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History Camps

Für viele Teilnehmer bieten die History Camps die ersten unmittelbaren Begegnungen mit Menschen aus den mehr als 20 im EUSTORY-Netzwerk der Körber-Stiftung vertretenen europäischen Ländern. Die Projektarbeit in internationaler Atmosphäre zu kontroversen historischen Themen ermöglicht Schlüsselerlebnisse, die Bereitschaft zur und Kompetenz in internationaler Verständigung vermitteln.

Seit Jahrzehnten regen Projekte wie der Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten oder das europäische Geschichtsnetzwerk EUSTORY junge Menschen zur kritischen Auseinandersetzung mit Geschichte an. Die jungen Preisträger tauschen sich in internationalen Jugendbegegnungen über ihre Erfahrungen mit und Perspektiven auf die Geschichte des Kontinents aus. Ziel dabei ist stets die Erfahrung zu vermitteln, dass die eigene Wahrnehmung aktueller wie historischer Weltgeschehen durch den eigenen lokalen und nationalen Kulturkreis geprägt wird. Erst in der Auseinandersetzung mit Menschen aus anderen Ländern gelingt eine kritische und konstruktive Auseinandersetzung mit der europäischen Geschichte.

History Camps 2016

History Camps bieten jungen Europäern die außergewöhnliche Chance, grenzüberschreitende europäische Erfahrungen zu machen. Die History Camps im kommenden Herbst stehen unter dem Eindruck aktueller Krisen und erstarkter populistischer Bewegungen in Europa und stellen sich der Herausforderung, für einseitige Geschichtsdeutungen und nationalistische Verengungen zu sensibilisieren.

»Backpacking Visegrád with Pen and Camera. Traces of Social Movements in Past and Present«

Wann: 22. September bis 1. Oktober 2016
Wo: Budapest, Ungarn; Prag, Tschechien; Danzig, Polen
Arbeitssprache: Englisch
Teilnehmerzahl: 20

Organisiert von der Körber-Stiftung gemeinsam mit EUSTORY, dem European Solidarity Center in Warschau/PL und der PANT Citizens' Association in Ostrava/CZ.

Die Teilnehmenden bereisen drei Länder der Visegrád-Gruppe und setzen sich vor Ort mit der Rolle von Medien und Öffentlichkeit bei Protestbewegungen damals und heute auseinander.

»United or Divided in Diversity? National Identities in Europe«

Wann: 2. bis 8. Oktober 2016
Wo: Tiflis, Georgien
Arbeitssprache: Englisch
Teilnehmerzahl: 25

Organisiert von der Körber-Stiftung gemeinsam mit EUSTORY und dem Regionalbüro des DVV International in Tiflis/GE.

Die Teilnehmenden beschäftigen sich mit nationaler Identität und diskutieren deren Bedeutung für sie persönlich, in ihren Heimatländern und im Gastland Georgien, einem eher jungen Nationalstaat in Europa.

Bewerben konnten sich Jugendliche aus dem EUSTORY-Netzwerk und dessen Partner im Alter zwischen 16 und 19 Jahren.

Alle Informationen sowie die Ausschreibungstexte in englischer Sprache finden Sie hier:

Download (PDF)

Rückblicke

Geschichte und Identität aus verschiedenen Perspektiven

In Tiflis, Georgien, 2. bis 8. Oktober 2016

»Wenn ich in Berlin bin, fühle ich mich als Stuttgarterin. Wenn ich in Paris bin, fühle ich mich als Deutsche. Wenn ich in Peking bin, fühle ich mich als Teil der westlichen Welt. Meine Identität ist ein Mosaik und der Kontext bestimmt, welcher Teil sichtbar wird«, fasst Cara Fellmann, Preisträgerin des deutschen Geschichtswettbewerbs, ihr Verständnis von Identität zusammen.

