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Körber History Forum 2018: Sprecher und Moderatoren

Sven Beckert

Sven Beckert ist Laird Bell Professor of American History an der Harvard Universität, wo er die Geschichte der Vereinigten Staaten im 19. Jahrhundert sowie Globalgeschichte lehrt. Er studierte Geschichte, Wirtschafts- und Politikwissenschaften an der Universität Hamburg und der Columbia University. Nach seiner dortigen Promotion 1995 arbeitete er im Rahmen eines Newcomen-Stipendiums für Wirtschaftsgeschichte ein Jahr an der Harvard Business School. Direkt im Anschluss nahm er eine Stelle als Assistenzprofessor für Geschichte an der Harvard Universität an. Sven Beckert wurde 2000 zum Dunwalke Associate Professor und 2003 zum Professor auf Lebenszeit berufen. Seit 2008 hat er die Laird Bell Professur für Geschichte inne. Für sein 2014 erschienenes Buch Empire of Cotton: A Global History erhielt er den Bancroft Award und zählte zu den Finalisten für den Pulitzer Preis. Die Schwerpunkte seiner anderen Publikationen liegen auf den Themen Bürgertum im 19. Jahrhundert, Arbeit, Demokratie, Globalgeschichte sowie den Zusammenhängen zwischen Sklaverei und Kapitalismus.

Gurminder K. Bhambra

Gurminder K. Bhambra ist Professorin für Postkoloniale und Dekoloniale Studien am Institut für Globalstudien der Universität Sussex. Zuvor war sie Professorin für Soziologie an der Universität Warwick sowie Gastprofessorin für Soziologie und Geschichte am Zentrum für Zusammenhänge zwischen Postkolonialen und Dekolonialen Studien der Linné-Universität in Schweden. 2017 lehrte Sie als Gastprofessorin an der EHESS in Paris. Im Studienjahr 2014 bis 2015 war sie als Visiting Fellow am Soziologischen Institut der Princeton Universität sowie als Visitor am Institute for Advanced Study in Princeton tätig. Gurminder K. Bhambra hatte darüber hinaus eine Gastprofessur am Soziologischen Institut der Universität Brasilia inne; aktuell kooperiert sie mit dem REMESO der Linköping Universität. Zuletzt veröffentlichte sie Connected Sociologies (2014). Für ihre erste Monographie Rethinking Modernity: Postcolonialism and the Sociological Imagination (2007) gewann sie 2008 den Philip Abrams Memorial Prize für die beste Erstveröffentlichung im Bereich Soziologie.

Marie-Janine Calic

Marie-Janine Calic ist seit 2004 Professorin für Ost- und Südosteuropäische Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Zwischen 2010 und 2013 war sie Dekanin der Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften. Zuvor war sie zwischen 1992 und 2004 als wissenschaftliche Referentin bei der Stiftung Wissenschaft und Politik in Ebenhausen und Berlin tätig. Von dort wurde sie mehrfach zu internationalen Missionen entsandt. Von 1999 bis 2002 arbeitete sie als politische Beraterin des Sonderkoordinators des Stabilitätspakts für Südosteuropa in Brüssel und 1995 für den UN-Sondergesandten für das ehemalige Jugoslawien in Zagreb. Sie war Gutachterin für den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag, die Europäische Kommission und zahlreiche europäische Wissenschaftsorganisationen. Marie-Janine Calic ist Mitherausgeberin mehrerer Fachzeitschriften und Autorin von über 100 Publikationen. Zuletzt erschienen von ihr die Monographien Südosteuropa. Weltgeschichte einer Region (2016) sowie Geschichte Jugoslawiens im 20. Jahrhundert (2014).

Carlos Collado Seidel

Carlos Collado Seidel studierte Neuere und Neueste Geschichte, Politikwissenschaft sowie Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Universidad Complutense in Madrid. Nach Gastprofessuren im In- und Ausland ist er seit 2011 außerplanmäßiger Professor im Fachbereich Geschichte und Kulturwissenschaften der Philipps-Universität Marburg. Carlos Collado Seidel ist zudem Generalsekretär des PEN-Zentrums Deutschland. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die Zeitgeschichte Spaniens, vergleichende europäische Geschichte sowie Fragen der nationalen Identität, des Nationalismus und der Vergangenheitsbewältigung. Zuletzt erschienen die aktualisierte Neuauflage des Buches Der Spanische Bürgerkrieg. Geschichte eines europäischen Konflikts (2016) sowie Franco. General, Diktator, Mythos (2015). 2018 erscheint von ihm die aktualisierte Neuauflage seiner Überblicksdarstellung Kleine Geschichte Kataloniens.

Violeta Davoliūtė

Violeta Davoliūtė ist Professorin am Institut für Internationale Beziehungen und Politikwissenschaft der Universität Vilnius und Fellow am Imre Kertész Kolleg Jena. Zuvor war sie Gastprofessorin an der École des Hautes Études en Sciences Sociales (2016) und Associate Research Scholar an der Yale Universität (2015 bis 2016). Violeta Davoliūtė wurde an der Universität von Toronto promoviert und ist die Autorin von The Making and Breaking of Soviet Lithuania: Memory and Modernity in the Wake of War (2013). Als Expertin für historische Trauma, Erinnerungspolitik und Nationale Identität war sie zudem Mitherausgeberin von drei Sammelbänden und veröffentlichte zahlreiche Artikel in Fachmagazinen, u.a. Osteuropa, Jahrbücher für Geschichte Osteuropas, das Journal of Baltic Studies und Ab Imperio.

