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Männer im Ruhestand: Geschenk und Herausforderung

Männer und Ruhestand, ein Thema, das bisher noch wenig im Fokus wissenschaftlicher Untersuchungen steht und das, obwohl doch gerade bei älteren männlichen Bundesbürgern die Suizidrate besonders hoch ist. Ein Befund der die Vermutung nahe legt, dass besonders für Männer das Berufsende ein kritisches Lebensereignis, »ein gravierender Einschnitt ist«, wie es Hans Prömper, Lehrbeauftragter an der Universität des dritten Lebensalters in Frankfurt, vor den meist männlichen Zuhören des Themensalons im Haus im Park der Körber-Stiftung benennt.

Prömper hat sich dem Thema »Männer« – auch in ihrer nachberuflichen Phase – verschrieben und in Frankfurt seit 2016 eine Forschungswerkstatt eingerichtet. Das Erleben der neuen Lebensphase würde sehr unterschiedlich verarbeitet und bewege sich »zwischen Wohlbefinden, Aktivität, neuer Lebensgestaltung, aber auch Bedeutungsverlust, Einsamkeit und Depression«. Dieses widersprüchliche Erleben ist für Prömper ein Grund »hier genauer hinzuschauen, vor allem auf Unterschiede zwischen Männern in verschiedenen sozialen Milieus, mit unterschiedlichen Orientierungen und Bewältigungsmustern«. Darüber sei noch zu wenig bekannt und erforscht. Eine Erkenntnis, die Prömper zu der Idee seiner Forschungswerkstatt führte. Das besondere an seinem Seminar sei, dass sich hier Männer mit ihrer eigenen aber auch der Biografie anderer Ruheständler, »mit ihrem Übergang, mit den unterschiedlichen Formen des Erlebens und Verarbeitens dieser Passage, auch der Neuorientierung und Gestaltung ihres Lebens« auseinandersetzen. Die derzeit 15 Teilnehmer sind darüber hinaus auch als Laien-Forscher tätig und entwickelten einen Interviewleitfaden für Befragungen. Mittlerweile haben sie über ein Dutzend Interviews mit verrenteten Männer geführt, die nun weiter ausgewertet werden müssen.

»Ältere Männer entdecken sich selbst als diejenigen, die Beratung suchen«, stellt Prömper fest. Aber wo finden sie Orte für diese Beratung und den Austausch mit Menschen in einer ähnlichen Situation. Dass hier eine große Nachfrage besteht, macht auch der Themensalon im Haus im Park sowie die Wortmeldungen der interessierten Gäste deutlich. Sie waren nicht nur gekommen, »weil meine Frau mich mitgeschleppt hat«, wie ein Herr mit Blick auf die Dame neben ihm zugab, sondern auch, um »vorbereitet zu sein« und »ein paar Tipps« zu bekommen. Sehr freimütig berichtete ein Teilnehmer, dass er seit zehn Jahren im Ruhestand sei und die Leerstelle, die durch den Wegfall des Berufs entstanden wäre, dank vielfältiger Aktivitäten, wie einem Kontaktstudium oder beispielsweise dem Besuch von Veranstaltungen, sinnvoll und zufrieden gestaltet. Dass der Übergang in den Ruhestrand gut gelingen kann, zeigte das Beispiel eines anderen älteren Mannes, der seinen Nachfolger einarbeiten konnte und der dadurch gefragt war, sein Wissen weiterzugeben. Den Austausch mit dem jüngeren Kollegen erlebte er als sehr motivierend und positiv.

Dass Männer sich so offen über ihr Befinden äußern, sei nicht selbstverständlich. Für sie, so Hans Prömper, gäbe es wenig »Räume« des Austauschs. Das habe anscheinend immer noch mit dem vorherrschenden, klassischen Männerbild zu tun. Nicht zuletzt der Blick auf die Suizidstatistik macht deutlich, hier muss sich etwas ändern. Die Erfahrungen aus der Forschungswerkstatt und dem Themensalon lassen hoffen, dass eine Gesellschaft des langen Lebens vielleicht auch die Möglichkeit bietet, mit den klassischen Rollenzuweisungen aufzuräumen und neue Lebensentwürfe zu erproben.

 

Start des eingeschränkten Präsenzbetriebs im Haus im Park

Als Körber-Stiftung prüfen wir aktuell, wann und unter welchen Bedingungen wir unsere Standorte wieder öffnen werden. Dabei steht für uns an erster Stelle die Sicherheit unserer Gäste sowie unserer Mitarbeitenden. Wir nutzen den Sommer, um mit einzelnen Angeboten den Betrieb unter Einhaltung der aktuellen Schutzvorgaben testweise wieder zu beginnen und die Vereinbarkeit der verschiedenen Nutzungen des Haus im Park mit ihren jeweils spezifischen Schutzvorgaben zu erproben. Dazu wird es im Juli und August ein kleines Sommerangebot mit Kursen des Programms »Lernen und mehr« geben. Informieren Sie sich ab Ende Juni hier. Auch der Theaterbetrieb wird für die Privattheatertage im Juni und die Bergedorfer Musiktage im Juli geöffnet. Die Physikalische Therapie der BiP ist weiterhin geöffnet, das Restaurant im Park der BiP wird ab dem 14. Juni montags bis freitags 10.00 bis 17.00 Uhr wieder geöffnet sein.

Wir wünschen uns, nach der Sommerpause wieder in einen »neuen« Normalbetrieb im Haus im Park starten zu können und informieren Sie rechtzeitig auf dieser Website über das geplante Programm.

In der der Zwischenzeit schauen Sie gern in die Mediathek, nehmen an unseren digitalen Veranstaltungen via Live-Stream teil oder hören Sie unsere Podcasts.

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Um noch mehr Menschen die Teilhabe an unseren Angeboten und Veranstaltungen zu ermöglichen, kennzeichnen wir außerdem auch die Veranstaltungen, die sich insbesondere an Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen richten, mit einem lilafarbenen Symbol.

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