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History@debate: August 1914. Literarische Bilder aus Moskau, Köln und Sarajevo

Freitag, 9. Mai 2014, 20.30 bis 22.15 Uhr
Literaturhaus Berlin 

Wie erlebten die Menschen in den europäischen Metropolen den Ausbruch des Ersten Weltkriegs? Welche Geschichte erzählen die Quellen? Und welche Geschichten lassen sich aus den Quellen erzählen? 23 Schriftstellerinnen und Schriftsteller haben vergangenes Jahr in 23 Städten Europas Erlebnisse und Stimmungen bei Kriegsbeginn recherchiert und in literarischen Essays und Erzählungen verarbeitet. Die Ergebnisse dieses Projekts der Kulturstiftung des Bundes und des Netzwerks der Literaturhäuser werden auf der Literaturnacht »August 1914« in Berlin vorgestellt. Marcel Beyer, Marjana Gaponenko und Dževad Karahasan lesen aus ihren Texten und diskutieren moderiert von Sigrid Löffler über das Zusammenspiel von Literatur und Erinnerungskultur in Europa.

Die Veranstaltung wird am 9. Mai vollständig live übertragen. Fragen und Kommentare können auf Twitter über den Hashtag #hist14 in die Debatte eingebracht werden.

Marcel Beyer wurde 1965 im württembergischen Tailfingen geboren. Er studierte Germanistik, Anglistik und Allgemeine Literaturwissenschaft in Siegen. Beyer lebte bis 1996 in Köln, seitdem in Dresden, und verfasst Prosa, Lyrik und Essays, zuletzt den Roman »Kaltenburg« (2008) sowie »Putins Briefkasten. Acht Recherchen« (2012). Er wurde, u.a. mit dem Heinrich-Böll-Preis der Stadt Köln (2001) und dem Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Tübingen (2003) ausgezeichnet und hielt 2013 die Ernst-Jandl-Poetikdozentur an der Universität Wien.

Marjana Gaponenko wurde 1981 in Odessa geboren und studierte dort Germanistik. Nach Stationen in Krakau und Dublin lebt sie nun in Mainz und Wien. Sie schreibt seit ihrem sechzehnten Lebensjahr auf Deutsch. 2009 wurde sie mit dem Frau Ava Literaturpreis ausgezeichnet. 2013 erhielt sie für ihren zweiten Roman »Wer ist Martha?« den Chamisso-Preis und den österreichischen Literaturpreis Alpha.

Dževad Karahasan wurde 1953 in Duvno/Jugoslawien geboren. Der Erzähler, Dramatiker und Essayist lebt in Graz und Sarajevo. Die Belagerung Sarajevos war Thema seines in zehn Sprachen übersetzten »Tagebuch der Aussiedlung« (1993) und der Romane »Schahrijars Ring« (1997) und »Sara und Serafina« (dt. 2000). Sein Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. So war er 2003 Stadtschreiber von Graz und erhielt im gleichen Jahr den Buchpreis zur Europäischen Verständigung. 2012 wurde er mit der Goethe-Medaille des Goethe-Instituts geehrt.

Moderation: Sigrid Löffler war nach dem Studium der Anglistik, Germanistik, Philosophie und Pädagogik in Wien als Kulturredakteurin und Herausgeberin für zahlreiche deutsche und österreichische Medien tätig. 1988 bis 2000 war sie feste Teilnehmerin des »Literarischen Quartetts«, 1996 bis 1999 Feuilletonchefin der Zeit. Vor kurzem veröffentlichte sie das Übersichtswerk »Die neue Weltliteratur und ihre großen Erzähler«.

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