Judy Dempsey

Judy Dempsey ist Nonresident Senior Fellow bei Carnegie Europe und Chefredakteurin des Strategic Europe Blogs. Sie ist zudem Autorin des Buchs Das Phänomen Merkel (2013). Von 2004 bis 2011 war sie Deutschland- und Osteuropakorrespondentin und bis 2013 Kolumnistin des International Herald Tribune. Von 2001 bis 2004 schrieb sie als Diplomatische Korrespondentin der Financial Times in Brüssel über NATO- und EU-Erweiterungsthemen. Von 1996 bis 2001 leitete das Jerusalem-Büro, von 1992 bis 1996 war sie Berlin-Korrespondentin und von 1990 bis 1992 war sie Osteuropa-Korrespondentin in London für die Financial Times, die Irish Times und den Economist, nachdem sie zuvor in den 1080er Jahren für die Financial Times aus Mittel- und Osteuropa berichtete. Judy Dempsey hat einen Abschluss vom Trinity College in Dublin, wo sie Geschichte und Politikwissenschaften studiert hat. Beiträge von ihr sind in zahlreichen Büchern zu Osteuropa erschienen, unter anderem in Developments in Central and East European Politics (2007) und The Soviet Union and Eastern Europe: A Handbook (1985).

Veronica Frenzel

Veronica Frenzel ist freie Journalistin und Reporterin in Berlin und schreibt seit 2011 vor allem für den Stern und den Tagesspiegel. Nach dem Studium der Geschichte und Politikwissenschaften in München besuchte sie die Deutsche Journalistenschule. Als Stipendiatin des Otto-Brenner-Preises beschäftigte sie sich mit Restriktionen und modernen Ausbeutungsmechanismen von Arbeitnehmern in Andalusien und lebte mehrere Jahre in Spanien, zuletzt in Barcelona. Für die Reportage »Der Preiskampf« wurde Veronica Frenzel 2014 mit dem Axel-Springer-Preis, dem wichtigsten Preis für Nachwuchsjournalisten, ausgezeichnet. Sie war für den Deutschen Reporterpreis und den Theodeor-Wolff-Preis nominiert. 2010 erschien ihr Buch Ein Jahr in Andalusien. Reise in den Alltag.

Ansgar Graw

Ansgar Graw ist Journalist und Publizist. Er studierte Geschichte und Politikwissenschaft an der Universität Hamburg, arbeitete für den Burda-Verlag und in der Intendanz des Senders Freies Berlin als persönlicher Referent Günther von Lojewskis. Seit Mitte der 1980er Jahre bereiste Ansgar Graw als Auslandskorrespondent Afrika. Für die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte dokumentierte er die Lage der Gefangenen der SWAPO in Sambia und Angola. Von 2009 bis 2017 schrieb er als Senior Political Correspondent aus Washington, D.C. für die Welt-Gruppe. Im Sommer 2017 wechselte Ansgar Graw in die Berliner Redaktion der Welt als Chefreporter im Ressort Innenpolitik. Im Juli 2017 erschien sein Buch Trump verrückt die Welt.

Matthias Greffrath

Matthias Greffrath studierte an der FU Berlin Soziologie, Geschichte und Psychologie. Nach dem Studium wurde er Lehrbeauftragter der FU Berlin und arbeitete als freier Journalist für die ARD und im Feuilleton der Wochenzeitung Die Zeit. Von 1991 bis 1994 leitete er die Zeitschrift Wochenpost in Berlin als Chefredakteur. Seit 1995 schreibt er als freier Journalist für Die Zeit, Süddeutsche Zeitung, die deutsche Ausgabe von Le Monde diplomatique, für Die Tageszeitung (taz), die Zeitschriften GEO und Theater heute vor allem über die Zukunft der Arbeit und die Auswirkungen der Globalisierung auf Kultur und Gesellschaft. Früher schrieb er regelmäßig Essays für die taz-Kolumne Das Schlagloch. Darüber hinaus ist er Mitglied im wissenschaftlichen Beirat von Attac und im PEN-Zentrum Deutschland. Seine neuesten Publikationen sind Das Kapital: Politische Ökonomie im 21. Jahrhundert (2017) und Die Arbeit im Anthropozän. Eine knappe Weltgeschichte der Arbeit in praktischer Absicht (2016).

Ulrike Herrmann

Ulrike Herrmann studierte Geschichte und Philosophie und arbeitet als Wirtschaftsjournalistin und Publizistin. Seit 2000 ist sie bei der Tageszeitung (taz) als Redakteurin tätig. Dort war Ulrike Herrmann zunächst Leiterin der Meinungsredaktion und Parlamentskorrespondentin, wechselte dann 2006 in den Bereich Wirtschaft. Von 2008 bis 2014 gehörte sie zum Vorstand der taz-Verlagsgenossenschaft. Ihre aktuellsten Veröffentlichungen sind Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung. Was wir heute von Adam Smith, Karl Marx und John Maynard Keynes lernen können (2016) und Der Sieg des Kapitals. Wie der Reichtum in die Welt kam (2015).

