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Körber History Forum 2018 setzt Fokus auf den Wert Europas

Steht Europa vor einer neuen Spaltung? Antworten darauf gab Ivan Krastev, Vorsitzender des Centre for Liberal Strategies in Sofia, in der Auftaktrede zum Körber History Forum 2018 am 28. Mai in Berlin. Dabei betrachtete er die historischen Risse in Europa und ging der Frage nach, was den Wert Europas ausmacht.

Flucht und Integration als Herausforderung für Europa, Russland und der Westen im Zeitalter neuer Aufrüstung, türkischer Neo-Osmanismus und die Bedeutung der Nationalstaaten in Mittelosteuropa 100 Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs – diese und andere Themen standen im Mittelpunkt des Körber History Forum am 28. und 29. Mai 2018 im Römischen Hof in Berlin. In einem interdisziplinären und internationalen Umfeld widmeten sich rund zweihundert Gäste vor Ort den historischen Dimensionen aktueller politischer Herausforderungen und Konflikte.

Wie prägen die unterschiedlichen Sichtweisen auf den Ersten Weltkrieg das Verhältnis der Länder Europas bis heute? Dieser Frage gingen der frühere finnische Außenminister und Vorsitzende von »Historians Without Borders« Erkki Tuomioja gemeinsam mit der Soziologin Eva Kovács von der Ungarischen Akademie der Wisssenschaften, dem Historiker Andrzej Nowak von der Jagiellonen Universität Krakau und Joachim von Puttkamer, Direktor des Imre Kertész Kolleg in Jena, nach.

Welche Folgen hat der türkische Neo-Osmanismus für Europa und den Nahen Osten? Das thematisierten unter anderem der türkische Historiker İlber Ortaylı und Eugene Rogan, Direktor des Middle East Centre am St Antony’s College der Universität Oxford.

Wie sollte Europa der Herausforderung von Flucht und Integration vor dem Hintergrund europäischer Migrations- und Integrationsgeschichte begegnen? An dieser Debatte beteiligten sich der Historiker Philipp Ther von der Universität Wien, die politische Anthropologin Esra Özyürek von der London School of Economics, die Leiterin der Europaabteilung von Human Rights Watch, Lotte Leicht, und der frühere ungarische Botschafter in Berlin, Gergely Prőhle.

Erleben wir gerade einen Kalten Krieg 2.0 zwischen Russland und dem Westen? Und – wenn ja – wie können die Erfahrungen aus der Zeit des Kalten Krieges helfen, die heutige Konfrontation zu überwinden? Das diskutierte der russische Journalist und Autor Maxim Trudolyubov mit dem ehemaligen finnischen Botschafter in Moskau und Berlin, René Nyberg.

Weitere Themen des Körber History Forums 2018 waren der Zusammenhang zwischen Wohlstandsversprechen und Demokratie, die Folgen des Kolonialismus in Großbritannien in Zeiten des Brexit, das Erbe von Stalinismus und Nationalsozialismus in Litauen und die Separatismus-Bestrebungen in Spanien – Diskussionen, in die sich auch die britische Journalistin Afua Hirsch und die litauische Autorin Rūta Vanagaitė einbrachten.

»Historische Erfahrungen mit einem offenen, kritischen Blick zu betrachten, die verschiedenen Sichtweisen abzugleichen und Narrative, die politisch genutzt und oft auch instrumentalisiert werden, zu hinterfragen, ist unerlässlich. In zahlreichen Ländern Europas gibt es Bestrebungen, Geschichte in den Dienst populistischer oder nationalistischer Ziele zu stellen. Dieser Tendenz wollen wir etwas entgegensetzen«, erläutert Gabriele Woidelko, Leiterin des Bereichs Geschichte und Politik, das Anliegen des Körber History Forums.

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