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Symposium 2017

Heimat in der superdiversen Stadt

Auch das ist demografischer Wandel: Unsere Stadtgesellschaften werden immer vielfältiger. Das wissen die politisch Verantwortlichen sowie die Bürgerinnen und Bürger in unseren Städten, Gemeinden und Dörfern – sie verwirklichen Integration und leben Vielfalt. Und dass es zukünftig nicht nur um Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur oder Religion geht, sondern auch um immer diverser werdende Lebensstile und Familienmodelle – eigentlich um eine Gesellschaft, die keine homogenen Mehrheiten mehr kennt –, das meint der Begriff »superdiverse Stadt«.

Das 8. Körber Demografie-Symposium will lokale Akteure aus der Verwaltung und Zivilgesellschaft dabei begleiten, Vielfalt zu gestalten und darüber hinaus die Potenziale gesellschaftlicher Diversität strategisch zu nutzen. Der Blick auf Städte wie Toronto, Malmö oder Mannheimzeigt: Diversität kann eine gute Folie für eine neue Stadterzählung sein. Ein Narrativ, das nicht die Unterschiede, sondern die gemeinsame Heimat betont. Wie wird die Stadt zur Heimat aller? Was ist Heimat im 21. Jahrhundert – und wie führt man in einer »superdiversen« Stadt? Auch kritische Fragen werden auf dem Symposium diskutiert, z.B. wo Vielfalt zur Verunsicherung führt oder was sozialen Zusammenhalt bedroht.

Das Symposium richtet sich an alle, die lokal die Themen Demografie und Integration verantworten und gestalten – in der Verwaltung und Politik, aber auch in Unternehmen, bei Bildungsträgern, in Vereinen oder Migrantenorganisationen. Es bietet spannende Inputs und gute Praxis, aber auch viel Raum zum kollegialen Austausch.

Das Symposium fand am 15. und 16. November 2017 in der Körber-Stiftung statt.

Bericht

Reden und Vorträge

Der bedrohte soziale Zusammenhalt. Vielfalt als republikanische Verpflichtung?

Im demografischen Wandel nimmt die Diversität unserer Stadtgesellschaft weiter zu. Wie in einer so vielfältigen Gesellschaft ein gesellschaftliches Miteinander statt eines Nebeneinanders gelingen kann, beleuchtet der Soziologe Heinz Bude.
Moderation: Jochen Sunken, Körber-Stiftung


Vielfalt messen. Geht das? – Hamburgs Superdiversität unter der Lupe.

Wie vielfältig ist Hamburg? Im Auftrag der Körber-Stiftung hat das infas-Institut für angewandte Sozialwissenschaft einen Index zur Messung von Superdiversität erstellt. Durch die Kombination verschiedener Merkmale wie der Verteilung von Herkunft, politischer und religiöser Orientierung oder Alter und Kaufkraft in den einzelnen Stadtteilen wird der Horizont erweitert und ein neuer Blick auf die Stadt ermöglicht. Robert Follmer (infas) stellt die Ergebnisse vor. Denn Vielfalt ist mehr als Herkunft.

Präsentation von Robert Follmer (PDF)


Grußwort der Senatorin Leonhard zum 8. Körber Demografie-Symposium

Deutschland und Hamburg sind vielfältig. Diese Tatsache sei jedoch zu lange nicht im Fokus gewesen, so Melanie Leonhard, Senatorin für Arbeit, Soziales Familie und Integration in Hamburg in ihrer Begrüßung der Gäste des 8. Körber Demografie-Symposiums.
Hamburg, als Hafen- und Industriestadt mit einer jahrhundertealten Beziehung in die Welt, hat eine lange Geschichte der Vielfalt – das sei Attraktivität und Herausforderung zugleich.
Die Vermessung der Hamburger Superdiversität durch das infas Institut im Auftrag der Körber-Stiftung ermögliche einen neuen, wertvollen Blick auf die Stadt.


Marktplatz Europa. Warum große Ideen lokal diskutiert werden müssen.

Gerald Häfner, Gründer von Mehr Demokratie e.V. und ehemaliger Parlamentarier in Berlin und Brüssel, setzt sich für die Gestaltung des Miteinanders durch eine aktive Bürgergesellschaft ein. Im KörberForum spricht er über die Erfahrungen seiner Arbeit und seine Vision von einem Europa der Demokratie und Teilhabe.
»Wir stehen auf den Schultern von Riesen, die diese Rechte für uns erkämpft haben und müssen uns fragen, was unser Beitrag ist.«
Ein spannender Impuls im Rahmen des 8. Körber Demografie-Symposiums »Heimat in der superdiversen Stadt«.


Strategie für die Stadt als offenen Möglichkeitsraum

Die Europäische Stadt – Ort der Vielfalt, Freiheit und Anonymität.
Dies geht aber auch mit Spannungen und Konflikten einher. Die Herausforderungen der Zukunft sind demografischer Wandel und Migration, Mobilität, Klimawandel und Sicherheit. Friedrich von Borries, Architekt und Professor für Designtheorie an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg, beschreibt Visionen der Städteplanung für die Stadt als offenen Möglichkeitsraum, nicht hyperfunktional, sondern resilient und anpassungsfähig.
Ein spannender Impuls im Rahmen des 8. Körber Demografie-Symposiums »Heimat in der superdiversen Stadt«.


