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Jung und Alt: Engagement füreinander und miteinander

»Engagiert miteinander füreinander« – unter diesem Motto stellten Maren Neumann, Ehrenamtliche im Haus im Park der Körber-Stiftung, und Caterina Römmer, Leitung Bildung und Kultur, die generationsübergreifenden Projekte des Hauses in der Seniorenakademie Lübecker Bucht e.V. vor.

Im demografischen Wandel gewinnt die Begegnungen zwischen Alt und Jung zunehmend an Bedeutung. Das zahlenmäßige Verhältnis zwischen den Altersklassen in Deutschland wird sich deutlich verändern. Im Jahr 2050 wird – laut Berechnung durch das Statistische Bundesamt – die Hälfte der Deutschen über 48 Jahre und ein Drittel 60 Jahre oder älter sein. Gleichzeitig zeigen Untersuchungen, dass die Lebenswelten von Jung und Alt immer weiter auseinander driften. Werte, Interessen und Selbstbilder von jüngeren und älteren Generationen scheinen sich immer weiter voneinander zu entfernen, während die Berührungspunkte im Alltag schwinden. Jugendwahn und Überalterung der Gesellschaft bieten außerdem Nährboden für Vorurteile und negative Bilder vom Alter und der Jugend. Gemeinsame Aktivitäten und gemeinsames Erleben werden zum Schlüssel um falsche Zuschreibungen und überholte Rollenmodelle zu überwinden und gemeinsam die Gesellschaft zu gestalten.

Das Haus im Park der Körber-Stiftung ist ein öffentlicher Ort mit Angeboten – in den Bereichen Bildung, Gesundheit oder Kultur – für die Generationen 50 plus. Gleichzeitig ist das Haus aber auch ein Ort der Begegnung, des Austauschs und Engagements für Ältere. Ein wichtiger Bestandteil des Konzepts sind verschiedene Projekte, die das Engagement von Jung und Alt füreinander und miteinander ermöglichen. Die Jugendlichen der Schülerfirma Netthelp beispielsweise teilen ihre Kompetenz in Sachen digitale Medien mit den Älteren, indem sie Sprechstunden zum Umgang mit Tablet und Smartphone anbieten. In einem generationsübergreifenden Theaterprojekt, das im Oktober 2015 mit dem Stück »Faust« Premiere feierte, setzten sich Darsteller im Alter von 16 bis 80 ein Jahre lang mit den Fragen des Lebens auseinander, erforschten ihre Bedürfnisse, tauschten Perspektiven aus und vermittelten ihre Erkenntnisse einem breiten Theaterpublikum.

Maren Neumann und Caterina Römmer folgten der Einladung der Seniorenakademie Lübecker Bucht e.V., um von ihren positiven Erfahrungen aus Jung-Alt-Projekten zu berichten: »Wir stammen aus einer Zeit, in der man noch alles selbst manchen musste.« Mit diesen Worten stellte Maren Neumann »Hotzenplotz« vor. Hotzenplotz ist eine Gemeinschaftsproduktion, an der viele Akteure des Haus im Park beteiligt waren, die Schnitzer, die Patchworkerinnen, die Hörbücherei und viele andere Engagierte, die Puppen schnitzten, Kulissen malten, Licht und Ton übernahmen und vieles mehr. Zu Anfang waren die Bedenken groß, ob man heute noch Kinder mit einem Puppenspiel begeistern kann. Die Befürchtungen waren grundlos, bei der Premiere im März 2016, hingen die Kinder im Alter von vier bis 100 an den hölzernen Lippen von Kaspar, Seppel und dem Räuber Hotzenplotz. Für die Puppenspieler war dies eine Bestätigung, dass die Kinder heute von den gleichen Dingen fasziniert sind, wie sie selbst in ihrer Kindheit waren.

Das »Schnitzen mit Kindern« ist eine weitere Idee, die Maren Neumann an der Stadtteilschule Bergedorf umgesetzt hat. In den Ferien schnitzen Schüler und ältere Schnitzer aus der Holzwerkstatt des Haus im Park gemeinsam. Eine Woche lang entstehen Skulpturen und kleine Kunstwerke, die in der Schule ausgestellt werden. Ein wichtiger Aspekt ist der Austausch miteinander, deshalb gehört beispielsweise das gemeinsame Frühstück zum Konzept. In der Nachbesprechung des Pilotprojekts stellte sich heraus, dass Jung und Alt das gemeinsame Tun als sehr bereichernd erlebten. Für die Kinder war aber fast noch wichtiger, einen Erwachsenen bzw. älteren Menschen zu haben, der sich nur für sie Zeit nimmt, um etwas zu zeigen, zu erklären und ermöglicht, die eigenen Idee umzusetzen.

Das Puppenspiel Hotzenplotz wird aufgrund der großen Nachfrage nochmals am 4. und am 11. Mai jeweils ab 16 Uhr im Haus im Park aufgeführt.

Anmeldung unter 040-72 57 02-0.


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