Während des History Camps »United or divided in diversity? National identities in Europe« vom 2. bis zum 8. Oktober 2016 kamen 24 Preisträger aus nationalen Geschichtswettbewerben von 16 Mitgliedsländern des EUSTORY-Geschichtsnetzwerks in der Hauptstadt Georgiens zusammen. Gemeinsam näherten sie sich dem schwer zu definierenden Begriff der »Identität« und nutzen die gemeinsame Woche, um sich darüber auszutauschen, welchen Einfluss Nationalität auf dieses Konstrukt ausüben kann. Durch die intensive Auseinandersetzung lernten die Teilnehmer neue Perspektiven und andere Sichtweisen kennen, beschäftigten sich mit Ausformungen von Patriotismus und Nationalismus und formulierten eigene kritische Haltungen gegenüber einem allzu idealisierten oder emotionalen Umgang mit Identität. Deutlich wurde, dass den beteiligten Jugendlichen zwischen Weißrussland und Portugal, Estland und Israel nationale Identifikation überwiegend wichtig war, aber von weiteren Identifikationsräumen ergänzt wurden: kleinräumige lokale ebenso wie ein europäischer, aber auch beispielsweise der skandinavische oder baltische Raum. Trotz vieler Unterschiede fanden die Jugendlichen eine gemeinsame Basis, genossen die internationale Zusammensetzung der Gruppe und betonten ausdrücklich die von ihnen empfundene persönliche Verantwortung für die gegenwärtige und zukünftige Mitgestaltung ihres Umfelds.

Das History Camp bestand aus Übungen und Präsentationen, aus Diskussionsrunden, Workshops, Begegnungen und Exkursionen. So erkundeten die Jugendlichen Tiflis und das Nationalmuseum Georgiens und setzten sich dort u.a. kritisch mit der Ausstellung über die sowjetische Okkupation des Landes auseinander. Input über »georgische Identität« und das »sowjetisches Erbe« darin erhielten die Camp-Teilnehmer dabei von Davit Jishkariani, promovierter Historiker und Mitbegründer des »Soviet Past Research Laboratory« in Tiflis. Besonders intensiv konnten die Teilnehmer ihre Gastgeber-Nation auch bei einer Gesprächsrunde mit georgischen Wissenschaftlern erleben, die sie zu ihrer persönlichen Identität interviewten. Die Perspektiven von jüngeren Georgiern kamen insbesondere bei Begegnungen mit Schulklassen zustande: In das History Camp war u.a. ein Workshop an einer georgischen Schule integriert, bei dem sich die Jugendlichen gegenseitig über Erfahrungen und Ergebnisse von eigenen Geschichtsprojekten austauschten.

Ein Vortrag zur sowjetischen Vergangenheit Georgiens von Prof. Dr. Oliver Reisner (Universität Tiflis) gab dem Camp einen weiteren theoretischen Unterbau. Im Seminar war auch Georgi Vanyan zu Gast, armenischer Theater-und Filmregisseur sowie Menschenrechtsaktivist, der die Perspektive auf nationale Konflikte im Kaukasus über Georgien hinaus weitete und von seinen Bemühungen in der Grenzregion rund um das georgische Tekali berichtete, wo er zusammen mit Gleichgesinnten Lösungsstrategien für die regionalen Konflikte Südkaukasiens entwickelt.

Zum Abschluss des Camps fand eine öffentliche Veranstaltung im Nationalmuseum Georgiens statt. Hier stellten die Preisträger ihre eigenen Forschungsprojekte in einer Ausstellung vor und gaben Einblicke in die Workshop-Woche. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurden auch Perspektiven für die Initiierung eines georgischen Geschichtswettbewerbs mit nationalen und internationalen Partnern diskutiert.

Das History Camp wurde vom Historiker und Pädagogen Frank Reiniger begleitet, er wurde unterstützt von Marika Abazadze, Alumna der Körber-Stiftung aus Georgien. Die Workshop-Woche wurde in Kooperation mit dem DVV International durchgeführt.

Eindrücke vom History Camp bietet auch die Dokumentation »Looking back at the History Camp in Tbilisi«. Weitere Ergebnisse des History Camps werden sukzessive auf dem History Campus veröffentlicht.

Das von der Körber-Stiftung initiierte Geschichtsnetzwerk EUSTORY regt junge Europäer zur gemeinsamen Auseinandersetzung mit zentralen Fragen der europäischen Geschichte und Identität an. Das Netzwerk verbindet zivilgesellschaftliche Organisationen aus 25 Ländern Europas, die nationale Geschichtswettbewerbe durchführen. Über 190.000 Jugendliche haben sich bislang daran beteiligt, rund 1.600 von ihnen nahmen bereits an den History Camps des EUSTORY-Netzwerks teil.