Die Geschichten einer Familie – Heimat in Zeiten von Wandel, Umbrüchen und Migration

»Die Suche nach Heimat ist schmerzvoll, weil es immer eine Suche nach Zugehörigkeit ist«.
Auf dem 8. Körber Demografie-Symposium findet Kübra Gümüsay starke, emotionale Worte, um ihre persönlichen Erfahrungen zu teilen. Sie berichtet, wie es war in ihrer Heimatstadt Hamburg als Fremde behandelt zu werden und wie sie Heimat immer in der Zukunft suchte. Doch irgendwann höre man auf Mensch mit Migrationshintergrund zu sein, sondern werde Teil dieser Gesellschaft.


Gesellschaftliche Stabilität: Herausforderungen & Chancen der Vielfalt in Kanada

Ungefähr die Hälfte der Einwohner Torontos sind immigriert. Was bedeutet das für das Leben und Verwaltung der Kanadischen Metropole?
Uzma Shakir, Director, Office of Equity, Diversity and Human Righs, City of Toronto, berichtet auf dem 8. Körber Demografie-Symposium vor lokalen Entscheidern aus ganz Deutschland von Theorie und Praxis in einer Stadt, deren Motto lautet »Diversity is our Strength«.

Präsentation von Uzma Shakir (PDF)


Die Heimaten des Hanna Saliba

Hanna Saliba – Hamburger, Syrer, Koch und ehemaliger Seemann. In seinen Hamburger Restaurants gibt er Geflüchteten die Chance auf einen Eintritt in den deutschen Arbeitsmarkt. Dabei helfen ihm seine eigenen Erfahrungen. Er ist vor 47 Jahren selbst aus Syrien nach Deutschland gekommen – über genau dieselbe Route die im Sommer 2015 tausende Menschen nahmen.
Der ebenfalls aus Syrien stammende Regisseur Yasser Salem hat seine Geschichte in Bild und Ton gefangen.

Referenten und Redner

Kent Andersson
Stadtpräsident der Stadt Malmö, Schweden
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Friedrich von Borries
Architekt und Professor für Designtheorie an der Hochschule für bildende Künste Hamburg
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Chris Brillinger
Executive Director, der Abteilung für Soziale Entwicklung, Finanzen und Administration der Stadt Toronto, Kanada
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Heinz Bude
Soziologe an der Universität Kassel
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Kübra Gümüşay
Journalistin, Feministin und Online-Aktivistin
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Gerald Häfner
Politiker, ehemaliges Mitglied des Bundestages und des Europäischen Parlaments
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Aldo Iskra
Generalsekretär bei Open Skåne, Malmö
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Peter Myrczik
Fachbereichsleiter des Fachbereichs Rat, Beteiligung und Wahlen der Stadt Mannheim
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Snežana Sever
Leiterin der Geschäftsstelle Gender Mainstreaming der Stadt Freiburg
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Uzma Shakir
Director, Office of Equity, Diversity and Human Rights, City of Toronto
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Lernforen

Vielfältig erfolgreich. Die Diversitätsstrategien von Malmö und Toronto

Malmö

Malmö steht als Wunschheimat vieler Einwanderer unter stetigem Druck, den damit verbundenen Ansprüchen gerecht zu werden. Trotz der damit verbundenen Herausforderungen wollen die kommunal Verantwortlichen die Stadt zu einer lebendigen und diversen Heimat für alle Bewohner machen. Die Strategie liegt vor allem in der Nutzung Malmös kreativer und innovativer Potenziale, um den Weg hin zur Superdiversität zu beschreiten.

Toronto

140 Sprachen werden in Toronto gesprochen, das ist Alltag in der sichersten Großstadt der Welt. In 150 Jahren hat man hier die ethnische Vielfalt zum Erfolgsfaktor gemacht. Deshalb ist der Gedanke des Stadtmottos »Diversity Our Strength« auf allen Ebenen des politischen Handelns leitend. Alle Strategien nutzen die Superdiversität der Stadt, besonders auch die Vielfalt der Lebensstile, als Ressource für eine bessere Stadtgesellschaft.

Rückblicke

Auf dem Körber Demografie-Symposium 2016 stellten sich zahlreiche Projekte vor.
An dieser Stelle beleuchten wir in loser Folge, was aus einigen von ihnen geworden ist.

Initiative »Neue Nachbarn Arnsberg«

Arnsbergs neue Nachbarn: Geflüchtete helfen Geflüchteten

Verein »Freunde für islamische Kunst e.V.«

Treffpunkt Museum – Geflüchtete als Guides in Berliner Museen



SV Babelsberg 03:

Angekommen auf dem Sportplatz

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