Uwe Jean Heuser

Uwe Jean Heuser studierte Wirtschaftswissenschaften an der Universität Bonn und in Berkely / Kalifornien. Er wurde an der Universität Köln in Volkswirtschaftslehre promoviert und erhielt seinen MBA von der Universität Harvard. Nach Jahren in der Wirtschaft und als Wirtschaftsjournalist übernahm er 2000 die Leitung des Wirtschaftsressorts der Wochenzeitung Die Zeit. Zudem ist er Honorarprofessor an der Leuphana Universität Lüneburg und Dozent an der Universität St. Gallen. Uwe Jean Heuser ist einer der renommiertesten Wirtschaftsjournalisten Deutschlands. 2004 erhielt er den Herbert Quandt Medien-Preis für seine Artikelserie Schöpfer und Zerstörer und 2001 wurde er mit dem Dietrich-Oppenberg-Medienpreis​ der Stiftung Lesen ausgezeichnet. Zu seinen aktuellen Publikationen zählen Kapitalismus inklusive (2017) sowie Anders denken! Warum Ökonomie weiblicher wird (2013) gemeinsam mit Deborah Steinborn.

Afua Hirsch

Afua Hirsch ist Autorin, Journalistin und Fernsehmoderatorin. Als Kolumnistin schreibt sie für den Guardian und sie moderiert die Tagesthemen-Sendungen »The Pledge« für Sky News und »Talk« für CNN. Zuvor war Afua Hirsch Gesellschafts- und Bildungsredakteurin bei Sky News und war Westafrika-Korrespondentin des Guardian. Sie arbeitet als Anwältin für Menschenrechte und hat in der Entwicklungshilfe überall in Westafrika gearbeitet. Als Tochter eines Vaters mit deutsch-jüdischen Wurzeln und einer ghanaischen Mutter hat sie sich seit langem mit Fragen von Identität, Rasse und Zugehörigkeit auseinandergesetzt. Ihr Bestseller Brit(ish) erschein zu diesem Thema im Februar 2018 und wurde mit dem Royal Society of Literature Jerwood Prize ausgezeichnet.

Suat Kınıklıoğlu

Suat Kınıklıoğlu ist Senior Fellow am Institut für Sicherheits- und Entwicklungspolitik in Stockholm. Von 2007 bis 2011 war er Abgeordneter im türkischen Parlament und Vorsitzender der türkisch-amerikanischen Parlamentariergruppe sowie Sprecher des Auswärtigen Ausschusses. Er war außerdem stellvertretender Vorsitzender für Auswärtige Angelegenheiten der Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung (AKP), trat 2012 jedoch aus der Partei aus. Von 2014 bis 2015 arbeitete er als Senior Fellow am Center for American Progress in Washington, D.C. sowie am Institut für Politik der Universität Chicago. Suat Kınıklıoğlu ist Mitglied des Europäischen Rats für Auslandsbeziehungen (ECFR). Vor seiner politischen Karriere war er Mitgründer und Geschäftsführer des German Marshall Fund-Büros in Ankara, Türkei- und Kaukasus-Beauftragter bei der Kanadischen Internationalen Entwicklungsagentur (CIDA) und diente als Verbindungsoffizier der Türkischen Luftwaffe. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf türkischer Außen- und Sicherheitspolitik, insbesondere in Bezug auf Nahost, Russland und die USA. Er besitzt einen Abschluss der türkischen Luftwaffenakademie und studierte Politikwissenschaften und Internationale Beziehungen an der Carleton Universität in Kanada und an der Bilkent Universität in Ankara.

Abdulhamit Kırmızı

Abdulhamit Kırmızı ist Professor für Geschichte an der Şehir Universität Istanbul. Er lehrt Historiografie, Geschichte des späten Osmanischen Reiches, Entstehung der Modernen Türkei, (Auto-)Biografie, Psychologie, Geschichte und Erinnerung. In Deutschland geboren, ging er in Marl und im türkischen Zonguldak zur Schule, bevor er Öffentliche Verwaltung an der Politikwissenschaftlichen Fakultät der Universität Ankara studierte. Abdulhamit Kırmızı schloss sein Masterstudium an der Hacettepe-Universität ab und promovierte an der Boğaziçi-Universität. 2009 war er Visiting Fellow am SOAS der Universität London im Rahmen eines Postdoc-Stipendiums der Britischen Akademie. Zu seinen Publikationen gehören vier Monografien sowie zahlreiche Artikel zur Geschichte des späten Osmanischen Reiches und dessen öffentlicher und regionaler Verwaltung sowie prosopographische und biographische Arbeiten. Abdulhamit Kırmızı ist Gründer und Mitherausgeber des Journals TALID (Türkiye Arastirmalari Literatür Dergisi) für Türkeistudien.