»Heimat neu gedacht – Veränderte Zugehörigkeiten und Identitäten im Nachkriegseuropa«

Zweiter Baltic Sea Youth Dialogue

In Olsztyn, Polen, 2. bis 9. September 2015

2015 jährt sich mit dem 70. Jahrestag des Endes vom Zweiten Weltkrieg auch die geographische und politische Neuordnung Europas. Vor 70 Jahren bestimmte die Potsdamer Konferenz Landesgrenzen neu. Millionen von Menschen mussten ihre bisherige Heimat verlassen und in die neu ausgewiesenen Grenzen ihrer Nationalstaaten umsiedeln. In einigen Ländern war es bis 1989 untersagt, über die Erfahrung von Umsiedlung und Vertreibung öffentlich zu sprechen. Wie wirken sich Erfahrungen von Flucht und Vertreibung auf das Verständnis von Identität aus? Anfang September nahmen 50 junge Europäer aus 19 Ländern am zweiten Baltic Sea Youth Dialogue im polnischen Olsztyn, der ehemaligen ostpreußischen Stadt Allenstein, teil und gingen auf Spurensuche. Ihr Thema »Heimat neu gedacht – Veränderte Zugehörigkeiten und Identitäten im Nachkriegseuropa«.

Die Jugendlichen aus den Netzwerken von Ostseerat und EUSTORY forschten mit besonderem Blick auf die Ostseeanrainerstaaten. In drei Arbeitsgruppen erschlossen die Teilnehmer mit Hilfe von Interviews mit Zeitzeugen, Fotos und Videos das komplexe Geschichtsbild der Region. Begriffe wie »Identität« und »Heimatland«, »Zukunft« und »Vergangenheit« wurden mit Blick auf die regionalen Besonderheiten in Olsztyn bildlich umgesetzt.

Die Ausstellung #regionaleye zeigt die künstlerisch aufgearbeiteten Ergebnisse.

regionaleye

Baltic Sea Youth Dialogue stellt aus: Heimat neu gedacht

Wie wirken sich Erfahrungen von Flucht und Vertreibung auf das Verständnis von Identität aus? Anfang September nahmen 50 junge Europäer aus 19 Ländern am zweiten Baltic Sea Youth Dialogue im polnischen Olsztyn, der ehemaligen ostpreußischen Stadt Allenstein, teil und gingen auf Spurensuche. Ihr Thema »Heimat neu gedacht – Veränderte Zugehörigkeiten und Identitäten im Nachkriegseuropa«.

Welche Bedeutung hat die Nationalität für die Identität von Menschen, wenn Ländergrenzen verschoben werden? Welche Spuren hinterlässt das erzwungene Schweigen über die eigenen Erfahrungen? Die Jugendlichen hörten ganz unterschiedliche Antworten: »Sein Bestes geben ist das Einzige was zählt - Kommunismus oder Demokratie sind nur Worte.« »Heimat ist eine innere Einstellung.« »Frieden und Ruhe sind alles, was ich für ein Zuhause brauche.« »Der Unterschied zwischen den Menschen verblasst.« Die Ausstellung #regionaleye zeigt die künstlerisch aufgearbeiteten Ergebnisse jetzt online.

Die Jugendlichen aus den Netzwerken von Ostseerat www.cbss.org und EUSTORY forschten mit besonderem Blick auf die Ostseeanrainerstaaten. Mehrere Kurzfilme und ausgewählte Fotos zeigen die Ergebnisse dieser Spurensuche. In ihnen haben die Teilnehmer Begriffe wie »Identität« und »Heimatland«, »Zukunft« und »Vergangenheit« mit Blick auf die regionalen Besonderheiten in Olsztyn bildlich umgesetzt. Ihr Schwerpunkt lag dabei auf der multikulturellen Geschichte der Provinz Ermland-Masuren. In künstlerisch gestaltete Poster übertragene Zitate aus Gesprächen mit Zeitzeugen und jüngeren Bürgern der Stadt runden mit sehr individuellen Einsichten die Gesamtausstellung #regionaleye ab, die erstmals zum Abschluss des einwöchigen Programms in Olsztyn gezeigt wurde.

