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Körber-Netzwerk Außenpolitik – Field Trip nach Israel und in die palästinensischen Gebiete

4. bis 20. November 2015

Der Field Trip 2015 führte die Mitglieder des Körber-Netzwerk Außenpolitik nach Israel und in die palästinensischen Gebiete. Vor dem Hintergrund der zahlreichen Krisen und Herausforderungen im Nahen Osten war es Ziel der Reise, den Teilnehmern konkrete Einblicke in die aktuelle politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Situation in Israel und den palästinensischen Gebieten zu geben und neben der innenpolitischen Lage auch die außen- und sicherheitspolitischen Entwicklungen der Region zu diskutieren.

Zum Auftakt der Reise verbrachten die Mitglieder des Körber-Netzwerk Außenpolitik einen Tag in Tel Aviv. Auf dem Programm standen dort Termine beim Institute for National Security Studies (INSS) und der Nicht-Regierungsorganisation NATAL (Israel Trauma Center for Victims of Terror and War), sowie Treffen mit Jeremy Saltan, Medienberater der Jewish Home Party, Amos Gilad, Direktor für Policy und Political-Military Affairs im israelischen Verteidigungsministerium und der Abgeordneten Ksenia Svetlova von dem oppositionellen Parteienbündnis Zionistische Union. Durch diese sehr diversen Programmpunkte wurde ein breites Bild an unterschiedlichen Ansichten und Meinungen abgebildet. Neben dem israelisch-palästinensischen Konflikt ging es vor allem um den syrischen Bürgerkrieg und die Bedrohung durch den Islamischen Staat.

Am Folgetag fuhren die Teilnehmer des Field Trip in den Norden Israels an die israelisch-libanesische Grenze und erhielten dort durch ein Briefing am Northern Command der Israel Defence Forces einen Einblick in die Sicherheitssituation vor Ort. Anschließend trafen sie sich mit Sheikh Mwafak Taref, dem spirituellen Führer der drusischen Gemeinschaft Israels, der ihnen die enge Verbundenheit der drusischen Bevölkerung mit dem Staat Israel erläuterte.

Während des anknüpfenden zweitätigen Aufenthalts in Jerusalem sprach die Gruppe unter anderem mit Yossi Cohen, dem nationalen Sicherheitsberater des Ministerpräsidenten und Benjamin Dagan, stellvertretender Generaldirektor im Außenministerium, über Israels aktuelle außen- und sicherheitspolitischen Herausforderungen. Im Vordergrund standen hier nicht nur die Atomverhandlungen mit Iran sondern vor allem auch wieder der syrische Bürgerkrieg und der Islamische Staat. Bei einem Treffen mit Adina Bar-Shalom standen die ultraorthodoxe jüdische Haredi-Gemeinschaft und die Rolle der Frau in dieser im Mittelpunkt der Diskussion. Des weiteren besuchten die Teilnehmer auf Einladung von Richter Salim Joubran den Obersten Gerichtshof Israels und sprachen mit ihm unter anderem über die Rechte der arabischen Minderheit. Selbstverständlich war auch eine Führung durch das Museum der Gedenkstätte Yad Vashem Teil des Programms, sowie eine Führung durch die Altstadt Jerusalems.

Nach drei Tagen interessanter und vielfältiger Einblicke in die Innen- und Außenpolitik Israels stand schließlich die Reise nach Ramallah an, wo die Teilnehmer die palästinensische Sicht auf aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen kennenlernen sollten. Den Auftakt des Aufenthalts in den palästinensischen Gebieten bildete ein gemeinsames Frühstück mit Peter Beerwerth, dem Leiter des Vertretungsbüros der Bundesrepublik Deutschland in Ramallah. Daraufhin brach die Gruppe zu einer geopolitischen Bustour mit Danny Seidemann von Terrestrial Jerusalem auf. Während dieser wurde sowohl die Situation der geteilten Stadt als auch die Probleme einer möglichen Zwei-Staaten-Lösung sehr deutlich und anschaulich aufgezeigt.

Die Gruppe traf außerdem einen Vertreter der Fatah, der sich unter anderem für eine Zwei-Staaten-Lösung aussprach, die seiner Meinung nach der einzig mögliche Weg sei, dauerhaft Frieden zu halten. Ein gemeinsames Abendessen mit jungen, politisch aufstrebenden Palästinensern bildete den Abschluss des Aufenthalts der Gruppe in Ramallah.

Am letzten Tag der Reise trafen die Teilnehmer Saeb Erekat, den Chefunterhändler der palästinensisch-israelischen Verhandlungen in Jericho und besichtigten anschließend das »Palestinian College for Police Science« vor Ort, um sich dort über die Ausbildung der palästinensischen Polizei zu informieren. Während eines Meetings mit Tania Hary, der Direktorin von Gisha (Legal Center for Freedom of Movement) nahe des Gaza-Streifens erfuhren die Teilnehmer mehr über die aktuelle Situation in Gaza und sprachen auch mit einer Bewohnerin des nahegelegenen Kibbutz, die trotz der ständigen Bedrohung durch Raketeneinschläge aus Gaza an ein friedliches Zusammenleben zwischen Israelis und Palästinensern glaubt – sofern es zu einer Zwei-Staaten-Lösung kommt. Die Reise endete schließlich an ihrem Ausgangspunkt: Ein gemeinsames Abendessen mit dem deutschen Botschafter Clemens von Goetze in Tel Aviv bildete den Abschluss einer äußerst vielfältigen und interessanten Woche in Israel und den palästinensischen Gebieten.

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