Éva Kovács

Éva Kovács studierte Soziologie und Wirtschaftswissenschaften an den Wirtschaftswissenschaftlichen Universitäten in Pécs und Budapest. Sie ist Leiterin des Bereichs Methodenlehre und Geschichte der Soziologie am Institut für Soziologie der Ungarischen Akademie der Wissenschaften. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte des Holocaust in Osteuropa, Gedächtnis und Erinnerungskultur sowie Jüdische Identität in Ungarn und der Slowakei. Éva Kovács veröffentlichte fünf Monographien und zahlreiche Artikel in renommierten Zeitschriften; zudem gab sie acht Sammelbände heraus. Sie ist Mitbegründerin des audiovisuellen Archivs »Stimmen des Zwanzigsten Jahrhunderts« und war von 2010 bis September 2012 Mitglied des Internationalen Wissenschaftlichen Beirats des Wiener Wiesenthal Instituts für Holocaust-Studien.

Ivan Krastev

Ivan Krastev ist Vorsitzender des Centre for Liberal Strategies in Sofia und Permanent Fellow am Institut für die Wissenschaften vom Menschen in Wien. Er ist Gründungsmitglied des European Council on Foreign Relations, Stiftungsratsmitglied der International Crisis Group und regelmäßiger Gastkommentator der New York Times. Zuletzt erschienen seine Monographien Europadämmerung (2017), Democracy Disrupted. The Global Politics on Protest (2014) und In Mistrust We Trust: Can Democracy Survive When We Don't Trust Our Leaders? (2013). Ivan Krastev wird in Kürze gemeinsam mit Stephen Holmes ein Buch über die Politik Russlands veröffentlichen.

Lotte Leicht

Lotte Leicht ist Leiterin des Brüssel-Büros und EU-Direktorin von Human Rights Watch. Als gelernte Rechtsanwältin mit Schwerpunkt auf den internationalen Menschenrechten und humanitärem Völkerrecht sagt sie regelmäßig vor internationalen Organisationen aus. Sie hat in verschiedenen Konfliktgebieten Untersuchungen von Menschenrechtsvergehen und Verletzungen des humanitären Völkerrechts übernommen sowie für namhafte Publikationen zahlreiche Artikel zu Menschenrechtsthemen verfasst. Bevor sie 1994 bei Human Rights Watch anfing, war sie Programmdirektorin in der Internationalen Helsinki-Föderation für Menschenrechte in Wien sowie Mitarbeiterin des Dänischen Zentrums für Menschenrechte.

Agnieszka Łada

Agnieszka Łada ist Programmleiterin beim Institut für Öffentliche Angelegenheiten in Warschau. Sie studierte Politikwissenschaften an der Universität Warschau und Öffentliche Verwaltung an der Hertie School of Governance in Berlin sowie Organisationspsychologie in Dortmund. Als Visiting Fellow arbeitete sie 2011 am European Policy Centre in Brüssel, war 2012 als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Sussex tätig und 2016/17 in der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik sowie 2013 Gastforscherin in der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik in Berlin. Agnieszka Łada ist Munich Young Leader 2018, Mitglied des von der EU-Repräsentanz in Polen geförderten Netzwerks »Team Europa« und in zahlreichen Deutsch-Polnischen Expertengruppen.

Per Molander

Per Molander ist ein schwedischer Politikberater, Analytiker und Autor. Seine Forschungs- und Publikationsschwerpunkte liegen auf Public Policy und der Rolle des Staates. Er promovierte 1979 in Mathematik am Institut für Technologie in Lund und arbeite anschließend von 1980 bis 1988 als Systemanalytiker für das Schwedische Forschungsinstitut für Verteidigung. Ende der 1980er Jahre wurde er Berater der Schwedischen Regierung im Bereich Agrarreform, haushaltspolitische Institutionen und Sozialpolitik. Außerdem war er für die Weltbank, den Internationalen Währungsfonds, die Europäische Kommission und andere Organisationen beratend tätig. Nach fünf Jahren als Forschungsleiter am Swedish Centre for Business and Policy Studies und sieben Jahren als selbstständiger Berater wurde er 2009 von der schwedischen Regierung mit dem Aufbau der neuen Agentur Swedish Social Insurance Inspectorate betraut, die er bis 2015 als Generaldirektor leitete. Per Molander ist seit 2013 Mitglied der Königlichen Schwedischen Akademie der Wissenschaften. Zu seinen neuesten Publikationen gehören Die Anatomie der Ungleichheit: Woher sie kommt und wie wir sie beheben können (2016), Everything is Waves – Virginia Woolf and Modern Physics (2017) und Condorcet’s Error – State and Democracy under Threat (2017) (letztere zwei Titel auf Schwedisch erschienen).

