X

Körber History Forum 2017: Referenten und Moderatoren

Samir Altaqi ist syrischer Arzt und Kardiologe. Von 1994 bis 1998 war er Abgeordneter des syrischen Parlamentes und anschließend Direktor des Orient Centre for International Studies, das dem syrischen Außenministerium unterstellt ist. Seit 2005 war er Berater der syrischen Regierung für gesundheitspolitische Themen. Im Jahr 2010 emigrierte er nach Dubai. Dort gründete er das Orient Research Center, einen unabhängigen Think Tank, der sich mit geopolitischen, wirtschaftlichen und sozialen Themen im Mittleren Osten auseinandersetzt. Samir Altaqi kommentiert seit 2010 regelmäßig die Entwicklungen in Syrien für internationale Medien.

Shlomo Avineri ist Professor für Politikwissenschaft an der Hebräischen Universität Jerusalem und war Leiter des Instituts für Europäische Studien. Er studierte an der Hebräischen Universität Jerusalem und an der London School of Economics. Avineri war Generaldirektor des Israelischen Außenministeriums der ersten Regierung unter Premierminister Yitzhak Rabin. Shlomo Avineri hatte Gastprofessuren in Yale, der University of California, Cardozo School of Law, Australian National University, der University of Oxford und an der Northwestern University inne. Zudem war er Fellow der Brookings Institution, des Carnegie Endowment for International Peace, des Collegium Budapest und des Institute for World Economy and International Relations (IMEMO). Shlomo Avineri ist gegenwärtig Visiting Professor an der Central European University in Budapest. Zu seinen Veröffentlichungen zählen: »The Social and Political Thought of Karl Marx« (1968), »Israel and the Palestinians« (1971), »Hegel's Theory of the Modern State« (1972), »The Making of Modern Zionism« (1981), »Communitarianism and Individualism«, »Moses Hess: Prophet of Communism and Zionism« (2004) und »Theodor Herzl and the Foundation of the Jewish State« (2013).

Marian Burchardt ist Forscher in der Kollegforschergruppe Multiple Secularities der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und Senior Research Partner des Max-Planck-Institut (MPI) zur Erforschung multireligiöser und multikultureller Gesellschaften in Göttingen. Er studierte Soziologie, Politikwissenschaft und Kommunikations- und Medienwissenschaften an der Technischen Universität Dresden und der Universität Leipzig. Vor seiner Arbeit am MPI war er Forscher im Projekt „Multiple Secularities“ an der Universität Leipzig sowie wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Entwicklungssoziologie und Afrikastudien der Universität Bayreuth. Er war Gastforscher an der New School for Social Research in New York City, dem Wissenschaftszentrum für Sozialforschung Berlin, dem Centre for German and European Studies an der Université de Montreal und der University of Stellenbosch. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf religiösem Pluralismus, vergleichender Religionssoziologie, Globalisierung, Multikulturalismus, soziologischer und politischer Theorie. Aktuelle schreibt Marian Burchardt an einem Buch über religiöse Vielfalt und Macht in Einwanderungsgesellschaften.

Patrick Cohrs ist deutscher Historiker. Im Anschluss an seine Promotion 2002 an der Oxford University lehrte er an namhaften Institutionen, seit 2012 als Associate Professor für internationale Geschichte an der Yale University, wo er auch das Yale International History Program mitbegründete. Noch bis Sommer 2017 ist er Senior Affiliated Fellow am Institute for Advanced Study der Central European University in Budapest. Aktuell forscht er zur Geschichte der transatlantischen Ordnung im 20. Jahrhundert.

Stephan Detjen ist deutscher Journalist. Nach seinem Studium der Rechtswissenschaft und Geschichte in München und Aix-en-Provence war er Rechtsanwalt in München und anschließend Redakteur beim Bayerischen Rundfunk. 1997 wurde Stephan Detjen Korrespondent für Deutschlandradio und den ARD Hörfunk beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Von 2008 bis 2012 war er Chefredakteur des Deutschlandfunks in Köln. Seitdem ist er Chefkorrespondent der Programme und Leiter des Hauptstadtstudios Berlin sowie des Studios Brüssel.

