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Historikerverband zeichnet herausragende Schülerprojekte aus

Vier Preisträger des Geschichtswettbewerbs können sich über eine weitere Auszeichnung freuen. Neben Frederico Cassarà wird Jens Ulrich Noske, Jasper Siegert und Florentin Seifert im Rahmen einer Festveranstaltung des 52. Deutschen Historikertages in Münster der Schülerpreis des Verbands der Historiker und Historikerinnen Deutschlands verliehen.

Der Schülerpreis wird vom Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands (VHD) und der Körber-Stiftung seit 2010 alle zwei Jahre auf dem Deutschen Historikertag vergeben. Der Historikerverband drückt damit seine Wertschätzung für herausragende Leistungen junger Geschichtsforscher aus.

Die Preisträger hatten am Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten 2016/17 zum Thema »Gott und die Welt. Religion macht Geschichte« teilgenommen und wurden für ihre Beiträge mit Bundespreisen ausgezeichnet. Das wissenschaftliche Niveau ihrer Arbeiten ist so hoch, wie man es erst von Studierenden erwartet. Dafür werden die Vier nun erneut gewürdigt.

Im Beitrag von Federico Cassarà (heute 19 Jahre) aus Bönnigheim mit dem Titel »Katholisch- kommunistische Beziehungen im Italien der Nachkriegszeit. Zwischen Konflikt und Kompromiss« geht es um das Nebeneinander katholischer Praxis und kommunistischer Bewegung in der italienischen Gesellschaft der Nachkriegszeit. Die Familie von Federico Cassarà stammt aus dem süditalienischen Ort Melitello, wo er Verwandte und Dorfbewohner interviewte und unter anderem in historischen Parteidokumenten recherchierte. In seiner Arbeit, für die er mit einem ersten Bundespreis ausgezeichnet wurde, untersuchte er die Vereinbarkeit von Katholizismus und Kommunismus im Privaten sowie deren Auswirkungen auf die italienische Gesellschaft und Politik.

Jasper Siegert (18 Jahre) und Florentin Seifert (19 Jahre) aus Oldenburg werden für ihr Projekt »›Lever dood als slaav‹. Der Kreuzzug gegen die Stedinger Bauern und seine Ideologisierung im ›Dritten Reich‹« ausgezeichnet. Die beiden beschäftigen sich mit dem Feldzug des Erzbistums Bremen gegen die Stedinger Bauern in den Jahren 1233/34. An diesem Beispiel ergründen sie, welche Rolle die christliche Religion bei der Legitimation politischer Interessen im Mittelalter spielte und zeigen auf, wie das historische Ereignis in der NS-Zeit ideologisch vereinnahmt wurde.

Der 19-jährige Jens Ulrich Noske aus Lüdinghausen hat bereits zweimal am Geschichtswettbewerb teilgenommen. Für seinen Beitrag »Religiöse Motivation politischen Handelns am Beispiel Fürstbischof Christoph Bernhards von Galen« erforschte er den Einfluss von Religion auf politische Konflikte bzw. politisches Handeln am Beispiel Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen. Jens Ulrich Noske untersuchte insbesondere religiöse Elemente im politischen Handeln des Münsteraner Fürstbischofs und thematisierte dessen Verhältnis zum Heiligen Stuhl und zu den Kreuzzügen.
Die vier Preisträger werden heute Abend im Rahmen der Festveranstaltung des 52. Deutschen Historikertags in der Überwasserkirche Münster ausgezeichnet. Als Preis erhalten sie das Buch der Historikerin Lyndal Roper »Der Mensch Martin Luther«.

Pressemitteildung


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