Andrzej Nowak

Andrzej Nowak ist Historiker und Public Intellectual sowie Professor für Osteuropäische Geschichte an der Jagiellonen-Universität in Krakau sowie am Institut für Geschichte der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Warschau. Von 1980 bis 1989 arbeitete er bei mehreren antikommunistischen Untergrundzeitschriften in Polen, zwischen 1995 und 2012 war er Chefredakteur der konservativen politisch-kulturellen Zweimonatsschrift ARCANA und veröffentlichte darüber hinaus mehr als zwanzig Bücher zur Osteuropäischen Politik- und Geistesgeschichte. Andrzej Nowak war Gastprofessor und Dozent unter anderem an den Universitäten in Columbia, Rice, Duke, Harvard und Virginia sowie in Cambridge, Toronto, Tokio und an der Masaryk-Universität in Brünn. Aktuell ist er Mitglied des Nationalen Rates für Entwicklung sowie Präsident des Beirates am Zentrum für Polnisch-Russischen Dialog und Verständigung.

René Nyberg

René Nyberg studierte Politikwissenschaften an der Universität Helsinki. Ab 1971 arbeitete er für das finnische Außenministerium, während der gesamten 1970er Jahre mit Fokus auf der Zusammenarbeit mit der Sowjetunion. Er war von 1977 bis 1979 Assistant Secretary in der Finnisch-Sowjetischen Wirtschaftskommission. Nach seiner Rückkehr in die Politikabteilung des Außenministeriums begann er im Bereich der Nordischen Sicherheitspolitik. Als Leiter der Abteilung für Sicherheitspolitik im Außenministerium initiierte er 1990 eine Initiative zur Abschaffung der Souveränitätseinschränkungen Finnlands, die Teil des Pariser Friedensabkommens mit der Sowjetunion von 1947 gewesen waren. René Nyberg war finnischer Botschafter in Wien, von 2000 bis 2004 in Moskau sowie von 2004 bis 2008 in Berlin. Zwischen 1992 und 1995 leitete er die finnische Delegation in der Kommission über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa. Er beendete seine diplomatische Karriere 2008 um die Führungsposition im neu entstandenen East Office of Finnish Industries zur Interessensvertretung der finnischen Industrie in Russland zu übernehmen; dort war er bis 2013 Vorstandsvorsitzender. René Nyberg ist Major der Reserve in der finnischen Armee. Ihm wurde das Freiheitskreuz Erster Klasse verliehen. Zuletzt erschienen von ihm Trump, Putin, Merkel ja Suomi (Trump, Putin, Merkel und Finnland, 2017) sowie Viimeinen juna Moskovaan (Der letzte Zug nach Moskau, 2015), das ins Estnische, Lettische und Russische übersetzt wurde. Eine deutsche sowie schwedische Ausgabe sind in Vorbereitung.

İlber Ortaylı

İlber Ortaylı ist ein türkischer Historiker und Professor für Geschichte an der Galatasaray-Universität in Istanbul und der Bilkent-Universität in Ankara. Von 2005 bis 2012 war er Direktor des Topkapı Museums in Istanbul. Sein Studium schloss er mit dem Master unter der Betreuung von Professor Halil İnalcık an der Universität Chicago ab. Er promovierte 1978 an der politikwissenschaftlichen Fakultät in Ankara zur Lokalverwaltung in der Tanzimat-Periode. Anschließend wurde er Fakultätsmitglied an der School of Political Sciences der Universität Ankara. Ein Jahr später wurde er zum Associate Professor berufen. Als Protest gegen die staatliche Wissenschaftspolitik infolge des Militärputsches von 1980 trat er 1982 von dieser Position zurück. Nach Lehraufträgen an mehreren Universitäten in der Türkei, Europa und Russland kehrte er 1989 an die Universität in Ankara zurück, wo er eine Professur für Geschichte sowie die Leitung des Bereichs Verwaltungsgeschichte innehat. İlber Ortaylı veröffentlichte Artikel zur diplomatischen, kulturellen und intellektuellen Dimension von Osmanischer Geschichte, Russischer Geschichte und über den deutschen Einfluss im Osmanischen Reich des 19. Jahrhunderts. Er ist Mitglied der Stiftung für Internationale Studien, der Societas Iranologica Europeae, der Österreichisch-Türkischen Akademie der Wissenschaften sowie des Instituts für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Türkei.

Esra Özyürek

Esra Özyürek ist Professorin und Lehrstuhlinhaberin für Türkeistudien am Europäischen Institut der London School of Economics. Sie studierte Soziologie und Politikwissenschaften an der Boğaziçi-Universität in Istanbul sowie Anthropologie an der Universität Michigan in Ann Arbor, wo sie auch promovierte. Vor ihrer Zeit an der London School of Economics lehrte sie am Anthropologischen Institut der Universität California in San Diego. Sie ist politische Anthropologin und befasst sich mit der Dynamik und Wechselwirkung von Islam, Christentum, Säkularismus und Nationalismus in der Türkei und Europa. In ihrer Forschung wurde sie von der Fulbright Kommission, der Alexander von Humboldt-Stiftung, dem DAAD sowie dem Institut für Türkeistudien unterstützt. Esra Özyürek ist Resident Fellow in der American Academy in Berlin. Sie wurde mit dem Barkan Preis für den besten Artikel im Bereich Türkeistudien ausgezeichnet. Zuletzt erschienen ihre Bücher Being German, Becoming Muslim: Race, Religion and Conversion in the New Europe (2014) und Nostalgia for the Modern: State Secularism and Everyday Politics in Turkey (2007).