Die Auseinandersetzung mit regionaler Identität hat viele Teilnehmer dazu bewogen sich nun auf die Spurensuche in ihren Heimat-Regionen zu begeben. Ein Teilnehmerin fasst ihre Erfahrungen aus dem Programm zusammen: »Ich fühle ich mich jetzt viel mehr als eine Europäerin; dank des Seminars sehe ich mich mit so vielen anderen Ländern Europas verbunden«. Ein weiterer Teilnehmer aus Wales sieht einen Zusammenhang zwischen regionaler und europäischer Identität: »Wir Waliser fühlen uns als Europäer, weil uns das erlaubt, gleichzeitig auch Waliser zu sein«.

Die Stadt Olsztyn bot den perfekten Mikrokosmos für den zweiten Baltic Sea Youth Dialogue: 2015 jährt sich mit dem 70. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs auch die geographische und politische Neuordnung Europas. Vor 70 Jahren bestimmte die Potsdamer Konferenz Landesgrenzen neu. Millionen von Menschen mussten ihre bisherige Heimat verlassen und in die neu ausgewiesenen Grenzen ihrer Nationalstaaten umsiedeln. In einigen Ländern war es bis 1989 nicht möglich, öffentlich über die Erfahrung von Umsiedlung und Vertreibung zu sprechen; dazu gehörte auch die Region rund um die polnische Woiwodschaft Ermland-Masuren, in der Olsztyn liegt.

Mit diesem zweiten Baltic Sea Youth Dialogue setzten Ostseerat und Körber-Stiftung ihre Kooperation aus dem Vorjahr fort. Vor Ort wurde der zweite Baltic Sea Youth Dialogue von der Stiftung Borussia in Olsztyn organisiert. Partner war die polnische Provinz Ermland-Masuren. Zusätzliche finanzielle Mittel kamen von der EU-Strategie für den Ostseeraum (EUSBR).

mehr Infos

»Kriegskinder in Europa«

Europäisches Online Projekt mit integriertem History Camp in Berlin

April bis September 2015

2015 jährt sich das Ende des Zweiten Weltkrieges zum 70. Mal. Noch leben in Europa Menschen, die als Kinder den Krieg in verschiedensten Situationen miterlebt haben. Ihre Erfahrungen sind sehr individuell, können aber gleichzeitig für bestimmte Gruppen von Kriegskindern durchaus ähnlich sein. Wie kommt es, dass zu bestimmten Zeiten an einige Schicksale erinnert wird, andere jedoch in Vergessenheit geraten? Welche Rückschlüsse lässt das zu auf den Blick auf die Vergangenheit in unterschiedlichen Gesellschaften in Europa früher und heute?

In dem Online-Projekt beschäftigten sich 20 junge Europäer über mehrere Monate mit Schicksalen von Kriegskindern in Europa und ihren Erfahrungen mit der Öffentlichkeit. Mit Hilfe von Webinaren und Online-Kommunikation in einer geschlossenen Gruppe auf dem History Campus erarbeiteten sie sich Aspekte des Themas. Bislang unbekannte Biographien und neue Quellen aus 13 Ländern wurden von den Teilnehmern erschlossen, unterschiedliche Perspektiven auf Kriegskinderbiografien reflektiert und aktuelle Bezüge zu Kriegsflüchtlingen in Europa gezogen. Dank der Arbeit in neun bi-nationalen Tandems, z.B.: georgisch-österreichisch, serbisch-slowenisch oder lettisch-litauisch wurden neue Blickwinkel ermöglicht.

Neben den grenzüberschreitende Reflexionen zum Thema Kriegskinder in den Tandemtexten sind spannende Zeitzeugen-Interviews und Auswertungen von Archivrecherchen vor Ort entstanden.

