X

Philip Russell – Körber-Preisträger 2005

Dank eines genialen Einfalles gelang es Philip Russell, dem altgedienten Glasfaserkabel völlig neue Eigenschaften zu verleihen. In den nur haardünnen Fasern lassen sich nicht nur Daten mit Licht übertragen. Die Anwendungsmöglichkeiten scheinen unbegrenzt: Mini-Laser mit beliebigen Lichtfarben, der Nachweis winziger Substanzmengen in Gasen oder die kontinuierliche Messung des Blutzuckerspiegels beim Menschen. 2005 wurde Russell mit dem Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft ausgezeichnet.

Konventionelle Glasfasern werden heutzutage zum Beispiel für die Datenübertragung im Internet eingesetzt. Sie sind ähnlich wie eine »Makkaroni«-Nudel aufgebaut: Röhren, in deren Inneren Lichtimpulse weitergeleitet werden. Die von Philip Russell 1991 erfundenen und inzwischen zu Produkten entwickelten Fasern bestehen dagegen aus einem Bündel von Kernen aus Glas oder auch von Luftröhren, die jeweils von dünnen Wänden umgeben sind und »photonic crystal fibres« genannt werden. Die gesamte Faser hat einen Durchmesser von nur etwa 100 Mikrometern – was dem Fünftel eines menschlichen Haares entspricht. Die besondere Struktur der neuartigen Glasfasern erlaubt eine effektivere Leitung von Licht und zeigt darüber hinaus völlig neue Eigenschaften. Russell beabsichtigt nicht nur verbesserte optische und Infrarot-Laser zu konstruieren, sondern auch kompakte Quellen für UV- und Röntgenlicht, mit denen sich in Zukunft äußerst fein strukturierte Computerchips herstellen lassen. Dank Philip Russells »photonic crystal fibres« war es bereits möglich, eine extrem genaue »optische Uhr« zu konstruieren. In Zukunft könnten die Fasern auch dazu dienen, Gase, die durch die Hohlräume strömen, optisch zu analysieren. Geplant sind zudem Anwendungen, bei denen mithilfe von Lichtstrahlen Zellen durch die Röhren bewegt werden, um sie für biologische oder medizinische Zwecke zu manipulieren. Auf den Gebieten Biologie, Produktion, Biochemie, Astronomie und Medizin ist das Anwendungspotential der Erfindung enorm.

Mehr Informationen über Philip Russell:

to top