Andrii Portnov

Andrii Portnov ist ukrainischer Historiker und Publizist mit Schwerpunkt auf Historiographie, Genozidforschung und Erinnerungsgeschichte in Ostmittel- und Osteuropa. Derzeit arbeitet er beim Forum Transregionale Studien in Berlin und ist Lehrstuhlinhaber für Entangled History of Ukraine an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder). Seine Publikationen berühren vorwiegend historiographische und erinnerungskulturelle Themen, darunter Geschichte von Geschichtswissenschaftlern. Gesichter und Figuren der Ukrainischen Historiographie im 20. Jahrhundert (2011), Geschichten für den Hausgebrauch. Essays über das Polnisch-Russisch-Ukrainische Erinnerungsdreieck (2013). Andrii Portnov schreibt aktuell an einer Geschichte seiner Heimatstadt Dnipro, ehemals Dnipropetrowsk.

Gergely Prőhle

Gergely Prőhle ist Direktor des Petőfi Literaturmuseums in Budapest. Zuvor war er von 2000 bis 2002 ungarischer Botschafter in Berlin sowie zwischen 2003 und 2005 in der Schweiz. Anschließend wurde er stellvertretender Leiter der Presse- und PR-Abteilung im ungarischen Außenministerium. Im Juni 2010 wurde er dort stellvertretender Staatssekretär und war für die bilateralen Beziehungen mit EU-Mitgliedsstaaten zuständig. Er wurde 2014 zum Staatssekretär im Ministerium für Gesellschaftliche Ressourcen, dem Budapester Bildungsministerium, wo er erneut mit internationalen und EU-Angelegenheiten betraut wurde.

Joachim von Puttkamer

Joachim von Puttkamer ist seit Oktober 2010 Direktor des Imre-Kertész-Kollegs »Europas Osten im 20. Jahrhundert« und seit 2002 Inhaber des Lehrstuhls für Osteuropäische Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Von 1994 bis 2002 war er wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Neuere und Osteuropäische Geschichte in Freiburg, wo er 1994 promoviert und 2000 habilitiert wurde. Von 1986 bis 1994 studierte Joachim von Puttkamer Neuere und Osteuropäische Geschichte und VWL an den Universitäten Freiburg und London. Joachim von Puttkamers Forschungsschwerpunkte sind u.a. die Staatsbildung und Staatlichkeit im östlichen Europa, der Nationalismus in Ostmittel- und Südosteuropa, die Schul- und Bildungsgeschichte sowie die osteuropäischen Erinnerungskulturen.

Eugene Rogan

Eugene Rogan ist Direktor des Middle East Centers am St Antony’s College der Universität Oxford. Er absolvierte sein Masterstudium und promovierte in Geschichte des Mittleren Ostens an der Universität Harvard. Anschließend lehrte er am Boston College und am Sarah Lawrence College. Seit 1991 hat er eine Professur in Oxford inne und lehrt dort Neuere Geschichte des Mittleren Ostens. Eugene Rogan ist seit 2017 Mitglied der Britischen Akademie der Wissenschaften. Zuletzt erschien sein Buch The Fall of the Ottomans: The Great War in the Middle East, 1914-1920 (2015). Das 2009 veröffentlichte The Arabs: A History wurde in zehn Sprachen übersetzt und von The Economist, The Financial Times und The Atlantic Monthly zu einem der besten Bücher des Jahres 2009 gekürt.

Miriam Rürup

Miriam Rürup ist seit 2012 Direktorin des Instituts für die Geschichte der Deutschen Juden (IGdJ) in Hamburg. Nach dem Studium der Geschichte, Soziologie und Europäischen Ethnologie in Göttingen, Tel Aviv und Berlin forschte sie u.a. bei der Stiftung Topographie des Terrors in Berlin, am Franz Rosenzweig Center an der Hebräischen Universität in Jerusalem und am German Historical Institute in Washington. Miriam Rürup beschäftigt sich insbesondere mit der Deutsch-Jüdischen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, Geschichte der NS-Verfolgungspolitik, Vergangenheitspolitik und Erinnerungskultur nach 1945 sowie der Geschichte von Staatsangehörigkeit und Staatenlosigkeit im 20. Jahrhundert. Seit 2002 war sie Redakteurin und ist heute Mitherausgeberin von WerkstattGeschichte und seit 2013 ist sie Mitherausgeberin der Fachzeitschrift Aschkenas. Darüber hinaus ist sie Fachredakteurin für Jüdische Geschichte beim Internetforum H-Soz-Kult. Zuletzt erschienen von ihr Space and Spatiality in Modern German-Jewish History (2017) sowie Alltag und Gesellschaft (2017).

Gwendolyn Sasse

Gwendolyn Sasse ist Professorin für Vergleichende Politikwissenschaft an der Universität Oxford und seit 2016 wissenschaftliche Direktorin des neu gegründeten Zentrums für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS) in Berlin. Sie studierte Geschichte, Slawistik und Politikwissenschaft an der Universität Hamburg und Politikwissenschaft an der London School of Economics, wo sie auch ihre Promotion abschloss. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf postkommunistischer Transformationsforschung (besonders zur Ukraine), auf der vergleichenden Demokratie- und Autoritarismusforschung und auf der Konfliktforschung.