Karen Donfried ist Präsidentin des German Marshall Fund of the United States. Sie hat in München und Boston studiert und war Europa-Expertin im Forschungsinstitut des US-Kongresses. Sie arbeitete im Planungsstab des amerikanischen Außenministeriums und beriet US-Präsident Obama zu Europafragen. Davor arbeitete Karen Donfried als National Intelligence Officer (NIO) für Europa beim National Intelligence Council und verantwortete strategische Analysen der europäischen Politik für politische Entscheidungsträger in den USA.

Orlando Figes ist britischer Historiker und Professor für Geschichte am Birkbeck College der University of London. Er hat zahlreiche Bücher zur russischen Geschichte veröffentlicht, darunter »A People's Tragedy« (1996), »Natasha's Dance« (2002), »The Whisperers« (2007), »Crimea« (2010) und »Just Send Me Word« (2012). »A People's Tragedy« ist eine Studie über die russische Revolution und kombiniert soziale und politische Entwicklungen mit biographischen Details innerhalb eines historischen Narratives. 2008 nahm The Times »A People's Tragedy« in die Liste der »100 einflussreichsten Bücher seit dem Krieg« auf. Für »A People's Tragedy« erhielt Orlando Figes den Wolfson History Prize, den WH Smith Literary Award, den NCR Book Award, den Longman-History Today Book Prize und den Los Angeles Times Book Prize. »Natasha's Dance« und »The Whisperers« standen auf der Shortlist des Samuel Johnson Prize, damit wurde Figes zum einzigen Autor dessen Bücher zweimal auf der Shortlist dieses Preises standen. »The Whisperers« wurde ebenfalls auf der Shortlist des Ondaatje Prize, des Prix Médicis und des Premio Roma genannt. Seine Bücher wurden in über 30 Sprachen übersetzt. Orlando Figes ist Mitglied der Redaktion des Magazins Russian History, er veröffentlichte zahlreihe Artikel in internationalen Medien und schreibt Rezensionen für das New York Review of Books. Er ist zudem Fellow der Royal Society of Literature.

Joschka Fischer Der ehemalige Vizekanzler und Außenminister der Bundesrepublik Deutschland (1998 - 2005) führte die Grünen sowohl in die erste Regierungsbeteiligung auf Landesebene (Hessen) als auch auf Bundesebene. Joschka Fischer hatte von 2006 bis 2007 eine Gastprofessur an der Woodrow Wilson School der Princeton University (USA) inne. Joschka Fischer ist Gründungsgesellschafter von Joschka Fischer and Company.

Maria Fusaro ist italienische Historikerin. Sie studierte Geschichte an der Universita' di Venezia Ca' Foscari und promovierte 2002 an der University of Cambridge. Bevor sie 2006 als Professorin an die University of Exeter berufen wurde, war sie Assistenz-Professorin an der University of Chicago. Ihr Forschungsinteresse konzentriert sich auf Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der frühen Neuzeit mit Fokus auf der Geschichte Europas und des Mittelmeerraumes zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert. Sie publizierte zu Handelsvereinigungen und ihrer Rolle in den frühen Phasen der Globalisierung. Gegenwärtig forscht sie zu den gesetzlichen Bedingungen des internationalen Handels zwischen dem Mittelalter und der Neuzeit.

Constantin Goschler ist deutscher Historiker. Seit 2006 hat er den Lehrstuhl für Zeitgeschichte an der Ruhr-Universität Bochum inne und ist Dekan der Fakultät für Geschichtswissenschaft. Nach dem Lehramtsstudium an der Ludwig-Maximilians-Universität in München arbeitete er am Institut für Zeitgeschichte in München und am Lehrstuhl für Zeitgeschichte der Humboldt Universität Berlin. Diverse Auslandsaufenthalte führten ihn u.a. nach Prag und Harvard. Er hat zahlreiche Bücher zur Geschichte der Wiedergutmachung für NS-Verfolgte veröffentlicht, wie den Band »Schuld und Schulden. Die Politik der Wiedergutmachung für NS-Verfolgte seit 1945« (Wallstein, 2005).