Die Ergebnisse

Europe 14 | 14

»Wir sind die Zukunft Europas«

HistoryCampus Berlin zieht erfolgreiche Bilanz

Look back, think forward: Anlässlich des 100. Jahrestags des Beginns des Ersten Weltkriegs kamen vom 7. bis 11. Mai 2014 in Berlin 400 junge Menschen aus 40 Ländern Europas und Nordafrikas zum HistoryCampus zusammen. Eröffnet hatte den Campus Bundeskanzlerin Angela Merkel. In 22 Workshops, betreut von über 100 Workshop-Leitern aus Wissenschaft, Kultur und Bildung, setzten sich die jungen Europäer mit ihren unterschiedlichen Bezügen zum Thema auseinander. Sie tauschten sich über die Geschichten ihrer Familien aus, diskutierten über die verschiedenen nationalen Sichtweisen auf den Ersten Weltkrieg und die Frage, warum Frieden und Verständigung in Europa heute so wichtig sind. Die Ergebnisse aus den Workshops präsentierten sie zum Abschluss des Campus bei einer Werkschau und auf der Bühne des Maxim Gorki. »Der HistoryCampus hat einen herausragenden Beitrag für den Dialog über den Ersten Weltkrieg in Europa geleistet«, so Sven Tetzlaff, der den Bereich Bildung der Körber-Stiftung leitet. »400 junge Leute haben Europa lebendig werden lassen und sind als Botschafter des europäischen Friedensprojekts wieder in ihre Heimatländer zurück gereist«. Europe 14|14 ist ein gemeinsames Projekt der Körber-Stiftung, der Bundeszentrale für politische Bildung und der Robert Bosch Stiftung in Kooperation mit dem Maxim Gorki Theater Berlin und zahlreichen weiteren Partnern.

Ob Comic, Theater, Performance, Architekturmodell oder Museumskonzept, Film, Audio-Collage, Planspiel, Ausstellung, Website oder Computerspiel – 400 junge Europäer haben beim HistoryCampus ihre Antwort gegeben auf die Frage: Erster Weltkrieg – was hat das mit mir zu tun? Sie haben vielfältige und höchst unterschiedliche Eindrücke vom HistoryCampus mit nach Hause genommen. »Jedes Leben hat seine Wendepunkte. Für meinen Großvater war es der Erste Weltkrieg. Mein Leben veränderte es heute, seine Geschichte zu entdecken«, sagte Roman Roobroeck, belgischer EUSTORY-Preisträger von 2011. Roman hat die Geschichte seines Großvaters im Ersten Weltkrieg erforscht, beim HistoryCampus reflektierte er unterschiedliche Perspektiven auf den Ersten Weltkrieg in Europa. Jovana Rakic, Alumna des FutureLab Europe und HistoryCampus-Teilnehmerin aus Serbien beantwortete auf die Fragen nach eigenen Erkenntnissen vom HistoryCampus so: »Heute vor 100 Jahren hatte ein junger serbischer Mann eine furchtbare Idee, wie er für das Wohl seines Landes kämpfen könnte. Heute ist eine junge Frau aus Serbien hier, im Herzen Europas, und kann ganz frei und offen mit anderen jungen Leuten verschiedenster Nationen sprechen. Ich fahre aus Berlin zurück mit dem starken Eindruck, dass Europa nicht dazu verdammt ist, seine Fehler der Vergangenheit zu wiederholen.« Beide sprachen über ihre Perspektiven auf Krieg und Frieden in Europa auch mit dem deutschen Außenminister Frank-Walter Steinmeier bei dessen Besuch des HistoryCampus am 9. Mai. Vlad Badea, Geschichtswettbewerbs-Preisträger aus Rumänien, verhandelte in einem Planspiel-Workshop als Delegationsmitglied einer der beteiligten Mächte der Pariser Friedenskonferenz den Frieden erneut: »Dabei musste ich Positionen einnehmen, die mich in Konflikt brachten mit meiner Identität als Rumäne von heute« – eine hilfreiche Erfahrung, um die eigene nationale Black-Box besser kennen zu lernen und reflektieren zu können.

Film

400 junge Europäer trafen beim HistoryCampus Europe 14|14 vom 7. bis 11. Mai 2014 im Gorki in Berlin Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesaußenminister Franz-Walter Steinmeier und setzten sich intensiv mit der Gegenwartsbedeutung des Ersten Weltkriegs aus europäischer Perspektive auseinander.

www.europe1414.de

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