Stefanie Schüler-Springorum

Stefanie Schüler-Springorum hat Mittlere und Neuere Geschichte, Ethnologie und Politikwissenschaft an der Georg-August-Universität Göttingen und an der Universidad Central de Barcelona studiert. Sie wurde im Jahre 1993 an der Ruhr-Universität Bochum mit summa cum laude promoviert. Anschließend arbeitete sie unter Reinhard Rürup als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Stiftung »Topographie des Terrors« in Berlin. In den folgenden drei Jahren stand die Geschichte der nicht-zionistischen, linken deutsch-jüdischen Jugendbewegung im Zentrum ihrer Recherchen. 2001 wurde sie zur Direktorin des Instituts für die Geschichte der deutschen Juden in Hamburg berufen. 2007 erfolgte ihre Ernennung zur Professorin an der Universität Hamburg. 2011 übernahm sie die Leitung des Zentrums für Antisemitismusforschung an der Technischen Universität (TU) Berlin. Stefanie Schüler-Springorum ist seit 1996 Mitglied der Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft des Leo Baeck Instituts in der Bundesrepublik Deutschland, seit 2009 deren Vorsitzende. Seit 2012 vertritt sie die TU im Direktorium des Zentrums Jüdische Studien Berlin-Brandenburg.

Miodrag Soric

Miodrag Soric ist Senior Correspondent der Deutschen Welle in Moskau, nachdem er zuvor von 2009 bis 2017 das DW-Büro in Washington geleitet hat. Von 2002 bis Juli 2009 war er bei der Deutschen Welle Chefredakteur für die zusammengelegten Bereiche Hörfunk und Online. Miodrag Soric studierte Slawistik, Politikwissenschaft und Germanistik an den Universitäten Köln, Kiew, Moskau und München. Nach seinem Volontariat bei der Deutschen Welle von 1988 bis 1989 war Miodrag Soric in der Hörfunkredaktion Politik/Wirtschaft tätig, ab 1993 Programmreferent des Intendanten und ab 1995 Leiter der Russisch-Redaktion. Drei Jahre später übernahm er die Leitung der Mittel- und Osteuropaprogramme.

Winfried Sträter

Winfried Sträter ist Redakteur im Deutschlandradio Kultur mit Schwerpunkt Geschichte. Er hat von 1976 bis 1983 in Bochum und Münster Geschichte und Politikwissenschaft studiert und sein Magister-Studium mit einer lokalhistorischen Studie über die Novemberrevolution in Werl (Westfalen) abgeschlossen. Seit 1983 arbeitete er als freier Journalist für den West-Berliner Rundfunksender RIAS, mehrere ARD-Anstalten und Tageszeitungen. Seit 1997 ist er Deutschlandradio-Redakteur. Er war verantwortlich für die Herausgabe der Deutschlandradio-Hörbuch-Reihe Geschichte zum Hören und ist Mitautor des Buches Potsdam – Der historische Reiseführer (2015).

Philipp Ther

Philipp Ther ist seit 2010 Professor für Geschichte Ostmitteleuropas an der Universität Wien und leitet dort das Institut für Osteuropäische Geschichte. Zuvor hatte er am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz eine Professur für vergleichende Geschichte Europas inne. Im Herbst 2017 erschien die Monographie Die Außenseiter. Flucht, Flüchtlinge und Integration im modernen Europa. Sein Buch Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent. Eine Geschichte des neoliberalen Europa (2014) wurde mit dem Sachbuchpreis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet und in sieben Sprachen übersetzt. Frühere Publikationen sind u.a. Die dunkle Seite der Nationalstaaten. Ethnische Säuberungen im Europa des 20. Jahrhunderts (dt. 2011,engl. 2014) sowie Center Stage: Operatic Culture and Nation Building in 19th Century Central Europe (2014).

Maxim Trudolyubov

Maxim Trudolyubov ist Senior Fellow am Kennan Institut und Editor-at-Large für die unabhängige russische Tageszeitung Vedomosti. Seit 2013 schreibt er zudem für The International New York Times. Er ist für den Blog »The Russia File« des Kennan Instituts verantwortlich und betreut Sonderveröffentlichungen. Darüber hinaus arbeitete er als Bibliothekar in der Synodalbibliothek der Russisch-Orthodoxen Kirche und übersetzte Bücher über Kunst und Kultur. Maxim Trudolyubov wurde 2007 mit dem Preis für couragierten russischen Journalismus des Paul Klebnikov Fonds ausgezeichnet, 2009 war er Yale World Stipendiat sowie Nieman Stipendiat von 2010 bis 2011. Zu seinen letzten Publikationen gehören Me and My Country: A Common Cause (2011) und People behind the Fence: Private Space, Power and Property in Russia (2015). Er ist zudem Mitherausgeber von Roots of Russia’s War in Ukraine (2015).

