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Jugendliche beziehen Stellung zur »Flüchtlingsdebatte«

Beim aktuellen Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten zum Thema »Anders sein. Außenseiter in der Geschichte« warnen viele junge Leute vor pauschaler Ablehnung von Flüchtlingen und Menschen, die als »anders« gelten.

Vor dem Hintergrund ihrer historischen Analyse beispielsweise zu den fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Rostock Lichtenhagen und der Stigmatisierung von Asylbewerbern in den 1980er Jahren schlagen sie den Bogen in die Gegenwart.

»Die Frage, wieso es so viele Vorurteile und Feindlichkeit gab und immer noch gibt, hat mich während der Arbeit permanent beschäftigt« schreibt der 16-jährige Niklas aus NRW in seinem Beitrag und stellt als Ursache fest: »Unwissen und fehlende Begegnung!«. Anna (18 Jahre) aus Hamburg ergänzt, »dass Vorurteile gegenüber Flüchtlingen, sie seien ungebildet, würden sich auf Kosten der deutschen Steuerzahler ein schönes Leben machen und sich nicht integrieren, definitiv zu widerlegen sind.« Die beiden niedersächsischen Schülerinnen Theresa und Lene (18 Jahre) illustrieren in ihrem Beitrag »Zwischen Akzeptanz und Fremdenhass«, »dass die Exklusion auf Ansichten beruht, für die der einzelne Migrant meist nichts kann, die er nicht verkörpert, mit denen er aber trotzdem identifiziert wird.« Die 18-jährigen Badder und Zeinab aus Bremen schließen sich mit dem Appell an, dass Menschen »auf Grund des Andersseins nicht verurteilt und aus der Gesellschaft ausgegrenzt werden [sollten].«

In ihren Untersuchungen sehen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wiederholt mit dumpfen, fremdenfeindlichen Vorstellungen konfrontiert, wie die 18-jährige Anna aus Hamburg weiter schreibt: »Die Einstellung der Flüchtlingsgegner kommt mir im Anbetracht des erfahrenen Leids und des Willens, sich zu integrieren, sehr unreflektiert vor und lässt mich hoffen, dass durch das so starke Engagement der Bürger Vorurteile verloren gehen und solche Einstellungen überdacht werden, denn wir können uns nicht darüber beschweren, dass sie sich nicht in die Gesellschaft eingliedern, wenn wir es ihnen durch Ablehnung, Diskriminierung und Proteste oder Gewaltanwendung so schwer machen.«

Am Wettbewerb »Anders sein« haben mehr als 5.000 Kinder und Jugendliche mit 1.563 Beiträgen teilgenommen. »Sie widerlegen Vorurteile, suchen nach den Ursachen von Ausgrenzungen und entwickeln Lösungsvorschläge, diesen Entwicklungen entgegen zu steuern«, so Sven Tetzlaff, Leiter des Bereichs Bildung der Körber-Stiftung. »Die jungen Leute setzen auf Toleranz, Empathie und den Willen zur Begegnung«. Derzeit tagen die Jurys des Geschichtswettbewerbs. Ab Juni werden die Landesergebnisse bekannt gegeben. Preisträgerverzeichnisse und weitere Presseinformationen können dann auf der Homepage heruntergeladen werden.


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