X

Altersfreundlichkeit auf Dänisch

Aarhus ist eine junge Stadt, die dennoch vor demografischen Herausforderungen steht – und das Leben ihrer älteren Bewohner kreativ und innovativ gestaltet. Die Teilnehmenden der ersten Expedition Age & City der Körber-Stiftung, allesamt Demografie-Verantwortliche aus deutschen Städten, lernten dort eine Verwaltung kennen, die mit visionären Strategie und vielen praktischen Lösungen überzeugt.

Der Anteil der Älteren in Aarhus nimmt zu, es gibt unter ihnen mehr chronische Krankheiten und einen steigenden Bedarf für häusliche Betreuung. Die zuständige Abteilung Gesundheit und Pflege der dänischen Kommune reagiert darauf. Ihr überraschendes Motto lautet: »Wir halten die Bürger fern«. Die Provokation in diesem Satz ist gewollt. Direktor Hosea-Che Dutschke erläuterte den deutschen Exkursionsteilnehmern, worauf die Strategie zielt: Je besser die Bürger leben, desto weniger brauchen sie die Serviceleistungen seiner Abteilung. Und deshalb zielen auch alle Programme für Ältere darauf, dass diese möglichst lange und selbstständig zuhause leben können, in das gesellschaftliche Leben vor Ort eingebunden sind und gemeinsam mit der Kommune Verantwortung für sich übernehmen.

Vom 11. bis 13. September fand die erste Expedition Age & City der Körber-Stiftung statt, als Teilnehmende waren Verwaltungsvertreter aus deutschen Städten dabei, die für die Themen Alter und Demografie verantwortlich sind. In vielen Gesprächen und Vorortbesuchen konnten sie feststellen, dass die strategische Leitlinie in Aarhus in allen Angeboten der Verwaltung für Ältere ernst genommen wird. Die Verwaltung kümmert sich nicht nur um Gesundheitsprävention oder häusliche und stationäre Pflege. Auch das riesige im Bau befindliche »Generationernes Hus« wird altengerechtes Wohnen mit Generationenaustausch und der Aktivierung der Älteren verbinden. Offene Begegnungsorte wie die Stadtteilzentren oder die größte skandinavische Bibliothek, das Dokk1, haben längst die Perspektive gewechselt: Sie entwickeln nicht mehr in erster Linie eigene Programme für ihre Zielgruppen, sondern vertrauen viel stärker auf deren Selbstorganisation. 560 Gruppen haben allein freien Zugang zu den Räumen und der Infrastruktur des Bürgerhauses Folkestedet. Wie so oft in Dänemark sind diese Räume auch durch ihr ästhetisches Design für alle attraktiv.

Die dänische Verwaltung vertraut aber nicht nur ihren Bürgern, sondern auch auf neue technologische und digitale Lösungen. »Genlyd« – übersetzt: Echo – ist eine Onlineplattform gegen Einsamkeit, eng vernetzt mit analoger Betreuung. Und die Abteilung für Gesundheit und Pflege unterhält ein eigenes Center for Welfare Technology: Von der Treppe, die auf Knopfdruck zur Hebebühne wird, bis zum Tremor-sicheren Essbesteck können die Bürger und Bürgerinnen hier alles finden, was gutes Leben im Alter technisch unterstützt. Und wer nicht in das Center im Dokk1 kommen kann, für den transportiert ein Ausstellungsbus die innovativen Hilfsmittel auch dezentral ins eigenen Quartier. Erproben, Ausleihen oder Verbesserungswünsche anmelden sind ausdrücklich erwünscht. So geht Verwaltung auf Dänisch.

Auf dem 10. Körber Demografie-Symposium vom 6. bis 7. November werden auch die Erfahrungen aus Aarhus thematisiert. Hosea-Che Dutschke ist unter den Speakern und die Teilnehmenden der Expedition Age & City präsentieren verschiedene Good-Practice-Modelle.

»(Gem)einsame Stadt? Soziale Isolation in der alternden Gesellschaft«
Körber Demografie-Symposium 2019
Termin: 6. November (abends) und 7. November 2019 (ganztägig)
Ort: KörberForum, Kehrwieder 12, 20457 Hamburg

zur Anmeldung

 

Kontakt

Franca Behrens
Programm-Managerin
Expedition Age & City; Körber Demografie-Symposien; Stadtlabor demografische Zukunftschancen

Telefon +49 • 40 • 72 57 02 - 37
E-Mail behrens@koerber-stiftung.de

Karin Haist
Leiterin bundesweite Demografie-Projekte
Stv. Leiterin im Haus im Park

Telefon +49 • 40 • 72 57 02 - 44
E-Mail haist@koerber-stiftung.de

Jonathan Petzold
Programm-Manager
Expedition Age & City; Körber Demografie-Symposien; Stadtlabor demografische Zukunftschancen

Telefon +49 • 40 • 72 57 02 - 30
E-Mail petzold@koerber-stiftung.de

to top