ohne an die Szene zwischen einer jungen, einer alten Zahnbürste und einem Putzlappen zu denken. Während hier die noch eingepackte Zahnbürste Angst vor Schmutz und Benutzung, kurzum vor dem Leben hat, genießen der alten Lappen und die abgenutzte Zahnbürste ihr Leben in vollen Zügen und machen auch aus ihrem erotischen Verhältnis kein Geheimnis.

Die allegorische Übersetzung von menschlichen Beziehungszusammenhängen in die Welt der Besenkammer ist die Idee der Regisseurin Martina Vermaaten, die sich nach fast 20 Jahre Leitung der Theaterwerkstatt und neun Inszenierungen nun neuen Aufgaben zuwendet. Der Fitz-Wortelmann-Preis bildet den krönenden Abschluss ihrer Tätigkeit für die Theaterwerkstatt, die zu den Angeboten des Haus im Park für die kulturelle Teilhabe Älterer gehört.

»Dieser Erfolg erfüllt uns mit Stolz und ist das Ergebnis einer langen Arbeit. Besonderer Dank gilt dem unermüdlichen Einsatz und dem immer wieder aufmunternden Zuspruch unserer drei Anleiterinnen Martina Vermaaten, Astrid Huber und Nicola Reinmöller,« fasst die Darstellerin Bertrun Günther die Freude des Teams zusammen. Der Preis wurde am 22. September im Rathaus der Stadt Bochum übergeben.

Geschichten aus der Besenkammer
Von und mit: Brigitte Buchta, Marion Friedsch, Ursula Gradert, Bertrun Günther, Ursula Michael, Sigrun Spikofski, Gabi Sprotte
Idee und Regie: Martina Vermaaten
Materialtheater Coaching: Nicola Reinmöller
Bühne: Astrid Huber

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