Christoph Heusgen ist deutscher Diplomat. Nach seinem Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität St. Gallen und seiner Promotion, die ihn u.a. an die Sorbonne in Paris führte, trat er in den Auswärtigen Dienst ein. Von 1999 bis 2005 war Christoph Heusgen im Generalsekretariat des Rates der Europäischen Union in Brüssel Leiter des Politischen Stabs von Javier Solana, dem Hohen Repräsentanten für die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der EU. Seit November 2005 leitet er als Ministerialdirektor die für Außenpolitik im Bundeskanzleramt zuständige Abteilung 2 und ist damit der außen- und sicherheitspolitische Berater von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Ab Herbst 2017 wird er Leiter der deutschen ständigen Vertretung bei den Vereinten Nationen in New York.

Wolfgang Ischinger ist deutscher Jurist und Diplomat. Nach seinem Studium der Rechtswissenschaften an den Universitäten Bonn und Genf studierte er Völkerrecht und internationale Wirtschaftsbeziehungen an der Fletcher School of Law and Diplomacy und an der Harvard Law School in den USA. 1973 wurde er Referent im Kabinett des VN-Generalsekretärs in New York, bevor er zwei Jahre später in den Auswärtigen Dienst der Bundesrepublik Deutschland wechselte. Im Auswärtigen Amt hatte er zahlreiche Führungspositionen im In- und Ausland inne, unter anderem als Chef des Planungsstabs des Auswärtigen Amts und als Leiter der Politischen Abteilung. 1998 wurde er zum Staatssekretär ernannt. 2008 übernahm Wolfgang Ischinger auf Initiative der Bundesregierung den Vorsitz der Münchner Sicherheitskonferenz. Wolfgang Ischinger ist außerdem als Senior Professor for Security Policy and Diplomatic Practice an der Hertie School of Governance in Berlin tätig.

Cathrin Kahlweit ist Journalistin und Publizistin. Sie studierte Politikwissenschaften und Russisch in Tübingen, in den USA (University of Oregon), Göttingen sowie Moskau und absolvierte im Anschluss ihre journalistische Ausbildung an der Henri-Nannen-Schule in Hamburg. Nach freier Mitarbeit bei der Wochenzeitung Die Zeit und dem Bayerischen Fernsehen, schreibt sie seit 1989 für die Süddeutsche Zeitung. Zwischenzeitlich war sie Korrespondentin für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland sowie in der Redaktion für Innenpolitik und Themen des Tages. Aktuell ist sie in das Ressort Außenpolitik der Süddeutschen Zeitung zurückgekehrt und seit 2012 Mitteleuropa-Korrespondentin in Wien.

Zanda Kalniņa-Lukaševica ist lettische Politikerin. Sie ist Parlamentarische Staatssekretärin für Europäische Angelegenheiten im Außenministerium der Republik Lettland. Zanda Kalniņa-Lukaševica ist Mitglied im Vorstand des European Movement-Latvia und der Caritas in Riga. Davor war sie Vorsitzende des Komitees für Europäische Angelegenheiten, Mitglied des Komitees für Wirtschafts-, Landwirtschafts-, Umwelt- und Regionalpolitik im lettischen Parlament sowie stellvertretende Vorsitzende der Kommission für strategische Analysen in der Kanzlei des Präsidenten.

Nina L. Khrushcheva ist russisch-amerikanische Politikwissenschaftlerin. Sie studierte Russisch an der Staatlichen Universität Moskau und promovierte 1998 an der Princeton University in Komparatistik. Zurzeit ist Krushcheva Professorin für Internationale Politik an der New School in New York. Sie ist zudem Senior Fellow des World Policy Institute. Nina Khrushcheva veröffentlicht regelmäßig politische Analysen und Kommentare in internationalen Medien. Zudem ist sie Autorin zahlreicher Bücher, wie »Imagining Nabokov: Russia Between Art and Politics« (Yale University Press, 2008) und »The Lost Khrushchev: A Journey into the Gulag of the Russian Mind« (Tate Publishing, 2014).

Henry Laurens ist französischer Historiker. Er ist Professor und Inhaber des Lehrstuhls für die Zeitgenössische Arabische Welt am Collège de France in Paris. Seinen Abschluss erwarb er am National Institute of Oriental Languages and Civilizations in Paris. Von 1981 bis 1983 forschte und unterrichtete er in Damaskus und Kairo. 1989 promovierte er an der Sorbonne in Paris zum Thema »The French Revolution and Islam: History and Meanings of the Egyptian Expedition, 1798-1801«. Henry Laurens Forschungsschwerpunkte sind die französisch-arabischen Beziehungen, Nahost-Politik, die Entwicklung der europäischen Idee im 18. und 19. Jahrhundert sowie die Geschichte des modernen Palästina.