Erkki Tuomioja

Erkki Tuomioja ist finnischer Politiker und Mitglied des finnischen Parlaments. Derzeit ist er Vorsitzender von Historians without Borders und Dozent für Politikgeschichte an der Universität von Helsinki. Von 2000 bis 2007 sowie von 2011 bis 2015 war er Außenminister Finnlands; im Jahr 2008 Präsident des Nordischen Rats. Während der EU-Ratspräsidentschaft Finnlands in der zweiten Hälfte des Jahres 2006 übernahm Erkki Tuomioja eine führende als Rolle als Sprecher für die EU-Außenpolitik.

Rūta Vanagaitė

Rūta Vanagaitė graduierte 1978 cum laude im Fach Theaterkritik an der Russischen Akademie für Theaterkunst in Moskau; zudem studierte sie Theaterwissenschaften an der Universität Helsinki. Sie verfügt über weitreichende Erfahrungen als Journalistin, Autorin, Publizistin, Theater- und TV-Produzentin, Organisatorin von Festivals, politische PR-Beauftragte und Produzentin zahlreicher ortsspezifischer Veranstaltungen. Nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit Litauens 1991 war sie Intendantin des Staatlichen Jugendtheaters sowie Mitgründerin und Direktorin des ersten und größten Theaterfestivals im Baltikum »LIFE«. Sie arbeitete zeitweise als PR-Beraterin für den litauischen Premierminister und war Executive Director der Europäischen Kulturhauptstadt Vilnius 2009. Zudem leitete sie in Litauen mehrere erfolgreiche Wahlkampagnen auf Präsidentschafts-, Parlaments- und kommunaler Ebene. Rūta Vanagaitė wurde 1993 zur litauischen »Frau des Jahres« gewählt. Seit einiger Zeit fokussiert sie sich auf ihre Arbeit als Autorin. Ihre Ersterscheinung behandelt den bedenklichen Stand der Altersfürsorge in Litauen; das zweite Buch über Herausforderungen für Frauen um die Fünfzig hielt sich mit mehr als 40.000 verkauften Exemplaren über zwei Jahre lang als Bestseller. Ihr drittes sehr gut verkauftes Buch Mūsiškiai (Die Unsrigen; Reise mit dem Feind) wurde zusammen mit Efraim Zuroff herausgegeben. Es geht darin um die komplexe Stellung der litauischen Bevölkerung in den Verbrechen des Holocaust sowie die Bestrebungen der Regierung seit der Unabhängigkeit Litauens, die Rolle der lokalen Kollaborateure mit den Nationalsozialisten zu verbergen. Es beeinflusste den öffentlichen Diskurs über die aktive Rolle der litauischen Bevölkerung in der Shoa und veranlasste viele junge Litauer zur Auseinandersetzung mit diesem Aspekt der litauischen Geschichte. Die Unsrigen wurde auch in Polen, Israel und Russland veröffentlicht. Rūta Vanagaitės aktueller Bestseller ist das im Oktober 2016 erschienene Buch Jis (Er). Das Buch behandelt die Probleme von Männern in der heutigen Zeit und hielt sich über ein Jahr lang unter den Top 10. Im Oktober 2017 erschien zudem ihre Autobiographie. Aufgrund eines kritischen öffentlichen Kommentars über einen litauischen Partisanenführer der Nachkriegszeit wurden bereits am ersten Tag nach der Veröffentlichung alle Publikationen von ihr aus dem Verkauf genommen. Die Entscheidung erfolgte vonseiten des Verlags – dem größten in Litauen – und hat zur Folge, dass inzwischen keines ihrer Bücher mehr in den Buchhandlungen des Landes erhältlich ist

Bernd Vogenbeck

Bernd Vogenbeck ist Programmmanager im Bereich Geschichte und Politik der Körber-Stiftung. Er studierte Kulturgeschichte und Politikwissenschaften an der Europa-Universität Viadrina sowie an der Universität Breslau. Expertise im Bereich des historischen Dialogs zwischen Deutschland und dem östlichen Europa konnte er in unterschiedlichen Positionen gewinnen, bevor er 2015 zur Körber-Stiftung wechselte.

Almut Wieland-Karimi

Almut Wieland-Karimi ist Islamwissenschaftlerin und wurde an der Humboldt-Universität zu Berlin promoviert. Sie arbeitete von 1998 bis 2009 in der Friedrich-Ebert-Stiftung, zunächst als Referentin für entwicklungspolitische Zusammenarbeit, später als Leiterin der Stiftung in Kabul und Washington, D.C. Seit 2009 ist Almut Wieland-Karimi Geschäftsführerin des Zentrums für Internationale Friedenseinsätze in Berlin.

Gabriele Woidelko

Gabriele Woidelko ist Leiterin des Bereichs »Geschichte und Politik« der Körber-Stiftung. Als studierte Historikerin, Slawistin und Turkologin war sie zunächst als Dozentin an der Universität Hamburg tätig, ehedem sie ab 1996 zur Körber-Stiftung wechselte. Zunächst wirkte sie als Programm-Managerin, dann als Leiterin des europäischen Geschichtsnetzwerks EUSTORY, des FutureLab Europe und weiterer Europaaktivitäten. Seit 2016 verantwortet sie das Fokusthema »Russland in Europa« sowie das Körber History Forum.

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