Fyodor Lukyanov ist russischer Journalist. Er ist Vorsitzender des Council on Foreign and Defense Policy, der ältesten russischen NGO, die sich mit außenpolitischen Themen befasst. Er ist zudem Chefredakteur des Journals Russia in Global Affairs, das auf Russisch und Englisch erscheint. Lukyanov leitet das Journal seit 2002 und hat dazu beigetragen, dass Russia in Global Affairs eine der angesehensten russischen Publikationen für Standpunkte zu globalen politischen Entwicklungen ist. Er ist zudem Forschungsdirektor beim International Valdai Discussion Club, Mitglied des Präsidiums des Russian International Affairs Council (RIAC) und Professor an der Moskauer Higher School of Economics. Lukyanov arbeitete als Korrespondent, Kommentator und Redakteur für zahlreiche russische Print- und Onlinemedien. Er ist einer der weltweit bekanntesten Kommentatoren zur russischen Außenpolitik. 2011 erhielt er einen Preis der russischen Regierung für seinen Beitrag zum internationalen Journalismus. Vorherige Positionen umfassen: Redakteur der Abteilung für Nordeuropa beim International Radio Moscow (1990 bis1993); Internationaler Korrespondent der Zeitung Segodnya (1994 bis 1997); Korrespondent der Zeitung Vremya MN (1997 bis 2000) sowie stellvertretender Chefredakteur der Zeitung Vremya Novostei (2000 bis 2002). An der Moskauer Staatlichen Universität studierte er Germanistik und Literatur.

Paweł Machcewicz ist polnischer Historiker. Er schloss 1989 sein Studium der Geschichte an der Universität Warschau ab und promovierte 1993 am Institut für Geschichte der Polnischen Akademie der Wissenschaften und habilitierte 2000 in Politischer Theorie. Seine Forschungsarbeit wurde u.a. unterstützt von der Fulbright Foundation der Georgetown University und dem spanischen Außenministerium. Von 2000 bis 2006 war er Mitbegründer des Instituts für Nationales Gedenken und der dortige Direktor für Forschung und Bildung. Machcewicz war verantwortlich für die Forschung zum Jedwabne Massaker und Autor zweier Aufsätze zu diesem Thema. 2008 erhielt er die Berufung als Gründungsdirektor für das Museum für den Zweiten Weltkrieg in Danzig, das 2017 eröffnet wurde. Im April 2017 wurde er als Gründungsdirektor abberufen. Das Museum für den Zweiten Weltkrieg ist aktuell mit dem entstehenden Westerplatte-Museum zusammengelegt worden. 2015 erhielt Machcewicz den Preis der Universite Libre de Bruxelles. Seine Bücher umfassen unter anderem die Titel »Rebellious Satellite: Poland 1956« (Cold War Series of the Woodrow Wilson Center, 2009) und »Poland`s War on Radio Free Europe, 1950-1989« (Stanford University Press, 2014).

Pierre Moscovici ist seit 2014 EU-Kommissar für den Bereich Wirtschaft und Währung, Steuern und Zollunion. Er studierte Wirtschafts- und Politikwissenschaften am Institut d’Études Politiques de Paris und der École Nationale d’Administration. Vor seiner Ernennung zum EU-Kommissar war er französischer Abgeordneter des Europäischen Parlaments (1994 bis 1997 und 2002 bis 2007) und diente als Europaminister (1997 bis 2002) in der Regierung Lionel Jospin sowie als Finanzminister (2012 bis 2014) in der Regierung Jean-Marc Ayrault. Er ist Autor zahlreicher Bücher zur Europäischen Idee und Integration sowie zur Zukunft der Europäischen Union. Zuletzt erschien von ihm »S'il est minuit en Europe« (Grasset & Fasquelle, 2016).

Matthias Naß ist Journalist und seit 2011 Internationaler Korrespondent der Wochenzeitung Die Zeit. Er hat eine wöchentliche Kolumne bei ZEIT Online. Er studierte Geschichte, Sinologie und Politologie in Göttingen, Honolulu und Hamburg. Danach absolvierte er die Henri-Nannen-Schule und begann 1983 als Redakteur im Ressort Politik der Wochenzeitung Die Zeit. 1990 wurde er stellvertretender Ressortleiter der Politikredaktion. Von 1998 bis 2010 war Matthias Naß stellvertretender Chefredakteur der Zeit. Darüber hinaus ist er Mitbegründer und wissenschaftlicher Leiter der Zeit Akademie sowie Ko-Vorsitzender des Deutsch-Japanischen Forums.

Dietmar Pieper ist deutscher Journalist. Er studierte in Berlin und Austin (Texas) Germanistik, Komparatistik und Philosophie. Anschließend besuchte er die Henri-Nannen-Schule in Hamburg. Seit 1989 arbeitet Dietmar Pieper beim Nachrichtenmagazin Der Spiegel, zunächst als Redakteur im Deutschland-Ressort, 1992 bis 1994 als Korrespondent in Dresden, 1997 bis 2001 als Büroleiter in Frankfurt am Main. Danach gehörte er in Hamburg zu den Leitern des Politikressorts und führte dann seit 2008 das Ressort Sonderthemen, in dem die Reihen Spiegel Geschichte, Spiegel Wissen, Spiegel Biografie sowie weitere monothematische Hefte erscheinen. Im Juni 2017 wechselte er als Autor ins Auslandsressort.

Gwythian Prins ist britischer Historiker. Als Mitglied der Initiative Historians for Britain hat er sich im Zuge des Referendums über einen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union für ein unabhängiges Großbritannien ausgesprochen. Nach 20 Jahren als Dozent für Politikwissenschaft und Forscher am Emmanuel College der Cambridge University, war er Alliance Research Professor an der Columbia University New York und bis zu seiner Emeritierung Professor für Geschichte an der London School of Economics and Political Science. Gegenwärtig ist Prins Visiting Professor am Baltic Defence College und Senior Academic Visiting Fellow an der L’Ecole Speciale Militaire St Cyr. Er hatte mehrere öffentliche Positionen bei der NATO sowie dem britischen Verteidigungsministerium inne und war zeitweilig Regierungsberater zu den Themen Klimawandel und Energiepolitik.

Adam Roberts ist emeritierter Professor der internationalen Beziehungen des Balliol College der Oxford University. Er studierte Geschichte in Oxford am Magdalen College. Adam Roberts war Fellow der British Academy und arbeitete von 2002 bis 2008 für den Council of the International Institute for Strategic Studies. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören internationales Recht, internationale Organisationen sowie die Ideengeschichte internationaler Beziehungen. Außerdem arbeitet er zu Widerstandsbewegungen in autoritären Regimen und Ländern unter Fremdherrschaft.

Gwendolyn Sasse ist deutsche Politikwissenschaftlerin. Sie studierte Geschichte, Slawistik und Politikwissenschaft an der Universität Hamburg und Politikwissenschaft an der London School of Economics, wo sie auch ihre Promotion abschloss. Nach mehreren Lehrtätigkeiten als Professorin u.a. für Vergleichende Politikwissenschaft ist sie seit 2016 wissenschaftliche Direktorin des neu gegründeten Zentrums für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS) in Berlin. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf postkommunistischer Transformationsforschung (besonders zur Ukraine) und auf der vergleichenden Demokratie- und Autoritarismusfoschung.

Wolfgang Schäuble ist seit 2009 Bundesminister der Finanzen. Wolfgang Schäuble studierte Rechts- und Wirtschaftswissenschaften und promovierte 1971 zum Dr. jur. Seit 1972 ist Schäuble Mitglied des Deutschen Bundestages, von 1981 bis 1984 als Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Anschließend war er Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes, bevor er von 1989 bis 1991 Bundesminister des Innern wurde. Seit 1989 ist Schäuble Mitglied im Bundesvorstand der CDU. Von 1991 bis 2000 war er Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, ab 1998 zudem Bundesvorsitzender der CDU. Seither ist er Mitglied im Präsidium der CDU Deutschlands. Ab 2002 war Schäuble Stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Außen-, Sicherheits- und Europapolitik, bevor er 2005 erneut zum Bundesminister des Innern ernannt wurde. Seit 2009 ist er Bundesminister der Finanzen. Wolfgang Schäuble ist Autor zahlreicher Publikationen, darunter »Und der Zukunft zugewandt« (Bertelsmann, 1994) sowie »Scheitert der Westen? Deutschland und die neue Weltordnung« (Bertelsmann, 2003). Zuletzt erschien von ihm und dem damaligen französischen Wirtschafts- und Finanzminister Michel Sapin der Dialogband »Anders gemeinsam: Im Gespräch mit Ulrich Wickert und Dominique Seux« (Hoffmann und Campe, 2016).

Sylke Tempel ist Chefredakteurin der Zeitschrift Internationale Politik und des Berlin Policy Journal der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik. Sie studierte Geschichte, Politische Wissenschaften und Judaistik an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Nach ihrer Promotion über die Beziehungen der amerikanisch-jüdischen Organisationen zur Bundesrepublik Deutschland nach 1945 wurde sie Nahostkorrespondentin der Zeitung Die Woche und später Redakteurin der Jüdischen Allgemeinen. Seit 1994 unterrichtet Sylke Tempel als Visiting Professor am Department of German Studies der Stanford University. Sylke Tempel veröffentlichte zahlreiche Bücher, zuletzt erschienen »Israel. Reise durch ein altes, neues Land« (Rowohlt, 2008) und »Freya von Moltke. Ein Leben – ein Jahrhundert« (Rowohlt, 2011).

Anuschka Tischer ist eine deutsche Historikerin. Sie studierte Geschichte, Philosophie und Dogmatik an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, wo sie 1998 im Fach Geschichte mit einer Arbeit zur französischen Diplomatie beim Westfälischen Frieden promoviert wurde. Danach folgten Tätigkeiten u.a. als Lektorin an der Universität Lettlands in Riga (2000 bis 2002) und als wissenschaftliche Assistentin im Bereich der Frühen Neuzeit an der Philipps-Universität Marburg (2003 bis 2011). Nach ihrer Habilitation über offizielle Kriegsbegründungen in der Frühen Neuzeit vertrat sie Lehrstühle in Marburg und Frankfurt am Main. Seit 2012 ist Anuschka Tischer Inhaberin des Lehrstuhls für Neuere Geschichte an der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg.

Harald Welzer ist Soziologe und Sozialpsychologe, Mitbegründer und Direktor von FUTURZWEI. Stiftung Zukunftsfähigkeit sowie Vorstand der Initiative Die offene Gesellschaft, Professor für Transformationsdesign an der Universität Flensburg, ständiger Gastprofessor für Sozialpsychologie an der Universität Sankt Gallen und Mitglied im Zukunftsrat des Landes Schleswig-Holstein. Ausgewählte Veröffentlichungen sind: »Wir sind die Mehrheit. Für eine Offene Gesellschaft« (Fischer, 2017), »Die smarte Diktatur. Der Angriff auf unsere Freiheit« (Fischer, 2016), »Autonomie. Eine Verteidigung« (Fischer, 2015, mit Michael Pauen), »Transformationsdesign. Wege in eine zukunftsfähige Moderne« (oekom, 2014, mit Bernd Sommer), »Selbst denken. Eine Anleitung zum Widerstand« (Fischer, 2013), »Klimakriege. Wofür im 21. Jahrhundert getötet wird« (Fischer, 2008). Die Bücher von Harald Welzer sind in 22 Sprachen übersetzt worden.

Andreas Wirsching ist deutscher Historiker. Er studierte Geschichte und Evangelische Theologie in Berlin und Erlangen. 1988 wurde er an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg promoviert und 1995 habilitierte er sich im Fach Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Regensburg. Von 1996 bis 1998 lehrte er als Professor für Neuere und Neueste Geschichte Westeuropas an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Von 1998 bis 2011 war er Inhaber des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Augsburg. Seit 2011 ist er Direktor des Instituts für Zeitgeschichte München - Berlin und Inhaber des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen vergleichende deutsche und französische Geschichte im 20. Jahrhundert, die Geschichte der Weimarer Republik, des Kommunismus, des Faschismus und des Nationalsozialismus 1918 – 1945, deutsche und europäische Geschichte seit den 1970er Jahren sowie Geschichte und Theorie der Moderne.

to top